Rundgang mit Bürgern sammelt Ideen, um Rahden sicherer für Fußgänger zu machen
Bereich am Ärztehaus ist Knackpunkt

Rahden (WB). Wie gut ist die Rahdener Innenstadt für Fußgänger geeignet? Mit dieser Frage haben sich Rahdener Bürger bei dem ersten Rundgang innerhalb der Aktion »Fußverkehrs-Check NRW« beschäftigt. Angesteuert wurden – natürlich zu Fuß – mehrere neuralgische Punkte in der Stadt.

Montag, 04.11.2019, 08:00 Uhr
Rundgang mit Bürgern und Experten: Hier wird die Situation am neuen Rahdener Ärztehaus erörtert. Foto: Michael Nichau

Begleitet wurden die Bürger von Mitgliedern der Stadtverwaltung Rahden und Mitarbeitern der »Planersocietät«, die die Veranstaltungen moderiert und begleitet. Begonnen hatte der Check mit einer Auftaktveranstaltung vor einigen Wochen. Es folgen noch eine Begehung am Schulzentrum (am Dienstag) und eine Abschlussveranstaltung, auf der Bilanz gezogen werden soll.

Von den Veranstaltungen erhoffen sich Stadt und Politik Anregungen zur Verbesserung der Situation der Fußgänger in Rahden. Und diese Vorschläge kamen bei der Begehung auch zu Hauf von den Bürgern, die den Rundgang mitgemacht haben. Selbst mit Rollatoren und Rollstühlen waren Teilnehmer dabei, auf die besonderes Augenmerk gelegt wurde.

Langstock (für Sehbehinderte

Moderiert wurde der Rundgang von Inga Wolf, die einen Ablaufplan mit mehreren Stationen vorstellte und an diesen Punkten auf die besonderen Bedingungen für Fußgänger hinwies. Das erfolgte etwa auch dadurch, dass sie einen so genannten Langstock (für Sehbehinderte) in die Hand bekamen und diesen testen konnten.

Aber auch Brillen, die Augenkrankheiten simulieren sollten, wurden leihweise an die Bürger ausgegeben. So konnte etwa Bürgermeister Bert Honsel eine Brille testen, die seine Sehschärfe auf zehn Prozent des Normalwertes reduzierte.

Während des Rundgangs wurden die Anregungen der Bürger und auch der vertretenen Lokalpolitiker protokolliert. Mit dabei waren Polizeibeamte aus Rahden und Minden, die fachlichen Rat geben konnten, aber auch ganz einfach nur Gäste der Veranstaltung waren.

Bemängelt wurde etwa der Zugang zum Parkplatz der Grundschule. Dort sei die Steigung für Rollstuhlfahrer zu stark. Auch wurde angeregt, den Fußweg entlang der Grundschule bei einer Neuplanung der Kirchringbebauung entsprechend als Achse zu integrieren. Auffällig waren einige Poller, die natürlich verhindern, dass Autos den Fußweg benutzen. Sie könnten aber in Einzelfällen hinderlich für Rollstuhl- und Rollatorennutzer sein. Hier müsse im Einzelfall geprüft werden.

Zebrastreifen am Krankenhaus ist Umweg

Auffällig war, dass Rahden bereits Teile der so genannten »Umlaufsperren« entfernt hat, etwa am Verbindungsweg Lange Straße/Schulstraße. Diese Hindernisse waren bereits bei einem vorhergehenden Rundgang aufgefallen.

Auch die Verkehrssituation rund um das Ärztehaus wurde unter die Lupe genommen. Immer wieder wird für diesen Bereich eine weitere Querungshilfe gefordert. Inzwischen ist ein Zebrastreifen am Krankenhaus eingerichtet. Der allerdings bietet für Fußgänger einen deutlichen Umweg. Die Moderatorin machte aber auch deutlich, dass solche Querungshilfen nicht an Einfahrten, nicht an Parkplätzen und kaum in Tempo-30-Zonen eingerichtet würden. All dies treffe zum Teil auf diesen Bereich zu. Zudem werde auch an Rettungswachen, wo RTW mit Blaulicht fahren (wie an dieser Stelle), eigentlich auf Zebrastreifen verzichtet.

Immer wieder wurde beim Rundgang deutlich, dass besonders für Menschen mit Handicap gewisse Schwierigkeiten in Rahden vorhanden sind. Oft könne man dies mit geringen Mitteln beseitigen oder verbessern. Vielfach seien diese aber auch durch Höhenunterschiede bedingt, die man nicht ohne weiteres abschaffen könne.

Kreisverkehr ist wünschenswert

Natürlich kam auch wieder das Thema Kreisverkehr am Ärztehaus auf. Zur Verwirklichung müsste dort aber ein Teil des Parkplatzes weichen und Stellplätze wegfallen. Für manche der Teilnehmer erschien dies allerdings als eine Option, um den Bereich sicherer zu machen, zumal ein Kreisverkehr dann von mehreren Zebrastreifen gesäumt würde.

Es können hier nicht alle Ergebnisse aufgezählt werden. Diese werden bei der Abschlussveranstaltung von der »Planersocietät« zusammengefasst und der Öffentlichkeit neu präsentiert.

Rahden ist übrigens eine von zehn Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die eine 100-prozentige Förderung des Fußverkehrs-Checks erhalten haben. Der Stadt entstehen so keine Kosten. Der Steuerzahler kommt aber dennoch dafür auf.

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