Frühjahrsarbeiten der Landwirte im Mühlenkreis sind in vollem Gange – Gülle und Dünger werden aufgebracht
Ganz ohne Gerüche geht es nicht

Rahden (WB). Auch in der Corona-Krise gehen die Arbeiten in der Landwirtschaft weiter. Das Frühjahrswetter schickt die Bauern auf die Äcker, Wiesen und Weiden. Da sich die Menschen in diesen Zeiten mehr in der Natur bewegen, fragen sich so manche, mit welchen Tätigkeiten die Landwirte gerade beschäftigt sind.

Donnerstag, 09.04.2020, 09:00 Uhr
Zu Beginn des Frühjahres werden die Kulturen mit Nahrung versorgt. Das kann Mineraldünger oder Wirtschaftsdünger wie Gülle oder Mist sein.

„Düngergaben zur Unterstützung des Pflanzenwachstums, das Legen von Leguminosen wie Ackerbohnen und Erbsen, das Aussäen des Sommergetreides und das Herrichten der Weiden sind die aktuellen Arbeiten“, erläutert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Rainer Meyer die derzeitigen Aufgaben. Die Arbeiten auf den Feldern seien nach dem vielen Regen im Februar und Anfang März mittlerweile gut fortgeschritten. „Dank des guten Wetters konnten wir zügig aufholen“, sagt der Vorsitzende.

Der Kreislauf hat sich seit Jahrhunderten bewährt

Die Pflanzen, die schon im Herbst gesät wurden, wie das Wintergetreide und der Raps, brauchen jetzt mit Vegetationsbeginn Nährstoffe und müssen gedüngt werden, ebenso das Grünland. „Denn wer wächst, benötigt Nahrung. Das ist auch bei den Pflanzen so“, erklärt Meyer. „Und da die Pflanzen im Frühjahr so richtig mit dem Wachstum loslegen, benötigen sie jetzt Nährstoffe.“ Bei organischen Düngern wie Gülle, Mist oder Substraten aus Biogasanlagen gehe es natürlich nicht ganz ohne Gerüche einher“, sagt der Landwirt.

So bittet Meyer um Verständnis: „Mit dem Ausbringen dieser natürlichen Düngemittel schließen wir Nährstoffkreisläufe.“ Durch die Gülle, die einen wichtigen Mehrnährstoffdünger darstelle, könne man eine nahezu vollständige Ernährung der Pflanzen sichern. Damit werde dem Boden zurückgegeben, was ihm durch die Ernte der Pflanzen entzogen werde. „Diese Kreislaufwirtschaft hat sich seit Jahrhunderten bewährt“, unterstreicht der Landwirtevorsitzende.

Die Pflanzen sind schon sehr grün

Das Frühlingswetter und die Sonnenstrahlen haben schon viel bewirkt, den Pflanzen viel Grün verliehen. Deshalb stehen derzeit auch Pflanzenschutzarbeiten an. Das Sommergetreide wie Hafer, Sommerweizen oder Sommergerste werden zudem gesät. Und die Äcker für die anderen Ackerfrüchte wie Kartoffeln, Zuckerrüben oder Mais werden vorbereitet. Wiesen und Weiden werden geschleppt. Mit Wiesenschleppen, die von Treckern gezogen werden, werden Erdhaufen, die Maulwürfe und Wühlmäuse aufgeworfen haben, gerade gezogen und weitere Unebenheiten beseitigt.

„Wir freuen uns auf Wärme, denn ohne Wärme wächst nichts“, ergänzt Meyer. „Unsere Werkbank ist unter freiem Himmel, wir können die Witterung – zum Glück – nicht ändern“, betont der Vorsitzende. Aussagen zur diesjährigen Ernte könne man derzeit nicht machen. Ob es eine gute Ernte gebe, so der Vorsitzende, stehe in den Sternen. „Bis dahin brauchen wir milden Sonnenschein und erquickenden Regen. Alles zu seiner Zeit. Es bleibt wie jedes Jahr: Spannend bis zur Ernte“, schließt Meyer.

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