Tierpark Ströhen setzt sich für bedrohte Arten ein
»Der Schutz muss vorder eigenen Haustür anfangen«

Rahden-Ströhen (WB). Da der Schutz von vor dem Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten eines der größten Probleme unserer Zeit darstellt, hat der Tierpark Ströhen am vergangenen Sonntag, 3. März, besonders darauf hingewiesen. Denn an diesem Datum ist der Internationale Tag des Artenschutzes begangen worden.

Dienstag, 05.03.2019, 02:00 Uhr
Der Kulanesel gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten.

 

»Der Erhalt der Vielfalt unserer Natur ist von herausragender Bedeutung, auch für das Fortbestehen und die Weiterentwicklung des Menschen«, betont Dr. Nils Ismer, Leiter des Tierparks. Die biologische Diversität sei nicht nur aus Gründen der Schönheit und der Verantwortung gegenüber der Natur, sondern auch aus medizinischen und physiologischen Gründen von höchster Bedeutung.

»Die starke Ausbreitung des Menschen und die damit einhergehende, immer größer werdende Nutzung von potenziellem Lebensraum führt dazu, dass leider immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind oder bereits ausgestorben sind. Die langfristigen Auswirkungen auf komplexe Biotope und biologischen Zusammenhänge sind dabei nur im Ansatz zu erahnen«, erläutert Dr. Ismer.

Dabei gehe es nicht nur um spektakuläre Tierarten wie Nashörner, Tiger, oder seltene Affenarten, sondern auch und vielleicht insbesondere um Tierarten vor der Haustür. »Die Anzahl bereits jetzt verschwundener Insekten und Vogelarten, insbesondere in den vergangenen Jahren, ist erschreckend groß und bereitet bereits jetzt große Sorge. Ein Umdenken und ein daran geknüpftes verändertes Verhalten von uns allen ist enorm wichtig.«, mahnt Ismer.

Das Bewusstsein über die Problematik wird nicht nur von Naturschutzverbänden stets gefördert, sondern ist mittlerweile auch in der breiten Bevölkerung angekommen, wie man unter anderem in dem kürzlich in Bayern vorgetragenen Volksbegehren für den Schutz von Bienen und anderen Insekten erkennen kann.

»Der Tierpark Ströhen hat sich seit vielen Jahren den Schutz und der Zucht von vor dem Aussterben bedrohten Tierarten verschrieben und sieht dies als einer seiner Kernaufgaben an. Seit Jahren werden unter anderem sibirische Tiger, Weißhandgibbons, Tapire, Kulanesel oder auch die sehr selten gewordene Madagaskarente regelmäßig nachgezüchtet und zoologischen Zuchtprogrammen zugeführt«, berichtet Nils Ismer.

Tierparks und Zoos könnten sicher nicht alleine den Erhalt bestimmter Arten sichern, jedoch erfüllten sie häufig wichtige Aufgaben im Erhalt genetischer Reserven und zur Überbrückung der Bestanderhaltung bis es schließlich erfolgreiche Konzepte zu einer Wiederansiedlung oder Bestandserhalten in freier Wildbahn gebe.

Dass Artenschutz uns alle betrifft sieht Ismer besonders im Schutz und Erhalt von Insekten und heimischen Vögeln: »Wenn wir nicht dafür sorgen, dass auch in Zukunft selbst Kleinstlebewesen in unserer Landschaft heimisch sind, wird es auch für die größeren, bekannteren und beliebteren Tiere kaum mehr Nahrung geben und sie werden nach und nach aus unserem Landschaftsbild verschwinden. Das sollte uns jeden Tag bewusst sein, bevor wir die chemische Spritze herausholen oder die letzte Buschhecke entfernen, die für viele Tiere ein wichtiger Lebensraum ist.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6446110?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516046%2F
Debatte über Kurzzeit-Lockdowns zum Brechen der Corona-Welle
Auf einem Schild in Frankfurt am Main wird auf die Maskenpflicht hingewiesen.
Nachrichten-Ticker