Laienspielschar Preußisch Ströhen legt gelungene Premiere hin – weitere Aufführungen Ein Date mit dem Jenseits

Rahden (WB). Kreativität, Ideenreichtum und Herzblut gepaart mit jeder Menge Humor und guter Laune – das macht das mitreißende Spiel der Preußisch Ströher Laienspielgruppe seit Jahren aus. Auch bei der Auswahl seines neuesten plattdeutschen Bühnenstücks „Kau bi Sünnenünnergang“, das erfolgreich Premiere feierte, bewies das Ensemble viel Fingerspitzengefühl.

Von Anja Schubert
Besuch aus der Zwischenwelt: Otto (Dieter Göbel) und seine Holde Martha (Silke Langhorst) beobachten Tochter Tilda (Saskia Langhorst).
Besuch aus der Zwischenwelt: Otto (Dieter Göbel) und seine Holde Martha (Silke Langhorst) beobachten Tochter Tilda (Saskia Langhorst). Foto: Anja Schubert

Mit dem Dreiakter von Christina Handke hatte sich die Theatertruppe eine Komödie ausgewählt, die heftige, heitere und herzzerreißende Turbulenzen bot.

„In guten wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod euch scheidet.“ Dies ist eigentlich ein Bekenntnis für einen absehbaren Zeitraum. Das gilt jedoch nicht für die bereits verstorbenen Eltern von Tilda (Saskia Langhorst). Seit Tilda als Medium durch die „Kommunikation mit dem Jenseits“ ihr Geld verdient, sind Mutter Martha (Silke Langhorst) und Vater Otto (Dieter Göbel) wieder mit von der Partie.

Um es kurz zu sagen: In Preußisch Ströhen werden Tote wieder lebendig. Da den beiden im Jenseits scheinbar ziemlich langweilig ist, verbringen sie lieber Zeit damit, Tildas Nachbarin Clara (Christin Kammeier) auf die Palme zu bringen oder Tildas Klienten Gerhard und Frau Hoffmann (Mareike Bödeker und Tina Möller) zu verwirren. Ganz nebenbei versuchen sie auch noch ihre Ehekrise und ihre verkorkste Vergangenheit aufzuarbeiten - wäre da nicht diese Geistersperre…

Das Ensemble hatte es wieder einmal verstanden, die einzelnen Charaktere auf den Punkt genau dem Naturell der Darsteller entsprechend zu besetzen. Bravourös meistert es zudem die besondere Herausforderung, sich mit zwei unsichtbaren Personen die Bühne zu teilen. Denn nur für Tilda sind ihre Eltern sichtbar.

Das liebevoll gefertigte Bühnenbild, eine Mischung aus modernem Arbeits- und Wohnzimmer mit dörflichem Charakter verleiht der Handlung einen würdigen Rahmen.

Das siebenköpfige Ensemble um Regisseurin Marion Petersik sowie die helfenden Hände hinter den Kulissen - Hermann Tinnemeyer (Bühnenbau), Tina Möller und Mareike Bödeker (Maske), Mareike Bödeker (Kostüme) sowie Frank Sander (Technik) und Martin Feldmann (Vorhang) ernteten viel Lob.

Bei gemeinsamem Kaffeetrinken verbrachte das Publikum gestern im voll besetzten Saal des Gasthauses Buschendorf heitere Stunden mit Lachmuskeltraining pur und sparte auch nicht mit spontanem Szenenapplaus. Selbiges traf auf die Mitglieder des örtlichen Sozialverbandes zu, die bei der Vorpremiere am Freitagabend mit viel Applaus den Akteuren ihren Auftritt als „bühnenreif“ bescheinigten.

Was hat es mit der Geistersperre auf sich? Erweist sich Hausmeister Kaminski (Timo Buschendorf) als Helfer in der Not? Heißt es Ende gut – alles gut oder liegt zum Finale die in Rauch versinkende Bühne in Schutt und Asche? – Viele Fragen, bei denen man aber auch eines nicht vergessen darf: Was hat das ganze überhaupt mit einer Kuh im Sonnenuntergang zu tun?

Wer auf all das eine Antwort sucht, sollte sich schnell eine Eintrittskarte sichern und von dem heiteren Spiel begeistern lassen. Noch zweimal wird die Komödie unter der Regie von Marion Petersik in dieser Spielsaison zu sehen sein: am Dienstag, 3. März, und Donnerstag, 5. März, jeweils um 19.30 Uhr. Karten sind im Gasthaus Buschendorf erhältlich.

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