Löschgruppe Varl-Sielhorst hält Rückschau auf ein arbeitsintensives Jahr Gaffer auch auf dem Land ein Problem

Rahden (WB). Mit 44 Einsätzen rückten die Einsatzkräfte der Löschgruppe Varl-Sielhorst neunmal mehr als im Vorjahr aus. Unter den 22 Bränden waren sieben Großbrände, die den Feuerwehrleuten sehr viel abforderten. Als ob Retten, Löschen, Bergen und Schützen nicht genug Herausforderung ist, sind auch in heimischen Gefilden Gafferprobleme nicht mehr von der Hand zu weisen, mit denen Einsatzkräfte und Betroffene zu kämpfen haben.

Von Anja Schubert
Zahlreiche Einsatzkräfte wurden für die Teilnahme an Aus- und Fortbildungen geehrt.
Zahlreiche Einsatzkräfte wurden für die Teilnahme an Aus- und Fortbildungen geehrt. Foto: Anja Schubert

„Man konnte bei den Großbränden feststellen wie niedrig die Hemmschwelle mancher Menschen mittlerweile ist. Die Betroffenen mussten teilweise eine Nachtwache einrichten, um das Betreten des Grundstücks durch Schaulustige zu verhindern“, stellte Thorsten Hodde, Löschgruppenführer der Löschgruppe Varl-Sielhorst verärgert und kopfschüttelnd bei der Jahreshauptversammlung im Feuerwehrdomizil in Kleinendorf am Freitagabend fest. In einem dicht gefüllten Versammlungsraum hielten die Einsatzkräfte, Mitglieder der Ehrenabteilung sowie der Führungsetage der Stadtwehr und weitere Ehrengäste Rückschau auf ein arbeitsreiches Jahr.

Insbesondere die sieben Großbrände gingen an die Substanz. „Vor allem die beiden Großbrände auf landwirtschaftlichen Anwesen in Varl bleiben besonders in Erinnerung. Nicht nur, dass es zum Totalverlust der Gebäude kam, auch sehr viele Schweine fanden in den brennenden Stallungen den Tod“, zog Hodde Bilanz. Auch den Großbrand in Tonnenheide ließ er nicht außen vor. „Hier übernahmen wir die Nachtschicht, um die Kameraden abzulösen, die bereits viele Stunden im Einsatz waren.“

Zudem sei ein Anstieg der Flächenbrände infolge von Hitze und Trockenheit nicht von der Hand zu weisen. „Einige Feuer entwickelten sich zu Großbränden“, so der Löschgruppenführer, der zugleich die Hilfsbereitschaft und gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten herausstellte. „Es gab kaum einen Betrieb, der nicht ein gefülltes Wasserfass und einen Schlepper mit Grubber zu unserer Unterstützung bereitstehen hatte.“ Hinzu kamen 14 Sturmschäden oder Wassereinsätze, vier Brandmeldeanlagen, zwei Ölspureinsätze, einmal Mensch in Notlage sowie eine sonstige Hilfeleistung.

An der Unterstützung des kreisweiten ABC-Zuges des Kreises Minden-Lübbecke beim außergewöhnlichen „Drogeneinsatz“ in Börninghausen waren ausgebildete Einsatzkräfte der Löschgruppe Varl-Sielhorst ebenfalls beteiligt. „Insgesamt wurden 1051 Stunden aufgebracht, 271 Stunden mehr als im Vorjahr.“

Ebenso wie Wehrführer Mark Ruhnau dankte Hodde seiner engagierten Mannschaft und allen, die dazu beigetragen hätten, dass die Löschgruppe hervorragend funktioniere. Mit der Übergabe des neuen Fahrzeuges im November sowie der „Asylgewährung“ für ein Wechselladerfahrzeug, das ebenso wie ein in Kürze erwarteter Gerätewagen Logistik im Kleinendorfer Domizil bis zur Fertigstellung der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Hille Unterschlupf findet, vergaß Hodde nicht, die angenehmen und schönen Seiten der Feuerwehrarbeit herauszustellen, die zeigen, dass auf Stadt- und auf Kreisebene viel Wert auf einen modernen zeitgemäßen Fuhrpark gelegt wird.

Lehrgänge und Dienste

„Es wurden wieder viele Stunden in Lehrgänge und Übungsdienste investiert, allein auf die Lehrgänge entfielen 525 Stunden“; resümierte Hodde. Einige Kameraden absolvierten qualifizierende Basis- und Aufbaulehrgänge auf Stadt- und Kreisebene sowie am Institut der Feuerwehr (IdF) in Münster: Jasmin und Ralf Wüstendörfer (beide Truppmann I), Bastian Müller, Marcel Rohlfing (beide Atemschutzgeräteträger), Jasmin und Ralf Wüstendörfer , Sebastian Hilfer und Berislav Zuparic (alle Sprechfunker), Steffen Schlüter und Sven Reinking (beide Absturzsicherung), Rafael Kolkhorst (Truppführer), Daniel Telkemeyer (ABC-Einsatz), Marcel Menzel (F III-Vorbereitung), Andre Aßling (Ausbilderseminar am IdF). Hinzu kamen zusätzlich 1003 Stunden für die Übungsdienste sowie viele weitere Stunden für Sonderdienste wie Anpflanzen und Wässern de Grünflächen am Gerätehaus, Vorbereitung der Fahrzeugübergabe, Brandschutzerziehung und Ausbildertätigkeiten, aber auch Engagement in den Dorfgemeinschaften wie die Unterstützung der Schützenvereine.

Auch in 2020 stehen wieder zahlreiche Aufgaben auf dem Plan. „Besonders die Ausbildung wird mit 22 Lehrgangsplätzen auf Stadt- und Kreisebene sowie dem Besuch zweier F III-Führungslehrgänge in Münster durch Marcel Menzel und Daniel Telkemeyer zur zukünftigen Verstärkung unserer Führungsmannschaft einen hohen Stellenwert einnehmen“, stellte Hodde freudig und anerkennend heraus.

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