Rahdener Schulleitung kritisiert vorschnelle Mitteilung des DRK
»Zuerst die Eltern informieren«

Rahden (WB). »Man hätte zuerst die Eltern informieren sollen«, kritisiert Hans-Joachim Prill, Schulleiter der Grundschule Rahden, das Rote Kreuz, welches sehr schnell mit einer Pressemitteilung über die Kündigung der Trägerschaft der Offenen Ganztagsgrundschule an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Samstag, 02.02.2019, 02:00 Uhr
Die Schulleitung der Grundschule Rahden: Antje Holtkamp und Hans-Joachim Prill machen sich Gedanken über eine neue Trägerschaft für die OGS. Foto: Michael Nichau

»Das hätte man auch gemeinsam tun können. So mussten es die Eltern aus der Zeitung erfahren«, sagte Prill. Die Kündigung der Trägerschaft sei eine »brisante Situation«, die man sich so nicht gewünscht hätte, meinte er im Gespräch mit dieser Zeitung in Anwesenheit von Konrektorin Antje Holtkamp. Der offene Ganztag sei ganz klar eine Schulveranstaltung, machte der 50-jährige Schulleiter klar. »Das pädagogische Konzept gibt in diesem Fall die Schule vor«, meinte er.

In der Zeit der Zusammenarbeit mit dem DRK als Träger des Offenen Ganztags sei deutlich geworden, »dass die Positionen von Träger und Schule in zentralen Fragen nicht vereinbar« seien. »Wir haben wiederholt in Gesprächen versucht, eine Lösung zu finden. Daran waren die Stadt Rahden, das DRK und die Schulleitung beteiligt«, erläuterte Prill.

Mit der Kündigung habe das DRK nun Fakten geschaffen und seine Beweggründe genannt. »Diese möchte ich nicht weiter öffentlich kommentieren«, sagte der Schulleiter. In der Stellungnahme des DRK-Kreisverbands, verfasst von Hartmut Jork, hätte die zentrale Begründung gelautet, das DRK könne den Ansprüchen nicht gerecht werden, stellte Prill noch einmal heraus.

»Wir arbeiten an einer positiven Lösung für den Offenen Ganztag an unserer Schule«, machte er deutlich. »Die Schulkonferenz wird zeitnah über eine solche Lösung beraten.« Jetzt müsse man in Ruhe für die Schule arbeiten und dabei die pädagogische und organisatorische Seite im Auge behalten.

»Ein roter Faden, der für Kinder und Eltern erkennbar ist, war hier wohl nicht leistbar«, meinte auch Prills Stellvertreterin Antje Holtkamp. »Wir möchten die Eltern auch mitnehmen. Es war ganz schlecht, dass sie so eine Entscheidung über die Zeitung erfahren«, sagte sie. »Wir wollen jetzt auch nicht mehr auf persönliche Angriffe reagieren«, ergänzte Hans-Joachim Prill.

Ein Kommentar von Michael Nichau

Jetzt muss man mal die Kirche im Dorf lassen: Offener Ganztag ist ja ganz schön. Sich aber über das Thema derart zu ereifern, ist nicht gut.

Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Zum zweiten Mal an der Grundschule Rahden. Erneut kommt es zu einem Trägerwechsel der OGS. Doch ist es wirklich so, dass mit einem neuen Träger, der ja auch immer seine eigenen pädagogischen Leitlinien hat, tatsächlich andere Bedingungen geschaffen werden? Letztlich hat doch jeder Anbieter mit den gleichen Voraussetzungen zu kämpfen: Zu wenig Personal, zu wenig qualifiziertes Personal.

Kann sich bei diesen Vorbedingungen tatsächlich etwas ändern? Sind die Ansprüche der Schule vielleicht zu groß? Das vermag der Außenstehende kaum zu beurteilen. Sicher ist nur, dass sich hier alle an einen Tisch setzen müssen und eine tatsächlich greifende Lösung für das Problem schaffen müssen. Da müssen dann aber die Pädagogen aller Seiten mitreden.

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