129. Teil der Serie »Blick zurück – Rahden damals«
Beginn der Reisezeit – Beginn der Ansichtskarten

Rahden (WB). Auf interessante Dokumente ist Rahdens Stadtheimatpfleger Claus-Dieter Brüning gestoßen. Im Stadtarchiv hat er Aufzeichnungen und Bilder gefunden. Dieses Mal geht es um die Geschichte von Ansichtskarten aus der Stadt Rahden. Claus-Dieter Brüning schreibt:

Sonntag, 09.06.2019, 09:38 Uhr aktualisiert: 09.06.2019, 09:40 Uhr

»Kurz vor Beginn der Urlaubszeit gerieten mir kürzlich zwei Sammelalben mit Ansichtskarten aus der Zeit von 1960 bis 1976 in die Hände. Also aus einer Zeit, als es einfach dazugehörte, dass man den Lieben daheim eine Bildpostkarte aus dem Urlaub oder aus der Jugendherberge zukommen zu lassen. Auch von den Schulausflügen brachte man in der Regel in paar Karten mit, da es günstiger und einfacher war, als gleich einen ganzen »36-er Film« entwickeln zu lassen.

Die Molkerei in Rahden um das Jahr 1910.

Die Molkerei in Rahden um das Jahr 1910. Foto: Brüning

In Zeiten von Instagram, Facebook oder Whats-App setzt man sich heute kaum noch auf den Balkon der Ferienwohnung und schreibt eine Reihe von Postkarten an Freunde oder Verwandte. Ein Selfie versehen mit einer Botschaft auf dem »Mäuseklavier« und fertig ist das »Ersatzpaket«.

Ansichtskarten früher mehr als beliebt

Früher gaben eine ganze Reihe von Rahdener Firmen eigene Ansichtskarten heraus. Im Stadtarchiv findet man eine Vielzahl von alten Postkarten aus den Häusern, Wehrkamp, Tielbürger, Kosynowsky, Ziegenberg und Schierbaum.

Heute erhält man nur noch in einem Rahdener Geschäft Ansichtskarten mit Rahdener Motiven.

Ansicht vom Kirchplatz Richtung »Kortenfritz« und zur Heide auf einer Ansichtskarte.

Ansicht vom Kirchplatz Richtung »Kortenfritz« und zur Heide auf einer Ansichtskarte. Foto: Brüning

Offiziell eingeführt wurden die »Correspondenzkarten« am 1. Juli 1870 im Norddeutsche Postgebiet. In Rahden tauchen die ersten Postkarten so um 1900 auf. Teilweise waren die Karten noch per Hand gezeichnet oder wurden vor dem Drucken dann später koloriert. Es war üblich, dass man die Karten auch auf der Bildseite beschrieb, da die andere Seite zunächst nur der Adresse vorbehalten war.

Fast jeder Ortsteil hatte eine eigene Karte

Von fast jedem Ortsteil wurden seinerzeit Ansichtskarten angefertigt. Manchmal sind die alten Ortsteile, wie hier Langenhorst, nur noch den Einheimischen bekannt. Sehr gut erhalten war auch eine Karte aus dem Jahr 1960, welche das Zentralhotel Braun vom alten Kirchplatz aus zeigt. Damals konnte man noch locker auf der Straße flanieren, obwohl die B 239 bis 1969 mitten durch Rahden führte.

Auch die kleinen Orte waren mit eigenen Karten vertreten. Hier eine Ansichtskarte aus Barl-Langenhorst.

Auch die kleinen Orte waren mit eigenen Karten vertreten. Hier eine Ansichtskarte aus Barl-Langenhorst. Foto: Brüning

Dem Künstler Heino Jacobsen wurden von Edith und Horst Freese zahlreiche Repros von alten Fotos auch von diesen alten Ansichtskarten zur Gestaltung der Telekom-Kästen zur Verfügung gestellt, so dass etliche dieser schönen Motive der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und so eine Art Renaissance haben. Vielleicht gibt es sie ja einmal auch als neue Postkartenmotive.

Brauchtum wieder aufleben lassen

Geblieben ist aber dennoch, dass sich die meisten Daheimgebliebenen immer noch über handgeschriebene Urlaubsgrüße erfreuen und sich sogar dafür bedanken.

Lassen wir dieses Brauchtum, doch im Sommerurlaub mal wieder aufleben, auch wenn die Karten manchmal erst ankommen, wenn man längst wieder daheim ist. Es ist ja fast schon so, als hätte man das Handschriftliche fast verlernt.

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