Stadtbücherei kann für 2019 wieder mit guten Zahlen aufwarten
Leser belohnen Engagement

Rahden (WB). Unter beide Arme Bücher geklemmt, kommt eine Dame zur Tür hinaus. Ein Radfahrer hat voll bepackte Satteltaschen dabei und drinnen stapeln zwei Familien Bilderbücher und DVDs auf dem Ausleihtresen: ein Nachmittag in der Stadtbücherei.

Mittwoch, 04.03.2020, 16:17 Uhr
Neuerscheinungen sind rasch in den Regalen und auf den Aktionstischen in der Stadtbücherei Rahden zu finden – ein Grund für den Erfolg, sagen Lilli Funk (links) und die Leiterin der Einrichtung, Andrea Meyer. Foto: Friederike Niemeyer

Mit ihren Mitarbeiterinnen Lilli Funk und Liselotte Wolter hat die Leiterin Andrea Meyer alle Hände voll zu tun, den Andrang zu bewältigen. Dass dies kein Ausnahmephänomen ist, belegen die aktuellen Ausleihzahlen.

Satter Aufschwung

1658 Leser hat die Stadtbücherei im Jahr 2019 registriert. Das entspricht rein statistisch etwa zehn Prozent der Einwohner Rahdens. Aber es sind auch etliche Nutzer aus dem niedersächsischen Umland, aus Espelkamp und sogar Lübbecker darunter, sagt Andrea Meyer. Im Vorjahr betrug die Zahl der Leser 1427 – seit der sehr hohen Zahl von 1926 Lesern im Jahr 2015 – damals waren mehr als 400 neu dazugekommen – war es langsam wieder bergab gegangen.

Nun also ein satter Aufschwung mit 247 Neulesern im Jahr 2019 und wenig Abmeldungen. Zurückzuführen ist dies vor allem auf deutlich mehr Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die nun Leseausweise haben. Sie sind als zweit- und drittstärkste Lesergruppe nah an die traditionell führende gekommen: die lesenden Frauen.

Büchereileiterin Andrea Meyer hat dafür vor allem zwei Erklärungen: „Wir arbeiten eng mit den Grundschulen zusammen. Deshalb sind vor allem die Anmeldungen bei den Fünf- und Sechsjährigen gestiegen.“ Und es seien erste Erfolge der Neubürger-Willkommensaktion der Stadt Rahden zu verzeichnen. In den Begrüßungspaketen an die Neugeborenen seien auch Gutscheine für ein Jahr Stadtbücherei enthalten. „Natürlich nutzen dies die Neugeborenen noch nicht. Aber ganze Familien kommen nun, die die Bücherei vorher gar nicht auf dem Schirm hatten“, sagt Meyer.

Guter Ruf

Die Zahl der ausgeliehenen Bücher, Hörbücher oder DVDs ist gegenüber dem Vorjahr von 61.604 zwar leicht auf 59.197 gesunken. Dennoch ist Andrea Meyer stolz, dass die früher gängige Zahl von 40.000 bis 50.000 Ausleihen im Jahr so stabil überboten wird. „Angesichts von nur 14 Öffnungsstunden pro Woche ist das sehr beachtlich“, sagt sie. Viele Aktionen rund ums Buch, dazu ein stets aktualisierter Stand an Medien habe der Rahdener Stadtbücherei einen guten Ruf verschafft. „Unsere langjährigen Nutzer wissen, dass wir gerade bei der Belletristik sehr aktuell sind.“ Diese Aktualität und die sehr persönliche Beratung mache den Erfolg aus, sagt Andrea Meyer.

Auf den ersten Blick will dazu nicht passen, dass der Medienbestand im Jahr 2019 zurückgegangen ist: von 22.068 auf 21.918. „Wir haben großzügig mehr als 1200 Medien aussortiert“, erläutert Andrea Meyer. Dabei geht es nicht nur um zerlesene und beschädigte Exemplare. Einzelne Titel etwa aus dem Sachliteraturbereich, seien auch völlig überholt und nicht mehr aktuell. Dazu kommen Bücher, die nicht mehr gefragt sind und jetzt im Bücherflohmarkt im Foyer auf Liebhaber hoffen. „Der Hype um Grisham ist durch“, nennt die Büchereileiterin ein Beispiel aus der Belletristik. Nur noch die neueren Romane des Autors von Bestsellern wie „Die Akte“ oder „Die Firma“ würden nachgefragt.

1641 Hörbücher

Und an der Nachfrage orientiert sich auch der Medienbestand: 31 Prozent entfällt auf Romane, 30 Prozent auf Jugendbücher, 25 Prozent auf Sachbücher. 7 Prozent der Medien sind Hörbücher, 6 Prozent DVDs und 1 Prozent Zeitschriften. An dieser Verteilung hat sich über die Jahre nur geringfügig etwas verändert mit der etwas größeren Zahl an DVDs und Hörbüchern. Letztere werden übrigens besonders häufig ausgeliehen im Verhältnis zu den vorhandenen Titeln: 1641 Hörbüchern stehen 12.683 Ausleihen gegenüber. Die 1409 DVDs mit vorwiegend Spielfilmen wurden hingegen nur 822 mal ausgeliehen. Wenn das nicht Mut macht: Das vorgelesene Wort findet immer noch sein Publikum.

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