Stadtrat befasst sich nach CDU-Antrag mit Insektensterben
Rahden bald bienen- und insektenfreundlicher?

Rahden (WB). Wie wird eine ganze Stadt insektenfreundlich? Mit dieser Frage hat sich der Rahdener Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung befasst – auf Antrag der CDU-Fraktion.

Samstag, 04.05.2019, 03:00 Uhr
Blühstreifen und Ausgleichspflanzungen sowie die Prüfung, ob in neuen Baugebieten Einfluss auf die Gestaltung der Vorgärten genommen werden kann, ist in der jüngsten Sitzung des Rahdener Stadtrates thematisiert worden. Parteiübergreifend herrscht Einigkeit, dem Insektensterben lokal etwas entgegen zu setzen.

In diesem Antrag wird gefragt, was auf lokaler Ebene möglich ist, um dem fortschreitenden Insektensterben in der Region zu begegnen. Vorgeschlagen werden dort Blühstreifen und Ausgleichspflanzungen sowie die Prüfung, ob in neuen Baugebieten Einfluss auf die Gestaltung der Vorgärten genommen werden kann.

Auch solle erörtert werden inwieweit die Stadt Haus- und Garteneigentümern Saat- und Pflanzgut finanzieren oder subventionieren könnte, erläuterte Guido Peitsmeier für die Christdemokraten.

Anfang für den Artenschutz

Dorothee Brand (SPD) unterstützte den Antrag der CDU, doch meinte sie »Artenschutz muss darüber hinaus gehen. Die Verwaltung sollte ein Konzept für die eigenen Flächen erstellen, was wir schon 2018 beschlossen hatten. Doch bin ich auch der Meinung, dass jeder Bürger seinen Beitrag dazu leisten kann, Gärten insektenfreundlich zu gestalten.«

Brand regte an, einen Arbeitskreis zu gründen, der Vorschläge erarbeiten soll, um erste Ergebnisse für eine »insektenfreundliche Kommune« zu erzielen.

Weitere Schritte gefordert

Friedrich Schepsmeier (SPD): »Das haben wir doch schon alles in der Vergangenheit angeregt. Es ist gut, dass die CDU das jetzt aufgenommen hat, doch von einer ›insektenfreundlichen Kommune‹ sind wir noch weit entfernt. Dazu sind noch andere Maßnahmen erforderlich, etwa die Vernetzung der Biotope und Förderung des Anteils der ökologischen Landwirtschaft im gesamten Gebiet der Stadt.«

Hobbyimker Schepsmeier regte zudem an, anstelle von Mais entsprechende Blumenwiesen zu sähen, die nur etwas weniger an Biomasse für die Biogasanklagen produzieren würden.

Neubaugebiete im Fokus

Hans-Eckhard Meyer (FDP): »Der Antrag der CDU geht in die richtige Richtung. Ich weise nochmals auf das Vorgehen bei Neubaugebieten hin. Dafür ist bereits beschlossen worden, dass nur zwei Prozent Schotterbeete vorhanden sein dürfen. Man muss sich halt nur an den Bebauungsplan halten«, meinte er. Die Bauherren könnten sehen, was von ihnen erwartet werde.

»Doch was ist mit der Überprüfung?«, fragte Meyer. Das Bauwerk selbst werde abgenommen, aber die Gestaltung des Gartens werde nicht überprüft. Meyer regte an, ein Markblatt zu erstellen, »aus dem hervorgeht, was wir von unseren Bürgern erwarten.«

»Das ist nicht nur ein Thema der Landwirtschaft«, bemerkte CDU-Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann, selbst Landwirtin. Deswegen ziele der CDU-Antrag auch darauf, Bürger mit Saatgut zu unterstützen. »Es ist gut, wenn jetzt endlich eine Diskussion aufkommt«, meinte sie.

Kontrolle gefordert

Auch Gundel Schmidt-Tschech (UfR) regte an, die Gestaltung der Gärten zu überprüfen. Wir sollten zumindest die Neubaugebiete kontrollieren«, meinte Schmidt-Tschech.

Umsetzung muss erfolgen

»Ich freue mich, dass die CDU dieses Thema jetzt für sich entdeckt hat«, meinte Winrich Dodenhöft. Der Grüne hoffe, dass in der nächsten Zeit auch tatsächlich etwas in dieser Richtung umgesetzt werde.

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