Löschzug verabschiedet Rolf Buschendorf in die Ehrenabteilung »Loyaler Kamerad der leisen Töne und Taten«

Rahden-Preußisch Ströhen (WB). »Es sind die leisen Töne und Taten, die eine Führungskraft auszeichnen.« Der Blick von Rahdens Wehrführer Mark Ruhnau hat diese Worte gezielt auf einen Mann gerichtet: Hauptbrandmeister Rolf Buschendorf, der mit Erreichen des 60. Lebensjahres nach 42 aktiven Dienstjahren in die Ehrenabteilung verabschiedet worden ist.

Von Anja Schubert
Hauptbrandmeister Rolf Buschendorf (vorn, mit Ehefrau Gisela) wurde gestern nach 42 Jahren aktiver Dienstzeit in den Feuerwehrruhestand verabschiedet. Jörn Stratmann-Sablotny (von links), Stefan Wagenfeld, Ingo Buschendorf, Carsten Kunter, Wehrführer Mark Ruhnau, Nico Buschendorf, Andreas Kolkhorst, Reiner Langhorst und Thorsten Hodde dankten ihm für sein mehr als vier Jahrzehnte währendes Engagement und gute Kameradschaft.
Hauptbrandmeister Rolf Buschendorf (vorn, mit Ehefrau Gisela) wurde gestern nach 42 Jahren aktiver Dienstzeit in den Feuerwehrruhestand verabschiedet. Jörn Stratmann-Sablotny (von links), Stefan Wagenfeld, Ingo Buschendorf, Carsten Kunter, Wehrführer Mark Ruhnau, Nico Buschendorf, Andreas Kolkhorst, Reiner Langhorst und Thorsten Hodde dankten ihm für sein mehr als vier Jahrzehnte währendes Engagement und gute Kameradschaft. Foto: Anja Schubert

Der Jahresanfangsdienst ist bei den Preußisch Ströher Feuerwehrleuten meist ein besonderer Dienst. Das war am Sonntag nicht anders, als das Gerätehaus an der Landesgrenze angesichts des Aufgebots an Kameraden und Gästen nicht groß genug sein konnte. »Noch kannst du es aufhalten«, hatte Ruhnaus Stellvertreter Carsten Kunter Buschendorf noch kurz vor der Verabschiedungszeremonie zugeflüstert und signalisierte damit, dass die Kameraden den Abteilungswechsel mit einem lachenden und einem weinenden Auge sahen.

Buschendorf hatte mit Blick auf Frau und Familie auf eine Verlängerung der aktiven Dienstzeit bis zum 63. Lebensjahr verzichtet. Die Ehrenabteilung zeigte sich jedenfalls sehr erfreut, den »Chorleiter für spontanen Feuerwehrgesang« zukünftig in ihren Reihen zu wissen.

Mit 18 Jahren zur Feuerwehr gekommen

Am 1. März 1975 trat der gelernte Elektroanlagenbauer fast 18-jährig dem Preußisch Ströher Löschzug bei, absolvierte in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Lehrgänge und Seminare. Vom Feuerwehrmann (1976) bis hin zum Hauptbrandmeister (2002) folgten entsprechende Beförderungen und Auszeichnungen für die Teilnahme am Leistungsabzeichen sowie die Auszeichnung mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber (2000) und Gold (2010) für langjährige Wehrtreue.

Höhepunkt seiner Feuerwehrkarriere war die Würdigung seiner Verdienste für die Rahdener Stadtwehr mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Bronze. Buschendorf engagierte sich allein 26 Jahre in der Führungsebene, war von 1992 bis zur Gerätehauseinweihung und dem Zugführerwechsel in 2012 stellvertretender Zugführer. »Du hast den großen Umbruch zu 100 Prozent mitgetragen und unterstützt«, sagte Ruhnau.

Auch als Maschinist, Einsatzfahrer und Techniker genoss Buschendorf großes Ansehen, war bei Problemen mit Fahrzeugen, Pumpen und Gerätschaften immer ein kompetenter Ansprechpartner. Nicht zuletzt die Eröffnung eines eigenen Automobil-Betriebes gemeinsam mit seinem Schwager und Feuerwehrkameraden Manfred Schlottmann kam der Stadtwehr zu Gute.

Kurzer Dienstweg hat sich bewährt

»Dieser kurze Dienstweg soll auch so bleiben«, unterstrich Ruhnau und erinnerte an die Komplettzerlegung, Überholung und Neulackierung eines alten Unimogs des Bundes, der nicht mehr ersetzt werden sollte. »Diese und ähnliche Aktionen werden viele nicht vergessen.« Der Wehrführer erinnerte zudem an den Wandel der Anforderungen an die Feuerwehrarbeit in den vier Jahrzehnten. »Anfangs waren Rettungsschere und bis vor kurzem psychosoziale Unterstützung noch Fremdworte.«

Der Dank Ruhnaus und des Preußisch Ströher Löschgruppenführers Reiner Langhorst ging zudem auch an Buschendorfs Ehefrau Gisela, die zum Wohl der Wehr oftmals auf ihren Mann verzichtete. »Solch familiärer Rückhalt ist für eine gute Feuerwehrarbeit unerlässlich«, stellte Langhorst heraus. Auch wenn Buschendorf nun aus dem aktiven Dienst ausscheide, habe er in der eigenen Familie gute Nachwuchsarbeit geleistet, denn mit den Söhnen Ingo (in Preußisch Ströhen) und Nico (in der Löschgruppe Varl/Sielhorst) traten zwei von drei Söhnen in die Feuerwehrfußstapfen ihres Vaters.

Viele Gratulanten

Neben den eigenen Kameraden, der Wehrführung und den Führungen der Rahdener Löschgruppen ließen sich auch Vertreter der Espelkamper Wehr eine Gratulation zum Ruhestand nicht nehmen. Denn diese unterstützt Buschendorf zudem als passives Mitglied.

Bevor der gesellige Teil eingeläutet wurde, ergriff Buschendorf selbst das Wort: »Danke für die vielen tollen Jahre, in denen wir schöne und schlechte Stunden miteinander geteilt haben.«

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