E-Auto-Fahrer nutzen aus Kostengründen kaum die Stationen in Rahden
Strom an Ladesäulen zu teuer?

Rahden (WB). Strom für Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen sei einfach zu teuer. Das merkte ein Leser dieser Zeitung zur Berichterstattung über die Parkplatzsituation am Ärztehaus Rahden an. Aufgefallen waren auf einem Foto die E-Autos, die zwar auf den für sie vorbestimmten Parkplätzen stehen, aber nicht an die Ladesäule angeschlossen waren. In einer weiteren Zuschrift wurde bereits von einem der Fahrer angedeutet, dass an den Parkplätzen nicht der Hinweis „Frei nur während der Ladezeit“ angebracht sei. Mithin dürfe man dort mit E-Kennzeichen auch längere Zeit stehen.

Dienstag, 04.02.2020, 06:30 Uhr
Elektro-Autos können in Rahden an verschiedenen Standorten geladen werden. Betreiber der Säulen ist „innogy“. Foto: Michael Nichau

Der Leser aus Hille listet in seinem Hinweis die Ladekosten für E-Autos auf: „Der Strompreis zuhause liegt bei etwa 30 Cent Pro Kilowattstunde. Wenn man keinen Vertrag (knapp 5 Euro im Monat) mit innogy abschließt, bezahlt man an dieser Säule (am Ärztehaus) 39 Cent pro Kilowattstunde (über Cloudbetreiber wie Plugsurfing sogar 46 ct/kWh + 1,1 ct/Min).“ Bei dem E-Golf des Lesers mache dies mit 35 kWh Akku schon 3,15 Euro Mehrkosten pro Ladung aus.

Nutzer finden 8 bis 17 Cent Preisaufschlag „schon krass“

„Bedenkt man, dass Strom für Ladesäulen vergünstig ist und für Endverbraucher bei etwa 22 Cent pro kWh liegt, finde ich das ganz schon happig“, schreibt er. Natürlich würden die Betreiber Anschaffung und Unterhalt mit berechnen. „Aber hier über 8 bis 17 Cent pro kWh aufzuschlagen ist schon krass. Da muss sich niemand wundern, dass dort Fahrzeuge stehen ohne zu Laden solange dies nicht ausdrücklich verboten wird.“

Der Leser verweist auf das Beispiel der Stadtwerke in Minden: „Hier kann man in der Stadt kostenlos laden und parken, allerdings nur wenn man auch lädt. Dies ist hier ausdrücklich beschildert. Dass Verbrenner die E-Auto- Parkplätze blockieren ist leider sehr oft der Fall und wird viel zu wenig kontrolliert.“

„Der nächste Schritt des Rahdener Bürgermeisters sollte also in Richtung bezahlbarer Strom an Ladesäulen auf den Dauerparkplätzen gehen“, merkt der Leser an. Dann würden die E-Auto-Dauerparker auch nicht mehr dort stehen. „Leider wird es vermutlich nur auf das übliche Schild ‚Parken nur während des Ladens‘ als Lösung hinauslaufen. Ist einfacher und schneller“, heißt es.

Die Stadt hat laut Bürgermeister keinen Einflulss auf die Preis

Bürgermeister Dr. Bert Honsel sagte dazu klar: „Die Säulen werden von innogy betrieben. Die Stadt hat keinen Einfluss auf die Kosten der Ladevorgänge.“

Der Energieversorger selbst hat Stellung bezogen: „Die Kilowattstunde Ökostrom an unseren Wechselstromladesäulen kostet 39 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Das Laden wird kilowattstundengenau und nach deutschem Eichrecht abgerechnet. Das Stromladen unterwegs lässt sich nicht mit der Situation zu Hause vergleichen. Es entstehen Kosten für die Infrastruktur, das heißt die Ladesäule selber. Dazu kommen weitere Punkte: An der Ladesäule wird jeder einzelne Ladevorgang voneinander abgegrenzt und separat abgerechnet. Zu Hause nutzt immer der gleiche Kunde den Strom, der einmal im Jahr eine Jahresrechnung erhält. Zu Hause zahlen die Kunden zusätzlich eine monatliche Grundgebühr“, schreibt die „innogy“-Pressestelle.

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