Platz am Brullfeld muss saniert werden – Fraktionen beraten Kommt Kunststoff oder Asche?

Rahden (WB). Der Sportplatz am Brullfeld muss saniert werden. Das jedenfalls hat die Vorsitzende des Stadtsportverbandes Rahden Tina Koehler am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Schule und Sport gefordert.

Von Elke Bösch
Auf der roten Aschenbahn bilden sich schon bei normalen Regenfällen tiefe Pfützen.
Auf der roten Aschenbahn bilden sich schon bei normalen Regenfällen tiefe Pfützen.

Ihre Ausführungen untermauerte sie mit Fotos, die den desolaten Zustand der städtischen Sporteinrichtung eindrucksvoll dokumentierten. »Es gibt bei Sportstätten bundesweit einen großen Sanierungsstau«, formulierte es Koehler und meinte in Anspielung auf den Rahdener Platz: »Dieser Patient steht kurz vor der Notaufnahme. Auf der Aschenbahn bilden sich schon bei normalen Regenfällen große Pfützen und es wachsen Mose.«  Es gebe dort Vertiefungen, die Umrandung der Laufbahn sei kaum noch zu sehen und das Geländer schadhaft, sagte Koehler.

Durch alle diese Schäden entstehe eine eklatante Unfallgefahr für alle Sportler. Leichtathleten, Ballsportler und Teilnehmer am Sportabzeichen nutzten diese Einrichtung. Sie verwies besonders darauf, dass 1800 Schüler auf dem Platz Sport treiben und dort ihren Leichtathletik-Pflichtteil absolvieren.

Stadtsportverbandsvorsitzende möchte Tartanbahn

Und Tina Koehler hatte auch einen Vorschlag für die Sanierung. Sie sprach sich nicht dafür aus, die vorhandene Aschenbahn zu sanieren, sondern möchte eine Kunststoffbahn (Tartan) installieren. Das hätte aus ihrer Sicht unter anderem den Vorteil, dass der Sportplatz bei milderen Wintern ganzjährig genutzt werden könne. »Außerdem muss man Blätter nur wegfegen. Es kommt zu keinem Grünwuchs auf der Bahn. Stollenschuhe richten keine Schäden an und auch Rollstuhlfahrer können dort Sport treiben«, warb Tina Koehler für die Lösung mit Tartan.

Und die Vorsitzende präsentierte direkt Zahlen für die Kosten: Für Arbeiten rund um den Bau sowie Entwässerungsrinnen nannte sie den Betrag von etwa 112.000 Euro.

Die Kosten für den Kunststoffbelag stelle sich unterschiedlich dar. Bei der Variante A, die laut Hersteller eine Lebensdauer von 20 Jahren hat fallen 320.000 Euro an und für die Variante B (bis 15 Jahre Lebensdauer) 270.000 Euro. »Für eine solche Grundsanierung fallen dann also etwa 400.000 Euro an«, rechnete Koehler vor. Ermittelt hatte sie darüber hin­aus die Kosten für eine Hochsprunganlage (8000 Euro), eine Sicherung beim Kugelstoßen für Rollstuhlfahrer (300 Euro), die Installation einer Diskuswurfanlage ohne Gitter (2000 Euro), für Sandfangrinnen (10.000 Euro) und für die Verlegung von Leerrohren für spätere Zeitmessungen (5000 Euro). Die jährlichen Wartungskosten bezifferte Koehler auf 3500 Euro.

Suche nach Fördermitteln

Angesichts der hohen Summe für die Umgestaltung hatte die Stadtverbandsvorsitzende und Sportlehrerin auch bereits nach Fördertöpfen gesucht. Sie sah Möglichkeiten über das Projekt »Gute Schule 2020«, das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz II, das Mittel für Maßnahmen an Sportstätten mit Anbindung an Schulen und Nutzung für den Sportunterricht bereit stellt, sowie Gelder aus der Schul- und Bildungspauschale.

SPD-Fraktionschef Friedrich Schepsmeier räumte ein, dass »unbedingt was passieren muss«. Und viele gute Gründe sprächen für eine Tartanbahn. Er möchte allerdings erst von der Verwaltung eine Stellungnahme erhalten. Der sachkundige Bürger Ulrich Eikenhorst führte an, dass es noch andere Nutzer der Sportstätte gebe, die man an den Kosten beteiligen könne und regte an, auf jeden Fall Sponsoren zu suchen.

Ulrich Koors (CDU) gab zu bedenken, dass die Tartanbahn im Preußen-Stadion in Espelkamp auch Moos ansetze und die der Waldschule bereits einen neuen Belag erhalten musste. Auch Koors sah die Notwendigkeit einer Sanierung, bat aber die Verwaltung, alternativ auch die Kosten und die Möglichkeiten der Sanierung der Aschenbahn zu überprüfen.

Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, das Thema in die Fraktionen zu verweisen und dort zu beraten, ob Asche oder Tartan sinnvoll sind. Bürgermeister Bert Honsel sagte am Freitag auf Anfrage: »Als Sportler bin ich für die Kunststoffbahn, allerdings muss ich als Vorsitzender des Rates sehen, ob es dafür eine politische Mehrheit gibt.«

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