Firma Glas-Metall investiert neun Millionen Euro in Rahden
Neuer Standort im Süden

Rahden (WB). Knapp ein Jahr ist es her, dass die Firma Glas-Metall aus Sielhorst das insolvente Unternehmen Siedenburger übernommen hat. In dieser Zeit hat sich die Belegschaft auf 165 Mitarbeiter verdoppelt. Ein Neubau ist erforderlich.

Freitag, 08.03.2019, 02:00 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 09:16 Uhr
Einer der ersten Entwürfe: So oder ähnlich wird das Verwaltungsgebäude von Glas-Metall im Gewerbegebiet Süd aussehen.

Noch im März will Glas-Metall den Bauantrag für zwei Werkshallen und ein Verwaltungsgebäude im Gewerbegebiet Süd in Rahden stellen. Die Firma hat das etwa 3,7 Hektar große Gelände an der Seufzerallee von der Stadt Rahden erworben.

»Der erste Bauabschnitt inklusive des Grunderwerbs schlägt mit etwa neun Millionen Euro zu Buche«, erläutert Geschäftsführer Rüdiger Wolf (er führt Glas-Metall gemeinsam mit Geschäftsführer Wilfried Meier) das Großprojekt. Es soll die bisherigen Standorte Sielhorst und »Auf der Welle« zusammenfassen. In Sielhorst bleibe die vorhandene Halle als Lager erhalten. Die Räume der ehemaligen Firma Siedenburger seien vom Insolvenzverwalter lediglich angemietet, sagte Wolf.

Mit der Baumaßnahme wolle man für die nächsten drei bis fünf Jahre die Produktion in den Bereichen Hallenbau, Glasfassaden, Gewächshäuser (Privat und Gewerbe) und Photovoltaik sicherstellen. »Auf dem Gelände sind Erweiterungsmöglichkeiten vorhanden«, sagt Wolf.

Unternehmen hat sich verändert

Das Unternehmen habe sich mit der Integration von Siedenburger verändert. Ein Großteil der ehemaligen Belegschaft wurde übernommen. Zusätzlich seien noch 34 Mitarbeiter neu eingestellt worden, erläuterten Geschäftsführer Wolf und Marketing-Leiter Berislav Zuparic im Gespräch mit dieser Zeitung.

»Damit wandelt sich das gesamte Unternehmen vom Handwerksbetrieb zu einem der Bau-Branche«, meinte Zuparic, der maßgeblich am Konzept mitarbeitet. »Wir bleiben in Rahden, obwohl auch Niedersachsen zur Diskussion stand«, meinte Wolf. »Die Stadt Rahden hat sich große Mühe gegeben, uns hier zu halten. Das möchten wir honorieren.«

Der komplette Neubau sei auf lange Sicht angelegt. »Wir wollen die Fertigung, Verwaltung, Vertrieb und Lager für fast alle Sparten im Gewerbegebiet Süd konzentrieren. Ausgenommen sind die Firmen Hagen-Stahlbau (Haaren/Ems) und »Regenerative Generation« (Photovoltaik, Engelskirchen bei Köln), sowie Stahlbau Möller (Hallenbau, Bünde).« Immerhin spricht man von einem erwarteten Jahresumsatz in 2018 von knapp 33 Millionen Euro in 21 Produktionssparten. »Wir machen alles aus Glas, Stahl und Alu«, sagte Zuparic und präsentierte futuristische Ansichten von neuen Elektroauto-Ladestationen, die neu im Programm der Firma sind.

Zwei Fertigungshallen sind bereits durchgeplant. Derzeit werde das Gelände an der Seufzerallee vermessen. »Wir hoffen, zum 1. Januar die Hallen in Betrieb nehmen zu können. Mitte des Jahres 2020 soll dann auch das Verwaltungsgebäude bezogen werden«, sagte Rüdiger Wolf.

Arbeit soll Spaß machen

Dann – so Wolf und Zuparic – wolle der Rahdener Betrieb auch seine neu aufgestellte Unternehmensidentität und Firmenphilosophie verwirklicht haben. »Dazu gehören Vereinbarkeit von Familie und Beruf und auch der Spaß an der Arbeit«, erläuterte Zuparic, der für diesen Bereich zuständig ist. »Menschlichkeit und Qualität«, mit diesen Worten beschrieb auch Wolf das Ziel dieser Initiative, die das Unternehmen in einer Broschüre festgeschrieben hat.

»Ja, Teilzeitarbeit macht Sinn«, ist der Geschäftsführer überzeugt. Es sei der richtige Weg, qualifizierte Mitarbeiter – gleich welchen Geschlechts – in der Erziehungszeit der Kinder auf Dauer halten zu können. »Wir möchten sehen, wie wir alle Mitarbeiter bestmöglich unterstützen können«, meinte Zuparic. »Das ist in beiderseitigem Interesse«, ergänzte Wolf.

Letztlich soll die Arbeit Spaß machen: »Ohne Spaß kann man nicht erfolgreich sein«, betonte Wolf. Dazu gehöre aber noch mehr als die bisherige »Kaffee-Flatrate« im Unternehmen: Angedacht ist, dass Mitarbeiter ihre Kinder mitbringen können. »Wir denken auch darüber nach, eine Erzieherin zu beschäftigen. Doch dafür muss erst das Verwaltungsgebäude stehen«, meinte Wolf zum Gedanken an eine Betriebs-Kindertagesstätte.

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