Alt-Espelkamperin Sophie Schwarze feiert ihren 100. Geburtstag Immer ein Lächeln auf den Lippen

Rahden/Alt-Espelkamp (WB). Ein gutes Foto von Sophie Schwarze ist schnell gemacht. Denn eine Aufforderung zum Lächeln braucht es nicht. Ein freundliches Schmunzeln ist sowieso auf den Lippen der lebensfrohen Alt-Espelkamperin, die heute ihren 100. Geburtstag feiern darf.

Von Florian Hemann
Singen und Lesen sind die Hobbys von Sophie Schwarze. Jeden Morgen liest die 100-Jährige aus Alt-Espelkamp ausgiebig die Berichte in dieser Zeitung.
Singen und Lesen sind die Hobbys von Sophie Schwarze. Jeden Morgen liest die 100-Jährige aus Alt-Espelkamp ausgiebig die Berichte in dieser Zeitung. Foto: Florian Hemann

Wer Sophie Schwarze kennt, der weiß um ihre positive Einstellung. Trotz des ein oder anderen »Wehwehchens«, das sich mit 100 Jahren schon mal einstellen darf, jammert sie nicht. »Man müsste noch einmal 20 sein«, sagt sie zwar lächelnd. Beklagen will sie sich aber dennoch nicht. »Was habe ich doch ein wunderschönes Leben«, freut sie sich. Derweil sitzt sie zufrieden in ihrem Sessel: »Ich habe alles, was ich brauche.«

Bis vor kurzem konnte Sophie Schwarze noch aktiv an dem Geschehen in den örtlichen Vereinen teilnehmen – sei es im Seniorenkreis oder bei der Frauenhilfe, der sie über lange Jahre angehörte. In der letzten Zeit ist dies jedoch weniger geworden. Die Beine spielen nicht mehr so mit. Stattdessen genießt sie es, morgens ausgiebig diese Zeitung zu lesen oder im Sommer draußen im Strandkorb zu sitzen. Und auch das Singen bereitet ihr weiterhin große Freude. So singe sie zuhause gerne noch die alten Wander- und Volkslieder, bestätigt Schwiegersohn Herbert Hodde: »Die Texte sitzen alle.«

Die Leidenschaft für den Gesang entdeckte sie im fernen Bremen. Zwar erblickte die Jubilarin Sophie Schwarze, geborene Wippermann, das Licht der Welt am 11. Januar 1917 in einem Heuerlingshaus in Varl. Nach dem Besuch der örtlichen Volksschule verschlug es sie aber im Alter von 14 Jahren für einige Zeit in die Hansestadt. Dort wohnte »das Mädchen vom Land«, wie sie oft genannt wurde, bei einer Tante und arbeitete in einer Kindertagesstätte. »Das war ganz prima«, erinnert sie sich gerne an die Zeit in der Großstadt zurück.

In Bremen lernte sie auch ihren späteren Mann kennen. Der Rahdener Wilhelm Schwarze fuhr als Schlachter einmal in der Woche in die Hansestadt. Der Liebe zu ihm wegen ging Sophie Schwarze zurück in die Heimat. Auf dem 1932 gekauften Hof ihrer Eltern fanden sie und ihr Mann ein Zuhause. Während Wilhelm im Sommer als Maurer und im Winter als Hausschlachter tätig war, kümmerte sie sich um das Vieh. Später machten Sohn Wilfried und Tochter Gisela das Glück des Paares perfekt.

Doch das Schicksal meinte es nicht immer gut mit Sophie Schwarze. Voller Trauer erinnert sie sich an ihren Bruder, der im Zweiten Weltkrieg verstarb. Vor allem aber der Tod beider Kinder sowie des Ehemannes innerhalb von drei Jahren waren ein schwerer Schlag für die ganze Familie. »Sie hat in dieser Zeit aber immer positiv gedacht«, sagt Schwiegersohn Herbert Hodde anerkennend.

Gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Ingelore kümmert er sich um seine Schwiegermutter. Den heutigen Jubeltag wird Sophie Schwarze mit vielen Freunden und Bekannten aus der Nachbarschaft und den Vereinen sowie der großen Familie verbringen. Dazu zählen vier Enkelkinder und zwei Urenkelkinder. Sie seien ihr ganzer Stolz, verrät Sophie Schwarze. Und über die Lippen huscht spontan wieder dieses sympathische Lächeln.

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