Ahnenforschung beschert Familie Vatthauer Besuch aus Amerika
»Die Wurzeln der Familieliegen in Preußisch Ströhen«

Rahden-Preußisch Ströhen (WB). Ahnenforschung ist eine spannende Sache. Umso mehr, wenn sie zum Erfolg führt und sich entfernte Ableger von Familien in aller Welt wiederfinden. Einen solchen Grund zur Freude gab es am jetzt bei Familie Vatthauer in Preußisch Ströhen.

Freitag, 05.04.2019, 02:00 Uhr

Sie konnte mit Brett Fathauer, seinem Vater Dale, Tante Lavina und dessen Ehemann Jerry unbekannte Verwandte aus den Vereinigten Staaten begrüßen.

Erst Mitte Dezember vergangenen Jahres entstand ein erster Kontakt über einen Familienforscher der Region, an den sich Brett Fathauer über die Organisation »familytreetours« auf der Suche nach seinen Vorfahren gewandt hatte. Schnell wurde die Anfrage an die Preußisch Ströher Heimatfreunde weitergeleitet und schon kurze Zeit später nahm Ingrid Thielemann, die sich in Sachen Ahnenforschung schon so manches Mal bewährt hat, ihre Arbeit auf.

Familienbücher halfen

Unterstützt wurde sie von Stacey Longstaff. »Ingrid hat ein Händchen dafür und weiß um die nötigen Quellen«, sagte Sander. Aus Familienbüchern, Kirchenbüchern, Auswandererlisten, Volkszählungen sowie weiteren Dokumenten aus den Stadtarchiven in Rahden und Lübbecke schaffte es Thielemann, binnen weniger Wochen die Verwandtschaftslinie bis in die achte Generation zurückzuverfolgen.

Nachkommen der Deutschen

»Unsere Gäste sind Nachkommen von Christian Heinrich Vatthauer, der 1872 mit Sohn Heinrich Wilhelm (Henry), damals 14, nach Amerika auswanderte, diesen dort ließ und selbst im selben Jahr nach Preußisch Ströhen zurückkehrte. »Damals herrschte in Deutschland große Not, auch unsere Region wurde von Hungersnöten und Krankheiten heimgesucht«, wusste Ortsheimatpfleger Friedrich Sander zu berichten, der neben dem ersten Kontakt auch den Besuch im Nordpunktdorf organisierte.

Schlechte Zeiten

1876 folgte auch Henrys Bruder Wilhelm Heinrich (Will). »Die Kindersterblichkeit war damals sehr hoch, vielleicht ein Grund mehr, die Jungen in Amerika aufwachsen zu lassen. Dale und Herta sind somit Cousin und Cousine dritten Grades«, stellte Sander fest. Das älteste Dokument, in dem der Name Vatthauer in Gestalt von Johann Heinrich Vatthauer auftauche, sei aus dem Jahre 1682.

Erinnerung an zu Hause

Obwohl Dale, Lavina und Jerry im amerikanischen Illinois in einer etwa 50.000-EinwohnerStadt leben, ist ihnen eine solch ländliche Gegend wie Ostwestfalen nicht fremd. »Insbesondere die flache Landschaft erinnert an zu Hause«, sagte Brett, der seit zwei Jahren im englischen Manchester lebt. Auch die Landwirtschaft ist Lavina und ihrer Familie vertraut. »Wir leben und arbeiten selbst in einer Farmgemeinschaft, bauen Soja und Mais an«, erzählt die 75-jährige und zeigt stolz Dokumente ihres Vaters, in denen er von amerikanischer Seite her alles rund um die Ahnentafel der Fathauers dokumentiert hat.

Schreibweise geändert

Interessant fanden alle Familienmitglieder wie sich die Namensschreibweise aus dem deutschen »Vatthauer« über »Fatthauer« zum heutigen amerikanischen »Fathauer« entwickelt hat.

Um den Gästen an nur einem Tag einen kleinen Eindruck von der Lebenswelt ihrer Vorfahren zu verschaffen, hatte das Empfangskomitee ein abwechslungsreiches Programm ausgearbeitet. Zunächst wurden nach der Ankunft am Morgen unter Regie von Frie­drich Sander die Immanuelkirche besichtigt und die alten Vatthauer-Ruhestätten auf dem Friedhof besucht.

Museumshof besucht

Eine kleine Stippvisite zum Rahdener Museumshof sollte zeigen, wie die Vorfahren der Gäste hierzulande in früheren Zeiten gelebt haben. Einer mittäglichen Stärkung bei traditionellem Pickert im Gasthaus Buschendorf folgte die Besichtigung der ursprünglichen Wohnstätte der Vatthauers an der ehemaligen Stätte Preußisch Ströhen 37.

»Früher stand hier das Bauernhaus der Vatthauers, dann die alte Schule und heute die ehemalige Gaststätte ›Ernstbur‹«, sagte der Ortsheimatpfleger. Zudem wurden weitere Wohnstätten gezeigt, bevor es zum Kaffeetrinken zum heutigen Wohnsitz der Vatthauers »In der Straße« ging. Eingängig wurde hier anhand einer Leinwandpräsentation mit Friedrich Sander, Ahnenforschungsexpertin Ingrid Thielemann und dem Heimatvereinsvorsitzenden Bernhard Wietelmann der Stammbaum der Vatthauers bis Anfang des 17. Jahrhunderts zurückverfolgt.

»Doch immer wieder verschwinden Angehörige, ohne dass ihr Verbleib nachvollzogen werden kann«, sagte Sander, wohl wissend, dass diese Phänomen in der Ahnenforschung sehr häufig auftritt. »Auch durch die Nebenlinien gibt es nicht immer zusätzliche Aufklärung.«

Kein Gegenbesuch geplant

An einen Gegenbesuch denkt Werner Vatthauer angesichts der langen Flugzeit derzeit nicht. Die Gäste aus Illinois seien nicht der einzige Verwandtschaftsableger. »Auch ein Cousin lebt in den Staaten«, erklärte Vatthauer. »Schön, dass es von uns noch mehr gibt«, nahm Oma Herta es mit ihren 88 Jahren ganz gelassen, dass sich die Familiengeschichte um ein weiteres Kapitel erweitert hat. »Es ist ein besonderer Tag, voller heiteren Trubels in unserem Haus.« Denn auch die Enkelinnen Steffi und Meike waren mit ihren Familien beim Treffen dabei.

Eine Karte mit den alten heimischen Kirchwegen sowie eine Vatthauer-Dokumentation von deutscher Seite her durften die Gäste als Erinnerung mit nach Hause nehmen.

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