Schüler der Klasse 5b des Gymnasiums stellen in der Kirche aus
Rettungsflöße erzählen viel

Rahden (WB/ni). »Abenteuer, Aufbruch, Ankunft – 29 Flöße erzählen Geschichten«, so heißt eine Ausstellung in der St. Johannis-Kirche Rahden. Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b des Gymnasiums Rahden haben sie am Montag in der »Offenen Kirche« aufgebaut.

Dienstag, 09.07.2019, 02:00 Uhr
In der St. Johannis-Kirche in Rahden stellen den jungen Schüler die Ergebnisse ihres Kunstprojektes aus. Foto: Michael Nichau

Gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Julia Rodefeld haben sie am Thema gearbeitet. Zugrunde lag die Betrachtung des Historiengemäldes »Das Floß der Medusa« (1819) von Théodore Géricault.

Gouverneur wurde bevorzugt

Die Medusa war ein französisches Regattaschiff unterwegs gen Senegal. An Bord befanden sich der zukünftige Gouverneur, seine Familie und Dienerschaft, Beamte, Handwerker und Soldaten sowie ein Arzt, Offiziere und ein Ingenieur. Der Kapitän, seit 25 Jahren nicht mehr zur See gefahren, steuerte das Schiff auf eine Sandbank. Zu Wasser gelassene Rettungsboote wurden unter Nutzung ihrer ganzen Kapazität nur vom Gouverneur und seiner Anhängerschaft besetzt.

Schüler sehen Parallelen

»Das ist ja wie bei der Titanic«, raunte es durch den Kunstraum. Auch der Kapitän verließ sofort das gestrandete Schiff. Empörte Zwischenrufe: »Das darf der gar nicht, das ist gegen die Ehre!« Zurück blieben ohne Nahrung und Trinkwasservorräte 150 Soldaten, ihre Offiziere, der Arzt und der Ingenieur, der Anweisungen gab, wie man aus den Planken und Tauen des gestrandeten Schiffs ein möglichst großes, tragfähiges Floß bauen könne.

Und hier kommen die Schülerinnen und Schüler ins Spiel:

Aufgabe war, Flöße zu konstruieren

Sie wurden zu kreativen und recherchierenden Schiffsingenieuren, indem sie aus dem, was sie fanden, Rettungsflöße zu einem berühmten Schiff gebaut haben. In kleinen Vorträgen schilderten sie ihren Mitschülern ihre Geschichten, die mit Aufmerksamkeit verfolgt wurden, besonders, wenn beispielsweise erzählt wurde, dass der Kapitän der »Costa Concordia« sein vorzeitiges Verlassen des Schiffs damit begründete, angeblich ins Rettungsboot gefallen zu sein.

Vielfältige Materialien benutzt

Entstanden sind aus Ästen, Schnürsenkeln, farbigen Fäden und Haushaltsbändern 29 Rettungsflöße namhafter Kreuzfahrtschiffe, Luxusliner und Fähren, aber auch Flöße zu überfüllten Flüchtlingsschiffen. Sie sind symbolisch bestückt mit Schmuckstücken, Freundschaftsbändern sowie liebevoll ausgestatteten Details und erzählen von abenteuerlustigen oder entspannten Floßfahrten sowie der Hoffnung auf eine glückliche Ankunft am sicheren, fernen Ufer.

Tolle Ergebnisse sind in der Kirche zu sehen

Hoch erfreut zeigte sich Pfarrer Udo Schulte vom Aufbau der kleinen Ausstellung. Dabei wurden die Flöße im Kirchenschiff auf einem blauen (Papier-) Fluss aufgereiht und mit kleinen Beschreibungen versehen. »Das ist wie ein Fluss durch unsere Kirche«, freute sich Schulte und auch Kunstlehrerein Julia Rodefeld war zufrieden mit der Ausstellung. Zwei Monate hätten die Schülerinnen und Schüler an den Modfellen gebaut. Die Ausstellung soll bis zum Ende der Sommerferien in der Kirche zu sehen sein. Danach wollen die Schüler ihre Werke mit nach Hause nehmen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6761529?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516046%2F
Corona-Regeln: Verschärfte Beschlüsse treten in Kraft
Restaurants bleiben geschlossen.
Nachrichten-Ticker