Pfarrerin Gisela Kortenbruck feiert 25-jähriges Dienstjubiläum „Hier in Rahden bin ich richtig“

Rahden (WB). Es soll keine große Feier werden, doch zu einem besonderen Jubiläum gehören zumindest ein paar wertschätzende Worte und auch Gratulationen. Auf diese darf sich Pfarrerin Gisela Kortenbruck im Gottesdienst an diesem Sonntag, 8. März, 10 Uhr Beginn, im Paul-Gerhardt-Haus freuen. Denn die Seelsorgerin, die seit September 2008 das Rahdener Pfarrteam bereichert, konnte in diesen Tagen ihr 25-jähriges Ordinationsjubiläum feiern.

Von Anja Schubert
Seit acht Jahren ist sie in Rahden. Pfarrerin Gisela Kortenbruck feiert am Sonntag ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Darauf darf nach dem Gottesdienst angestoßen werden.
Seit acht Jahren ist sie in Rahden. Pfarrerin Gisela Kortenbruck feiert am Sonntag ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Darauf darf nach dem Gottesdienst angestoßen werden. Foto: Anja Schubert

„Wer Lust hat, kann gern mit uns nach dem Gottesdienst bei einem Gläschen Sekt oder alkoholfreien Getränken anstoßen“, freut sich die Jubilarin auf die besinnliche Zusammenkunft mit „ihren Schäfchen“. Der Kindergottesdienst erfolgt ausnahmsweise im benachbarten Dorfgemeinschaftshaus.

Ihre Schützlinge im Gemeindebezirk Rahden West sind Gisela Kortenbruck in den vergangenen acht Jahren sehr ans Herz gewachsen. Doch ihr theologischer Weg begann wesentlich früher: Geboren in Werne, ist Gisela Kortenbruck auf dem elterlichen Bauernhof in Bergkamen aufgewachsen und hat sich von Jugend an in ihrer Heimatgemeinde engagiert. Nach Theologiestudium in Münster, Vikariat in Gelsenkirchen und Hilfsdienst in Fröndenberg (Kirchenkreis Unna) wurde sie dort am 22. Januar 1995 ordiniert und arbeitete seit 1996 als Pfarrerin im Entsendungsdienst in der Kirchengemeinde Preußen in Lünen.

Im Alter von 50 Jahren befand die Seelsorgerin, dass es noch einmal an der Zeit sei, sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Sie bewarb sich auf die frei werdende Stelle von Pfarrer Werner Milstein und betreut seit September 2008 die Gemeindemitglieder im Bezirk Rahden-West.

„Ich bin nicht zufällig in Rahden und in dieser Region gelandet“, erzählt sie. Durch Studienkollegin Pfarrerin Christine Scheele war sie des Öfteren im Kirchenkreis Lübbecke zu Besuch. „Hier wurden Erinnerungen an meine Kindheit auf dem Land wach.“ Als die Milstein-Stelle wiederzubesetzen war, wurde sie in dem Entschluss, sich zu bewerben von Christine Scheele bestärkt, erläutert die gestandene Tierliebhaberin, die mit ihren beiden Hunden Elli und Moki auch gerne durch die heimische Natur streift.

„Hier bin ich richtig“, merkte Gisela Kortenbruck schon schnell nach ihrer Amtseinführung. Was sie besonders im Rahdener Land schätze, sei, dass man den Menschen anmerke, wie wichtig die Begleitung durch Kirche für sie sei. „Hier gehören Kirche und Glaube zum Leben dazu.“ Man spüre die innere Verbundenheit. „Es wird in schwierigen Lebenssituationen Beistand gesucht und auch gern angenommen.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen und der Gemeinde empfindet sie als äußerst positiv. „Man spürt, dass noch andere da sind und wir vieles auf gemeinsamen Schultern tragen und bewirken können.

Ihre Begeisterung für Musik sowie ihre Vorliebe und früheren Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit habe sich gut in die Gemeindearbeit integrieren lassen. „Der Kinderbibelwoche, gekoppelt mit einer Musicalaufführung, in den Herbstferien, haben wir mit vielen Händen ein neues, besonderes Gesicht geben können“, freut sie sich. Neben dem Gitarrenspiel widmet sich Kortenbruck in geselliger Runde auch dem Trompetenspiel in der Rahdener Heimatkapelle.

Auf die Frage, was sich in den 25 Jahren seit ihrer Ordination verändert habe, antwortet die Pfarrerin spontan: „Heute ist es gleich, welches Geschlecht ein Seelsorger hat. Früher wurden einem als Frau Kompetenzen für gewisse Bereiche abgesprochen“, erinnert sie sich. Sie beobachte jedoch auch, dass die Leute kritischer geworden seien gegenüber der Kirche, eine kritische Distanz entwickelt hätten, die auch in die Auseinandersetzung gehe. „Auch wenn es bedingt durch Kritik Austritte gibt, sei der größte Anteil der Verkleinerung der Gemeinden dem demografischen Wandel zuzurechnen. „Wir haben heute etwa 80 bis 100 Sterbefälle mehr im Jahr als Taufen“, nennt Kortenbruck zahlen. In der Konsequenz würden Pfarrstellen abgebaut, wie auch die Stelle von Pfarrer Meiners nicht mehr besetzt worden sei.

„Wir leben entsprechend dem gesellschaftlichen und demografischen Wandel auch in der Kirche mit permanenten Umstrukturierungen sowie Anpassungen, und versuchen eine optimale Gratwanderung zwischen den Bedürfnissen der Menschen und den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu finden.“ Es sei schwieriger geworden, Menschen für etwas zu begeistern. „Doch das sehe ich nicht negativ. Ich nehme das mit meinen Kollegen zum Ansporn, mit dem was wir haben, das Beste zu bieten und hierzu alle Möglichkeiten und Gestaltungsformen auszuschöpfen.

„Wichtig ist es mir vor allem, bei den Menschen zu sein, ich möchte meinen Glauben mit ihnen teilen. Denn es ist ein Geben und Nehmen im Miteinander. Ich kann von der Gemeinde ganz viel lernen.“

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