Kolbus: Politik wünscht sich sicheren Standort in Rahden Hoffen für die Mitarbeiter

Rahden (WB). Auf die Nachricht, dass Kolbus in Rahden 75 Mitarbeiter entlassen wird, hat es jetzt erste Reaktionen aus der Politik, Verwaltung und Gewerkschaft/IG-Metall gegeben.

Von Michael Nichau
75 Arbeitsplätze sollen bei Kolbus in Rahden wegfallen. Die Politik ist in Sorge um den Wirtschaftsstandort.
75 Arbeitsplätze sollen bei Kolbus in Rahden wegfallen. Die Politik ist in Sorge um den Wirtschaftsstandort. Foto: Nichau

Bürgermeister Bert Honsel : »Ich bedauere die Entscheidung zutiefst und bin bei den Familien, deren Angehörige von den Kündigungen betroffen sind. Aber ich gehe auch davon aus, dass sich das Rahdener Traditionsunternehmen diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Ich hoffe, dass das die Firma sich in Zukunft konsolidieren wird und es zu keinen weiteren Entlassungen kommt.«

Gewerkschaftssekretär Andreas Bilz : »Die Freistellungen erfolgen wohl in fast allen Abteilungen bei Kolbus. Die Entscheidungen fallen nach Sozialkriterien. Es geht dem Unternehmen in erster Linie darum, Kosten zu sparen. Die Chancen für die entlassenen Mitarbeiter schätze ich derzeit noch gut ein. Je nach Qualifikation werden Fachkräfte in der ländlichen Region um Rahden benötigt. Psychologisch werden die Arbeitgeber aber eher vorsichtig mit Neueinstellungen umgehen. Vor allem in der Auto-Zuliefererindustrie ist man angesichts der Entwicklung hin zu alternativen Autos sehr zurückhaltend.«

Guido Peitsmeier , Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses der Stadt Rahden: »Dies ist keine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Rahden. Wir hatten gehofft, dass die beabsichtigte Neuorientierung von Kolbus ohne Stellenabbau funktionieren würde. Das scheint sich leider nicht bewahrheitet zu haben. Gut ist, dass der Stellenabbau nach sozialen Gesichtspunkten vorgenommen wird. Es bleibt zu hoffen, dass damit die Firma Kolbus wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren kann und der Standort so gesichert bleibt.«

Markus Eitner , Betriebsratsvorsitzender bei Kolbus: »Ich bitte um Verständnis, dass wir während der Verhandlungen über die Kündigungen keine Stellungnahmen abgeben. Es ist ein ergebnisoffener Prozess, der allerdings auch seine Zeit braucht. Man kann noch nicht vorhersagen, wie lange das dauern wird. Gerüchte, dass weitere Stellen in Gefahr seien, kann ich nicht bestätigen. Es gilt die Zahl von 75, die bei der Betriebsversammlung genannt wurde.«

CDU-Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann : »Das Beispiel zeigt, wie wichtig Wirtschaftsförderung für eine Kommune ist. Die Politik vor Ort muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Die Landespolitik hat das durch die niedrigen Gewerbesteuerhebesätze getan. In die Entscheidungen von Unternehmen können wir uns aber nicht einmischen.

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