„Wehe aktiv“ und Kameradschaft wollen Ehrenmal umgestalten
„Steinerne Zeugen erhalten“

Rahden (WB). „Wir wollen die alten Grabsteine erhalten und auf diesem Wege vielleicht auch ein neues Konzept für die Gedenkstätte im hinteren Teil des Weher Friedhofes erstellen“, sagt Ortsvorsteher Heinz Grundmann. Die Rede ist von mehr als 50 Jahre alten Gedenksteinen, die in der Regel – nach Ablauf der Grabnutzungsdauer – entfernt und beseitigt werden.

Freitag, 03.01.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 05:02 Uhr
Wollen das Ehrenmal auf dem Friedhof umgestalten und historische Grabsteine in das Konzept integrieren (von links); Manfred Helweg (Wehe aktiv), Sven Reimers, Ortsvorsteher Heinz Grundmann und Arbeitskreis-Vorsitzenderc Helmut Klasing. Foto: Michael Nichau

Die Idee zum Erhalt der Steine entstand im Zusammenspiel von „Wehe aktiv“ mit der Kameradschaft ehemaliger Soldaten sowie der Weher „Arbeitsgruppe Friedhof“ mit deren Vorsitzenden Helmut Klasing. „Ziel ist zunächst einmal, die alten Steine, die auf im Krieg gefallene Soldaten hinweisen, zu erhalten und zu bewahren“, erläuterte Sven Reimers, Vorsitzender der Kameradschaft.

Diese Grabsteine befinden sich derzeit aber noch auf den noch nicht eingeebneten Familiengräbern. Es bleibe also noch ein wenig Zeit, um mit den letzten Angehörigen der auf den Steinen verzeichneten Personen zu sprechen, um die steinernen „Zeitzeugen“ zu erhalten. Immerhin hätten diese schon einige Jahre „auf dem Buckel“.

„Grundidee war zunächst, nur die Steine der Gefallenen zu nehmen und diese in die Neugestaltung des Kriegerdenkmals mit einzubeziehen. Das muss aber nicht so sein. Wir könnten ja auch weitere ältere Grabsteine, die sonst vernichtet würden, in geeigneter Weise erhalten“, regt Manfred Helweg an.

„Wir Weher haben schon so viel auf diesem Friedhof erreicht, etwa die Allee neu gestaltet, neu gepflastert und auch den Eingang zum Friedhof erneuert“, meint Ortsvorsteher Heinz Grundmann nicht ohne Stolz auf „seine Bürger“. Da werde man dieses Projekt vielleicht auch anstoßen können.

Immerhin: Wehe aktiv hat beim Bündnis Ländlicher Raum bereits Fördermittel beantragt und auch Planungsmittel in Höhe von zunächst 2000 Euro erhalten. „Wir wollen jetzt einen Planer beauftragen, ein Konzept für die Erneuerung der Gedenkstätte zu erstellen. Darin soll auch der Platz für die alten Grabsteine vorgesehen werden“, erläutert Sven Reimers.

Wie genau das aussehen werde, sei noch nicht klar, denn einerseits wollen die Organisatoren eine möglichst pflegeleichte Ausführung mit liegenden Steinen. Andererseits sei durchaus vorstellbar, diese doch wieder aufrecht – etwa zwischen den das Denkmal umgebenden Bäumen – aufzustellen. „Wie genau das aussehen wird, wissen wir auch noch nicht. Die Maßnahme soll aber dann auch noch im Jahr 2020 ungesetzt werden“, verrät Reimers.

Es gehe der Kameradschaft, wie auch Wehe aktiv nicht darum irgendwelche Heldenverehrung zu betreiben. „Hier im Ort gibt es allerdings Familien, deren Schicksale durch die Grabsteine dokumentiert werden“, sagt Manfred Helweg. So hätten manche Familien bis zu vier Angehörige im Krieg verloren. „Das sollte Gedenken und Mahnung sein“, ergänzte Heinz Grundmann beim Rundgang über den Friedhof.

Die vorgeschlagene Aktion könne auch dazu beitragen, innerhalb der Umgestaltung des Friedhofes zu dessen Erhalt beizutragen, meinten die Initiatoren einhellig.

„Wir wollen erst einmal klein anfangen. Das müssen zunächst gar nicht so viele Steine sein“, sagte Grundmann. Vor allem auch die Bepflanzung des Ehrenmals habe unter den zwei extrem trockenen Sommern gelitten und müsse dringend ersetzt werden, erläuterte Reimers.

Im Vordergrund der Bemühungen müssten jetzt Gespräche mit den Angehörigen stehen. „Wir können ja nicht ohne Einwilligung einfach Steine von den Gräbern entfernen und umsetzen“, sagte Grundmann. Man habe aber bereits erste, Bürger angesprochen und diese hätten sich sehr angetan von der Idee gezeigt, die Grabsteine als Zeitzeugen für die Nachwelt zu erhalten.

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