»Dunkle Wolken«: Schule und Stadt müssen jetzt bis 1. August nach einem neuen Träger suchen
DRK kündigt Trägerschaft für Offenen Ganztag

Rahden (WB/ni). Der DRK Kreisverband Altkreis Lübbecke hat gestern mitgeteilt, dass seine Tochter, die »DRK Soziale Dienste und Einrichtungen im Altkreis Lübbecke gGmbH« die Kooperationsvereinbarung über die Trägerschaft des außerunterrichtlichen Betreuungsangebotes an der Offenen Ganztagsgrundschule Rahden fristgerecht zum 31. Juli gekündigt hat.

Freitag, 01.02.2019, 02:00 Uhr
In diesem Teil der Grundschule Rahden ist der Offene Ganztag untergebracht. Es hat offensichtlich Konflikte um die Ausrichtung der Pädagogik gegeben. Foto: Michael Nichau

»Das DRK hat im Jahr 2005 als erster Träger die außerunterrichtliche Betreuung im Rahmen der Einführung des Offenen Ganztags an der Grundschule Rahden übernommen. Über viele Jahre haben wir als verlässlicher Partner die OGS-Betreuung gemeinsam mit Schule und Stadt weiterentwickelt und erfolgreich mit steigenden Anmeldezahlen auf- und ausgebaut«, schreibt Hartmut Jork als stellvertretender Vorsitzender des DRK Kreisverbands Altkreis-Lübbecke.

Im Jahr 2014 wurde diese Zusammenarbeit auf Betreiben der Schulkonferenz beendet und ein anderer Träger für die OGS Rahden gefunden. Diese neue Zusammenarbeit endete auf Wunsch des Trägers 2017.

»Im Sommer 2017 wurden wir als DRK dann ausdrücklich gebeten, die Trägerschaft erneut zu übernehmen, da sich für das Schuljahr 2017/2018 kein neuer Träger für die OGS Rahden beworben beziehungsweise gefunden hatte«, heißt es in der Mitteilung.

Zum 1. November 2017 – also mitten im laufenden Schuljahr – sei es dem DRK mit Hilfe der Stadt Rahden und insbesondere dank der Mitarbeiter des vorherigen Trägers, die alle vom Roten Kreuz übernommen wurden, gelungen, einen reibungslosen Übergang für die Kinder zu gestalten.

»Im Laufe der Zeit stellte sich allerdings heraus, dass es weiterhin unterschiedliche Auffassungen zwischen Schule und DRK im pädagogischen und organisatorischen Bereich gibt, die trotz intensiven Austauschs nicht ausgeräumt werden konnten«, schreibt Jork. »Auch die öffentliche Diskussion um die Schule und den offenen Ganztag hat die Suche nach qualifiziertem Personal für den weiter wachsenden Bereich enorm erschwert. Aus diesen Gründen haben wir uns schweren Herzens dazu entschieden, die Zusammenarbeit mit der Grundschule Rahden nicht fortzuführen, da wir befürchten müssen, den uns gestellten Ansprüchen nicht gerecht werden zu können«, betont Jork. »Durch die von uns ausgesprochene Kündigung haben die Grundschule Rahden und die Stadt Rahden ausreichend Zeit, einen neuen Träger zu finden«, heißt es weiter.

Das DRK werde » natürlich weiterhin mit unserem pädagogischen Ansatz und als verlässlicher Partner im Bereich der Kinderbetreuung in Rahden aktiv bleiben«, schreibt Jork. »Neben den beiden sehr beliebten und von Schülern und Eltern gleichermaßen geschätzten offenen Ganztagseinrichtungen in Varl und Tonnenheide werden wir auch die Kindergärten in Wehe, Tonnenheide und Rahden ausbauen und weiterentwickeln« schreibt Hartmut Jork.

Schulleiter Joachim Prill war gestern Abend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Als Vertreter des Schulträgers, der Stadt Rahden, erläuterte Bürgermeister Bert Honsel: »Der Konflikt hat mit unterschiedlichen pädagogischen Ansprüchen zu tun. Ich will das nicht weiter kommentieren. Aus Sicht der Stadtverwaltung haben wir uns immer bemüht, zwischen Schulleitung und OGS zu vermitteln. Das ist uns nicht gelungen. Jetzt müssen wir als Stadt einen neuen Träger für den offenen Ganztag finden. Die Entscheidung, wer das sein wird, obliegt einzig und allein der Schulkonferenz, die sich aus Schulleitung und Elternvertretern zusammensetzt.«

Die Kündigung des DRK habe die Stadt Rahden »nicht aus heiteren Himmel« getroffen. »Seit drei Jahren hängen da dunkle Wolken«, sagte Honsel. Auch er möchte aber nicht, dass durch eine weitere öffentliche Diskussion zukünftige Träger abgeschreckt werden könnten. »Ich bedauere außerordentlich, dass es zu diesem Schritt gekommen ist. Jetzt sind wir am Zug und müssen handeln.«

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