Stadt Rahden untersagt den Brauch und kontrolliert die Einhaltung
Alle Osterfeuer sind abgesagt

Rahden (WB/fs). Osterfeuer sind für viele Menschen ein fester Bestandteil der jährlichen Brauchtumspflege. Sie gehören im Frühjahr genauso dazu, wie der Osterhase und die Ostereier. In diesem Jahr muss auf das Feuer allerdings verzichtet werden. Denn die aktuelle Corona-Krise erfordert es, dass soziale Kontakte sowie größere Menschenansammlungen gemieden werden. Deshalb sind auch in Rahden alle Osterfeuer verboten.

Freitag, 03.04.2020, 06:00 Uhr
Die beliebten Osterfeuer dürfen in diesem Jahr nicht abgebrannt werden. Aufgrund des aktuellen Kontaktverbotes ist es strengstens untersagt, Veranstaltungen wie ein Osterfeuer zu organisieren. Das Ordnungsamt wird die Einhaltung kontrollieren. Foto: Oliver Schwabe

Bislang seien laut Uwe Trentelmann vom Ordnungsamt der Stadt Rahden bereits zahlreiche Anmeldungen für Osterfeuer im Stadtgebiet eingegangen. „Alle, die ein Osterfeuer bei der Stadt angemeldet haben, werden jetzt schriftlich benachrichtigt und darüber informiert, dass das Abbrennen in diesem Jahr nicht erlaubt ist“, erklärt Trentelmann. Dieses Verbot gelte sowohl für öffentliche als auch für private Osterfeuer.

Sonst gibt es etwa 300 Osterfeuer in Rahden

Grundlage für das Verbot ist die Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, die am 22. März bekannt gegeben wurde. Diese Verordnung untersagt jegliche Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit.

Vor allem bei den in Rahden beliebten Osterfeuern sei die Einhaltung dieser Versordnung nicht umsetzbar, sagt Uwe Trentelmann. Aus diesem Grund müssten diese strikten Maßnahmen, keine Brauchtumsfeuer abzubrennen, eingehalten werden. „In der heutigen Zeit ist es einfach nicht angemessen und deshalb muss auf diesen Brauch verzichtet werden“, betont der Leiter des Ordnungsamtes.

Im vergangenen Jahr seien laut Uwe Trentelmann etwa 300 Osterfeuer in Rahden abgebrannt worden. Eines der größten davon ist das der Tonnenheider Feuerwehr, dass traditionell sehr gut besucht gewesen sei. „Jetzt geht es aber darum, dass sich alle diszipliniert verhalten zur Bekämpfung des Coronavirus. Ich appelliere daher dringend an die Bevölkerung, sich an die Vorschriften zu halten“, sagt Trentelmann.

Auch private Feuer sind strengstens verboten

Neben den öffentlich organisierten Osterfeuern, so betont es Trentelmann zudem, seien auch jegliche private Feuer streng verboten. Genau genommen seien zu Ostern eigentlich grundsätzlich nur solche Feuer erlaubt, die zur Brauchtumspflege abgebrannt werden. Bei Osterfeuern von Einzelpersonen handele es sich dagegen nicht um eine solche Brauchtumspflege. Das Abbrennen von (pflanzlichem) Abfall sei grundsätzlich nicht erlaubt. Auch Familienmitglieder, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, dürfen dementsprechend nicht gemeinsam ein Osterfeuer entzünden, selbst wenn sie dabei keinen Kontakt zu anderen Menschen haben.

An einigen Stellen im Stadtgebiet sind bereits Aufhäufungen von Brennmaterial für geplante Osterfeuer zu sehen. Uwe Trentelmann erklärt dazu, dass diese Haufen nicht sofort beseitigt werden müssen: „Sie können auch erstmal liegen bleiben und beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt geschreddert werden.“ An geeigneten Stellen dürften sie auch zum Verrotten liegenbleiben.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden in der kommenden Woche vermehrt Kontrollfahrten machen, um zu überprüfen, dass diese Haufen nicht entzündet werden. Wer sich nicht an das Verbot halte, dem drohe ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und gegebenenfalls auch eine Geldstrafe, mahnt der Leiter des Rahdener Ordnungsamtes.

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