Rahdener Unternehmen führen Kurzarbeit, Home-Office und Schichtsystem ein
Kolbus und Müller Martini Buchbindesysteme ergreifen Maßnahmen wegen Corona

Rahden (WB). Wie viele andere Betriebe sehen sich auch die Firmen Kolbus und Müller Martini Buchbindesysteme mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie konfrontiert. Zum Schutz der Mitarbeiter werden in beiden Rahdener Betrieben nun Maßnahmen ergriffen und die Arbeitsstruktur verändert.

Mittwoch, 01.04.2020, 07:00 Uhr
Auch die Unternehmen Kolbus und Müller Martini Buchbindesysteme in Rahden reagieren auf die derzeitige Corona-Krise. Viele Mitarbeiter arbeiten im Home-Office oder in speziellen Schicht-Systemen. Auch Kurzarbeit ist teilweise angemeldet worden.

Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte Kolbus-Geschäftsführer Wilfried Kröger, dass Kolbus selbst noch von keinem Krankheitsfall betroffen sei. Zum Schutz der Mitarbeiter würden aber vermehrt Home-Office-Plätze genutzt und die vor Ort arbeitenden Mitarbeiter möglichst räumlich oder durch Schichtmodelle getrennt.

Produktion bei Kolbus ist eingeschränkt

Bereits vor mehreren Wochen seien außerdem Mitarbeiter aus dem Ausland zurückgeholt worden. Der westfälische Maschinenbauer mit einem Exportanteil von etwa 50 Prozent erlebe seit Ende März die negativen Folgen der Globalisierung, erklärte Wilfried Kröger. Durch die faktische Einstellung der wirtschaftlichen Aktivitäten in wichtigen Zielmärkten (zum Beispiel Italien, Spanien und die USA) könnten Kolbus-Kunden die bestellten Maschinen nicht abnehmen. Dies wiederum führe zu starken Einschränkungen in der Produktion und der Verwaltung bei Kolbus.

In gemeinsamer Abstimmung mit dem Betriebsrat habe die Kolbus-Geschäftsführung für weite Teile der Firma Kurzarbeit angemeldet. „Wir fahren zurzeit auf Sicht“, teilte Kolbus-Geschäftsführer Wilfried Kröger mit. Je nach der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung behalte sich Kolbus eine Ausweitung oder Verringerung des Umfangs der Kurzarbeit vor.

Mitarbeiter werden in Kurzarbeit geschickt

Bernd Gosewehr ist Geschäftsführer von Müller Martini Buchbindesysteme.

Bernd Gosewehr ist Geschäftsführer von Müller Martini Buchbindesysteme. Foto: Nichau (Archiv)

Ähnlich wird derzeit auch bei der Firma Müller Martini Buchbindesysteme, die ihren Sitz im selben Gebäude wie die Firma Kolbus hat, verfahren. Die Unternehmensleitung habe sich dazu entschieden, in zwei Gruppen mit einem zweiwöchigen Rhythmus zu arbeiten. Das teilte Geschäftsführer Bernd Gosewehr auf Nachfrage mit. „Dies bedeutet konkret, dass die erste Gruppe zwei Wochen am Stück arbeitet und dann von der zweiten Gruppe abgelöst wird. Somit können wir das Risiko einer Infektion innerhalb des Unternehmens mindestens halbieren“, erklärte Gosewehr.

Auch biete diese Handhabung die Möglichkeit, im Falle einer Infektion schnell zu reagieren und die Gruppen auszutauschen. „Unsere Mitarbeiter arbeiten zudem vermehrt im Home-Office. Wir haben alle Kollegen (hauptsächlich Außendienst-Monteure) bereits Mitte März aus dem Ausland zurück nach Hause geholt“, sagt der Geschäftsführer. Aufgrund der aktuell geringen Nachfrage sei zusätzlich mittwochs und freitags Kurzarbeit für den gesamten Standort der Müller Martin Buchbindesysteme in Rahden eingeführt worden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7351087?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516046%2F
Bundespräsident macht Bevölkerung Mut
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt sich einen Mund-Nasen-Schutz auf.
Nachrichten-Ticker