Investorengemeinschaft BHL GbR zieht sich zurück – neue Interessenten gesucht
Rahdener Innenstadtprojekt: Absage per Telefon

Rahden (WB). Dass im Geschäft »Max und Moritz« an der Langen Straße 4 jemand etwas gekauft hat, ist schon mehr als zehn Jahre her. 2016 haben Investoren der BHL GbR das Gebäude sowie das Nachbarhaus (Lange Straße 6) gekauft, um dort neu zu bauen. Jetzt verkündeten die Investoren per Telefon ihren Rückzug.

Montag, 03.06.2019, 18:09 Uhr
Die Jahre des Ruhestands sind an der Häuserfront vom Kirchplatz aus gut zu sehen. 2016 hat die Investorengemeinschaft BHL GbR die vorderen beiden Gebäude gekauft, um sie abzureißen und ein großen Bekleidungsgeschäft an Ort und Stelle zu bauen. Dieser Plan scheint jetzt nicht mehr verfolgt zu werden. Foto: Louis Ruthe

»In den frühen Morgenstunden ist ein Anruf bei Dieter Drunagel, unserem Bauamtsleiter, eingegangen«, sagt Bürgermeister Bert Honsel. In dem Gespräch habe der Architekt der Investoren verkündet, dass sich die Gemeinschaft vom Innenstadtprojekt zurückziehen würde. »Für mich ist das eine finale Entscheidung der Investoren. Wir als Stadt werden nun zwischen den Besitzern – der Investorengruppe und einer Privatperson – und neuen Interessenten vermitteln«, sagt Honsel.

Das Fachwerkhaus »Henke« an der Lange Straße 8 ist das markanteste Gebäude der drei Häuser.

Das Fachwerkhaus »Henke« an der Lange Straße 8 ist das markanteste Gebäude der drei Häuser. Foto: Louis Ruthe

Als Stadt werden man aktiv potenzielle und potente Investoren ansprechen. »Es gilt einen weiteren Leerstand der Gebäude zu vermeiden«, sagt Bert Honsel. Seit mehr als zehn Jahren steht das ehemalige Spielwaren- und Kinderbekleidungsgeschäft »Max und Moritz« leer. Seit etwas weniger Jahren das Henke-Fachwerkhaus – welches als einziges der drei Gebäude entlang des Kirchplatzes nicht von den Investoren gekauft wurde.

Seit etwa anderthalb Jahren würden die Gespräche zwischen der Denkmalschutzbehörde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), der Stadt und den Investoren laufen. »Der Wunsch der Investoren ist ein Abriss der Gebäude«, sagt Bert Honsel. Doch schon beim Kauf der Häuser sei es bekannt gewesen, dass die Gebäude unter Denkmalschutz stehen und ein Abriss schwierig werden würde. In den Gesprächen, so der Bürgermeister, habe man in den Jahren aber viele Kompromisse zwischen Denkmalschützern und Investoren erreichen können. Bert Honsel ist sich sicher: »Wir waren noch nicht am Ende des Prozesses.«

Denkmalschutz ein Problem?

Grundvoraussetzung für eine Begutachtung der Gebäude durch Mitarbeiter des LWL ist, dass die Gebäude leer stehen. Das ist an der Langen Straße 4 und 6 nicht der Fall, weshalb eine endgültige Untersuchung der Häuser unter dem Aspekt des Denkmalschutzes bis heute nicht stattgefunden hat.

»In der Langen Straße 4 wohnt derzeit noch eine Familie«, sagt Honsel. Im Nachbargebäude sei weiterhin die Textilreinigung ansässig. »Als Stadt haben wir uns bemüht, für die Familie eine neue gleichwertige Wohnung zu suchen. Diese haben wir auch vor kurzem an der Wellerstraße gefunden, da wir dort als Stadt ein Grundstück erworben haben«, berichtet der Bürgermeister. Die Textilreinigung, so sei es dem Bürgermeister von den Investoren zugetragen worden, sollte in die neu sanierten Altstadtstuben umziehen.

Sanierung nicht viel teurer

»Erste Berechnungen haben ergeben, dass eine Bestandssanierung – mit Fördermitteln und Steuerbegünstigungen eingerechnet – etwa so viel gekostet hätten wie Neubauten«, berichtet Bert Honsel. Einen Unterschied würde es letztlich bei den Betriebskosten der Gebäude geben. »Die Investoren haben einen wirtschaftlichen Betrieb der Gebäude nicht gewährleistet gesehen«, sagte der Bürgermeister.

Einer der Investoren kritisierte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass dem Steuerzahler mit dem vom Denkmalschutz geforderten Erhalt von Fachwerksubstanz hohe Kosten aufgebürdet worden wären.

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