Demo gegen Varler Nerzfarm am Samstag, 10. Juni, mit Live-Musik und Redebeiträgen Tierschützer fordern Pelztierzuchtverbot

Varl (WB). Tierschützer wollen am Samstag, 10. Juni, um 11 Uhr vom Rahdener Bahnhof aus zu Fuß aufbrechen, um in Varl gegen die dortige Nerzfarm zu protestieren. Auch die Kampagnengruppe »Offensive gegen die Pelzindustrie« und die Band »3some« haben ihre Unterstützung zugesagt.

Von Mareile Mattlage
Nerze sind Wildtiere und geschickte Schwimmer. Etwa 5000 Tiere verbringen auf der Farm in Varl laut Tierschützern ihr gesamtes Leben in winzigen Gitterkäfigen (Symbolfoto).
Nerze sind Wildtiere und geschickte Schwimmer. Etwa 5000 Tiere verbringen auf der Farm in Varl laut Tierschützern ihr gesamtes Leben in winzigen Gitterkäfigen (Symbolfoto).

»Wir sind sehr stolz, dass wir Mitglieder der ›Offensive gegen die Pelzindustrie‹ für unsere Aktion gewinnen konnten!«, hieß es seitens der Initiative »Runder Tisch – Tierschutz/Tierrechte im Altkreis Lübbecke«, welche die Nerzfarm-Demo organisiert. Die »Offensive gegen die Pelzindustrie« ist eine deutschlandweite Kampagnengruppe mit Sitz in Berlin und hat auf ihrer Website bereits groß zum Thema Varler Nerzfarm berichtet.

»Den Tieren eine Stimme geben«

Bei der Versammlung möchte zudem die regionale Band »3some« mit Sängerin Monja den Tieren ihre Stimme geben. »Unser Ziel ist es, den Fall der Nerzfarm in Varl zum Musterverfahren zu machen und mit einer Petition an den Bundestag ein deutschlandweites Pelztierzuchtverbot einzufordern«, betonte Tanja Behring vom »Runden Tisch« im Gespräch gegenüber dieser Zeitung.

Die Demo beginnt Samstagvormittag am Bahnhof in Rahden und führt parallel zum Stadtfest entlang der Marktschänke über die Flachs- und Feldstraße und über die Bundesstraße 239 bis hin zur Nerzfarm in Varl in der Straße Westerheide. Die Strecke ist 6,5 Kilometer lang und der Marsch wird schätzungsweise eineinhalb Stunden dauern. Wer nicht so gut zu Fuß sei, könne gegen 13 Uhr auch direkt zur Westerheide kommen, hieß es weiter. Von der Nerzfarm aus bringen Bus-Shuttle die Demonstranten gegen eine kleine Spende zurück zum Bahnhof. Es wird mit mehreren hundert Teilnehmern gerechnet.

»Farmen halten sich nicht an Vorschriften«

Der Hintergrund: Laut Frank Schmidt, Senior-Fachreferent für das Thema »Tiere in der Bekleidungsindustrie« von PETA, gibt es in Deutschland noch sechs Nerzfarmen. Organisationen und Portale wie der »Runde Tisch«, PETA, tierretter.de oder auch tierschutzbuero.de werfen ihnen vor, dass sich die Farmen nicht an die seit 2011 geltenden Vorschriften zu Haltungsbedingungen halten und bezeichnen sie deswegen als illegal.

Lesen Sie mehr über die Kritik der Tierschützer in der Ausgabe der RAHDENER ZEITUNG vom Freitag, 9. Juni.

Kommentare

Eine gute Sache

Wenn es keine Tierschutzorganisationen gäbe, dann hätten wir hier Zustände, wie im wildesten China. Der Staat scheint sich um Tierschutz überhaupt nicht kümmern (effektiv kontrollieren) zu wollen, obwohl zwischenzeitlich sogar einmal die Grünen an den langen Hebeln saßen. Wenn ich als Spaziergänger an solchen abgelegenen, oftmals fensterlosen und alleinstehenden Ställen vorbei komme, bekomme ich jedes Mal die Krise. Obwohl eine Demonstration zumeist ein Ausdruck von Unzufriedenheit darstellt, wünsche ich den Teilnehmern einen angenehmen und erfolgreichen Tag. Danke auch an die Organisatoren!

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