Über die genaue Umgestaltung wird noch beraten Rat stimmt für Kirchplatz-Sanierung

Rahden  (WB). Mit großer Mehrheit hat der Rat der Stadt Rahden der Entwurfsplanung zur Umgestaltung des Kirchplatzes zugestimmt. Nur die FWG sprach sich besonders wegen der Kosten dagegen aus und forderte eine behutsame Sanierung. Aus der CDU kam eine Enthaltung.

Von Elke Bösch
Das Gesicht der Innenstadt wird sich ändern. Wie genau der Kirchplatz nach der Sanierung aussieht, wird noch beraten.
Das Gesicht der Innenstadt wird sich ändern. Wie genau der Kirchplatz nach der Sanierung aussieht, wird noch beraten. Foto: Michael Nichau

Bei der Diskussion zuvor ergriff Bürgermeister Bert Honsel das Wort und ging auf verschiedene Knackpunkte ein. So nannte er auch den Grund für die Kostensteigerung. Die genauen Zahlen dazu präsentierte Bauamtsleiter Dieter Drunagel: »Die Verwaltung ist bei Beginn der Planung von 672.000 Euro ausgegangen. Jetzt haben wir einen Betrag von 879.000 Euro ermittelt.«

Der Eigenanteil der Stadt erhöhe sich somit um 68.000 auf 269.000 Euro. Hinzu kommen 18.000 Euro für die Schaffung von Stellplätzen als Ersatz für die Parkplätze am Pastorendenkmal, ergänzte Dr. Honsel. Diese Maßnahme werde nicht gefördert. Und zur Steigerung der Kosten: »Wir wollen drei bis vier Meter hohe Bäume kaufen und sind für eine Pflasterung mit Natursteinen.« Das sei teurer, sagte Honsel.

Kirchengemeinde bei den Kosten außen vor

Auch weitere Fragen, die im Vorfeld der Ratssitzung in der Bevölkerung aufgetaucht waren, beantworte der Bürgermeister. Belastet werde nicht etwa der städtische Haushalt, sondern der Etat der Straßenbetriebe. Auch auf die kritischen Stimmen, dass die Kirche als Eigentümer des Platzes sich nicht an den Kosten beteiligt, ging Honsel ein: Die Kirche habe bereits in ersten Gesprächen im Dezember 2015 informiert, dass sie für die Umgestaltung des Platzes keine Mittel habe.

»Wir haben abgesprochen, dass die Kirchengemeinde die Turmsanierung (600.000 Euro), das Gemeindehaus (350.000) Euro und den Kirchenschiffanstrich (210.000) Euro übernimmt und die Stadt den Platz.« Und das sei völlig gerechtfertigt, weil nicht nur Kirchgänger dieses Kernstück nutzten, sondern viele Rahdener und Touristen.« Auch eine Beteiligung an den Kosten nach dem Kommunalen Abgabegesetz (KAG) ist nach Auffassung der Verwaltung rechtlich nicht möglich. »Der Kirche entsteht durch die Umgestaltung kein Vorteil«, betonte Honsel.

Bauamtsleiter sieht große Chance

Bauamtsleiter Dieter Drunagel sieht in der Umgestaltung »eine große Chance für Rahden und zwar auch angesichts der Tatsache, dass private Investoren möglicherweise in die vier Häuser am Kirchring investieren wollen. Dadurch kann viel Geld nach Rahden gespült werden.« Dorothee Brandt (SPD) schlug vor, die Emotionen von Rahdenern zu respektieren und ein oder zwei Kleinode wie Robinie und Mauer zu erhalten. Eine Kombination aus Alt und Neu könnte sich auch Winrich Dodenhöft (Bündnis 90/Die Grünen) gut vorstellen.

Guido Peitsmeier (CDU) erinnerte mit Nachdruck daran, dass jetzt gehandelt werden müsse, da ansonsten die Förderung durch das Innenstadtentwicklungskonzept (ISEK) verloren gehe. FDP und UfR betonten ebenfalls die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt. Wie genau der Platz gestaltet wird, also zum Beispiel mit Robinie oder ohne, das wird noch Thema bei der Beratung über die Ausführungsplanung sein.

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