Rahden gewinnt Wettbewerb – Siegerehrung im Verkehrsministerium Einsatz für die Fußgänger

Rahden (WB/bös). Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt, und trotzdem kommt das Gehen in der Verkehrsplanung oft zu kurz. In Rahden soll sich das jetzt ändern: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen Fußverkehrs-Check hat die Stadt den Zuschlag erhalten.

Christian Benker (von links) und Dieter Drunagel (Stadt Rahden) haben von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Daniela Niestroy-Althaus (»Zukunftsnetz Mobilität NRW«) Urkunde bei der Preisverleihung bekommen.
Christian Benker (von links) und Dieter Drunagel (Stadt Rahden) haben von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Daniela Niestroy-Althaus (»Zukunftsnetz Mobilität NRW«) Urkunde bei der Preisverleihung bekommen. Foto: Verkehrsministerium NRW

In Düsseldorf verlieh Landesverkehrsminister Hendrik Wüst Fachbereichsleiter Dieter Drunagel und seinem Kollegen Christian Benker stellvertretend für Rahden die Gewinner-Urkunde. »Nachhaltige Mobilitätsangebote sind bei uns ein wichtiges Thema«, sagte Dieter Drunagel bei der Urkundenverleihung. »Dabei vergisst man aber oft, dass unsere natürlichste und einfachste Fortbewegung zu Fuß ist. Dass wir ausgewählt wurden, bestärkt uns, dass wir bei unserer Planung die richtige Richtung einschlagen.«

Kernstück Begehungen

Fußverkehrs-Checks sind ein Angebot des »Zukunftsnetz Mobilität NRW«, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung, in dem Rahden seit 2018 auch Mitglied ist. Ann-Kathrin Koch, zuständig für Fußverkehrsberatung bei der Koordinierungsstelle Ostwestfalen-Lippe des »Zukunftsnetzes Mobilität NRW«, erläutert das praktische Prinzip: »Die Methode enthält mehrere Bausteine. Begehungen sind das Kernstück – vor Ort haben Teilnehmer die Gelegenheit, Probleme und Sichtweisen auszutauschen und neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren.« Durch den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und den Bürgerinnen und Bürgern könne so auch die Beteiligungskultur gestärkt werden.

Fachbüro berät

Um einen professionellen und zielführenden Ablauf zu gewährleisten, begleitet und moderiert ein Fachbüro den Prozess und wertet die Ergebnisse aus, damit die Verwaltung von Rahden darauf bei Bedarf mit konkreten Maßnahmen aufbauen kann. Für die Gewinner des Wettbewerbs ist der gesamte Check kostenlos, er wird vom Land NRW gefördert.

Konkrete Pläne in Rahden

Für Rahden gibt es schon konkrete Pläne. »Wir wollen die Barrierefreiheit im Stadtzentrum weiter verbessern. Auch soll die Bedeutung der Innenstadt als sozialer Mittelpunkt durch die Stärkung des Fußverkehrs ausgebaut werden. Durch eine qualitative Verbesserung des Fußverkehrs erhöht sich schließlich die Attraktivität der Innenstadt. Dies stärkt auch den Einzelhandel«, sagt Bürgermeister Bert Honsel. »Durch den professionellen Check und die Begleitung durch ein Fachbüro bekommen wir die Chance, in die Fußverkehrsförderung einzusteigen und gleichzeitig die Bürgerbeteiligung voranzutreiben.«

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst lobte die Pläne der Gewinnerkommunen: »Mit Fußverkehrs-Checks können die Kommunen ihre Gehwege sicherer und attraktiver machen«, sagte Minister Hendrik Wüst bei der Urkundenverleihung. »Das erhöht die Aufenthalts- und Lebensqualität. Fußverkehr stärkt außerdem die Gesundheit und trägt zur Reduktion der lokalen Lärm-, CO2- und Schadstoffbelastung bei.« 25 Kommunen hatten sich beworben, zehn bekamen den Zuschlag.

»Zukunftsnetz Mobilität«

Das »Zukunftsnetz Mobilität NRW« ist ein Netzwerk, das Kommunen berät und dabei unterstützt, mithilfe eines kommunalen Mobilitätsmanagements Mobilitätskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Das Ziel: attraktive und nachhaltige Mobilitätsangebote für Kommunen und eine verlässliche Anbindung der ländlichen Räume an die Städte zu schaffen. Das Zukunftsnetz wird gefördert vom Ministerium für Verkehr und der Unfallkasse NRW. Die Koordinierungsstelle OWL ist auch angesiedelt bei der Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft.

Ein KOMMENTAR von Elke Bösch

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn Fußgänger haben es so leicht nicht in Rahden. Schließlich hat vermutlich jeder Besucher der Innenstadt schon auf dem Bürgersteig einen Fastcrash mit einem Radler erlebt. Hier sinnvolle Abhilfe zu schaffen, dabei kann fachkundiger Rat nur Recht sein. Ein weiterer Knackpunkt sind auch die Fußgängerquerungen. Nicht selten nehmen hier die Autofahrer wenig Rücksicht, fahren zum Teil sehr schnell an die »Zebrastreifen« heran. Und ganz besonders dürften es Gehbehinderte, besonders diejenigen, die mit Rollator oder im Rollstuhl unterwegs sind freuen. Schon einmal, zwei, drei Jahre ist das wohl her, unternahm die CDU Rahden einen Rundgang mit Betroffenen, um sich deren Sorgen und Wünsche für mehr Barrierefreiheit anzuhören. Was passierte? – Von einer doppelten Durchfahrtsperre wurde eine Hälfe entfernt, damit dort auch Rollatoren und Rollstühle passieren konnten. Das war es dann aber auch, leider. Bleibt zu hoffen, dass jetzt – mit den Experten an der Seite – auf jeden Fall auch mehr Barrierefreiheit geschaffen wird.

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