EU verbietet am Freitag Insektenmittel Neonicotinoide im Freiland Glyphosat: Rat lehnt Antrag der Grünen ab

Rahden (WB). Die Stadt Rahden soll Landwirten, mit denen sie Pachtverträge über städtische Flächen schließt bei landwirtschaftlicher Nutzung die Verwendung von Glyphosat verbieten. Außerdem soll kein mit Neonicotinoiden (Gruppe von hochwirksamen Insektiziden) behandeltes Saatgut ausgebracht werden.

Von Elke Bösch
Die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft ist noch nicht geklärt. Einen Antrag der Grünen, das Herbizid auf von der Stadt verpachteten Flächen nicht mher einzusetzen hat der Rat abgelehnt.
Die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft ist noch nicht geklärt. Einen Antrag der Grünen, das Herbizid auf von der Stadt verpachteten Flächen nicht mher einzusetzen hat der Rat abgelehnt. Foto: Symbolfoto

Bezüglich der Neonicotinoiden hat sich der Antrag am Freitag erledigt, da die EU das Insektenmittel im Freiland verboten hat. Glyphosat soll jedoch, wie Ratsmitglied Wilhelm Kopmann am Freitag mitteilte, noch verwendet werden dürfen, aber nur eingeschränkt.

Über den Antrag der Grünen hat am Donnerstagabend der Rat beraten und die Fraktionen vertraten unterschiedliche Auffassungen. Während CDU und FDP der Meinung waren, dass diesbezüglich EU und Bund gefragt seien und der Rat nicht der richtige Adressat, teilten SPD, FWG und UfR die Position der Grünen. Dass – wie von der EU behauptet – keine Gefahr von Glyphosat ausgehe, schrieb Gundel Schmidt-Tschech (UfR) dem Lobbyismus zu.

Thomas Möller (FDP) gab zu bedenken, dass bei einem Verbot andere Herbizide zum Einsatz kämen. Wilhelm Kopmann (CDU) ärgerte sich, dass wieder einmal die Landwirte an der Pranger gestellt würden. Diese Berufsgruppe aber verantwortlich mit der Umwelt umgehe. Heinrich Grundmann (CDU) sprach die schon – im Vergleich zu andere Ländern – hohen Auflagen in der Landwirtschaft an. Auch für ihn war der Rat nicht die richtige Entscheidungsstelle. »Wir können in Rahden doch nicht die Welt retten«, sagte der Weher. »Aber ein kleines Zeichen setzen«, wandte Dodenhöft ein.

Bürgermeister Bert Honsel riet dazu, abzuwarten, was die Bundeslandwirtschaftsministerin unternehmen werde und hatte zudem in Sachen »Krebsgefahr durch Glyphosat« recherchiert: Nur die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewerte das so. Die WHO halte aber auch Matetee und Bratwurst für krebserregend, teilte er im Rat mit. SPD, Grüne. SPD, FWG und UfR stimmten für den Grünen-Antrag. CDU und FDP dagegen. Ihnen schloss sich Jürgen Steinkamp (FWG) an. So wurde der Antrag mit 20 gegen 15 Stimmen abgelehnt.

Die Stadt Rahden hat übrigens 20 Hektar landwirtschaftliche Fläche verpachtet. Das sind 0,28 Prozent der gesamten Ackerflächen im Stadtgebiet, informierte die Verwaltung.

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