Modehaus Gosewehr wird 125 Jahre – 80 Gäste feiern beim offiziellen Auftakt mit
»Das ganze Dorf profitiert«

Lavelsloh (fhe). Heute dient er recht unscheinbar als Ablage für blaue Hemden, gebügelte Hosen und Sommerschuhe. Doch dieser Schreibtisch mit seinen goldenen Beschlägen und der glänzenden Oberfläche ist für das Modehaus Gosewehr so etwas wie der Startpunkt. An ihm hat Friedrich Gosewehr einst vor 125 Jahren mit der Gründung seiner Färberei den Grundstein für die heutige Modewelt gelegt.

Samstag, 04.05.2019, 02:00 Uhr
Bettina Barg (rechts), Thomas Kruse (von links) und Andreas Erdelt vom Gewerbebund haben Familie Gosewehr mit Inhaber Wilhelm, Sohn Max Wilhelm, Mutter Gisela und Vater Wilhelm bei der Jubiläumsfeier gratuliert. Foto: Florian Hemann

Der Schreibtisch ist nicht das einzige Relikt vergangener Tage. Auch alte Notizbücher und Kassenzettel liegen heute ganz selbstverständlich zwischen Regenjacken und bunten T-Shirts und erinnern geschützt hinter Glasvitrinen an die Anfänge des Unternehmens.

Auf die 125-jährige Geschichte des Familienunternehmens war in seiner Rede auch der heutige Inhaber Wilhelm Gosewehr am Freitag bei der Jubiläumsfeier im »Café Landlust« eingegangen. Vieles habe sich auf dem Weg von der Färberei über eine einen Garn- und Leinenhandel zum Modehaus verändert, anderes sei gleich geblieben. »Die Wünsche der Kunden sind unser Maßstab«, sagt Wilhelm Gosewehr. Und: »Wir sind immer noch fest verwurzelt in der Region«, sagte er in Richtung der geladenen Gäste – darunter Familienmitglieder, Vertreter aus Politiker und Wirtschaft, Nachbarn, ehemalige Mitarbeiter und Geschäftspartner.

In Richtung der anwesenden Abgeordneten aus Land und Bund dankte er für die Unterstützung beim Umbau vor drei Jahren. Seitdem teilen sich das Modehaus und der Lebensmittelmarkt Röthemeier ein Gebäude samt Café. »Gute Läden sind nicht mit irgendwelchen Internetplattformen zu vergleichen«, betonte Inhaber Wilhelm Gosewehr in dem Zusammenhang.

Dem schloss sich auch Bürgermeisterin Annegret Trampe (CDU) an: »Das ganze Dorf profitiert von Gosewehr – vor allem auch die Gastronomie.« Etwa 50 Mitarbeiter zählt das Modehaus und sei damit ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Wenn sie andernorts gefragt werde, woher sie komme und dann Lavelsloh antworte, könnten damit viele nichts anfangen. »Aber wenn ich sage ›da, wo Gosewehr ist‹ wissen alle Bescheid«, sagte sie und gab unmissverständlich zu verstehen: »Ich könnte mir Lavelsloh ohne Gosewehr absolut nicht vorstellen.«

Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig (CDU) fand ebenfalls lobende Worte zu diesem »außerordentlichen Jubiläum« und zeigte noch einmal seine Freude über den geglückten Umbau. »Sie bieten uns eine Perspektive für den ländlichen Raum«, sagte der Christdemokrat zu den Gosewehrs und richtete seinen Dank an die Familie.

Bettina Barg vom Gewerbebund ging in ihrer Rede vor allem auch auf den inzwischen 90-jährigen Seniorchef ein, der wie sein Sohn und sein Vater den Namen Wilhelm trägt und vor 50 Jahren den örtlichen Gewerbebund gegründet hat. Heute ist er dessen Ehrenvorsitzender.

Gut gelaunt verfolgte der Seniorchef mit Ehefrau Gisela den Verlauf der Veranstaltung und freute sich über zahlreiche Glückwünsche. Für Unterhaltung sorgten die »Friedewalder Landfrauen« alias Irmgard Wohl und Hildegrad Traue. Auf Plattdeutsch amüsierten sie die Anwesenden mit Witzen über die Gosewehrs und auch über das Verhältnis von Nordrhein-Westfalen und den Niedersachsen (»Das ist ja auch nicht immer ganz einfach«).

Inhaber Wilhelm Gosewehr zeigte sich belustigt und hatte derweil Sohn Max Wilhelm auf seinem Schoß sitzen – die fünfte Generation steht damit bereit.

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