Pfingst-Aktionstag auf dem Museumshof zieht viele Besucher an Kinder dürfen waschen und basteln

Rahden-Kleinendorf (WB). Bilderbuchwetter hat dem Aktionstag am Pfingstmontag auf dem Museumshof rekordverdächtige Besucherzahlen beschert. Kaum, dass sich die Pforten am frühen Nachmittag geöffnet hatten, strömten knapp 1700 Besucher auf das weitläufige Gelände.

Von Heidrun Mühlke
Die dreijährige Lotte freut sich über Ihre selbst gedrehte Bienenwachskerze.
Die dreijährige Lotte freut sich über Ihre selbst gedrehte Bienenwachskerze. Foto: Heidrun Mühlke

Nicht nur, dass der Museumsimker Einblicke in das Leben der Honigbienen gab, er zeigte auch die Herstellung von Honig, den es natürlich auch zu verköstigen gab.

Kleine Besucher konnten aus Bienenwachs kleine Kerzen drehen und stolz mit nach Hause nehmen.

In längst vergangene Zeiten durften die Besucher bei den Waschfrauen eintauchen. »Das macht Spaß«, befanden die fünfjährigen Zwillinge Mathilda und Leo aus Hille, als sie auf dem Waschbrett das Kleidungsstück einseiften. Aber als Marianne Tappe – als versierte Waschfrau – erklärte, dass die Frauen in früheren Zeiten stundenlang am Waschzuber und Wäschestampfer stehen mussten, um die Wäsche richtig sauber zu bekommen, waren die Nachwuchswäscher doch froh, dass sie daheim eine Waschmaschine haben.

Früher war es schwer

Vorwasch-, Hauptwaschgang, Spülen und Schleudern waren damals tagesfüllende Aufgaben. »Die Frauen fingen morgens an und waren erst am Abend fertig. Dabei wurde die Waschlauge nicht einfach weggekippt, sondern mehrfach genutzt. War das Helle fertig, wurde die dunkle Wäsche darin eingeweicht«, erklärte Tappe.

Sowieso lernten die Kinder an diesem Tag viel darüber, wie man früher gelebt hat – gleichermaßen schwelgten die Großeltern in Erinnerungen. Am Sägebock erzählte die 80-jährige Gerda Steinkamp aus Varl, wie mühsam es einst gewesen ist, Holz mit der Hand zu sägen und daraus nicht nur Heizmittel, sondern auch verschiedene Haushaltsgegenstände herzustellen. »Für Mehl und Zucker gab es unterschiedlich große Schippen. Hatte man den Inhalt oben glatt gestrichen war es genau ein Pfund«, ließ sie Erinnerungen aufleben.

Rossmühle in Betrieb

Nebenan nahm Helmut Telkemeyer mit seinen Pferden die historische Rossmühle in Betrieb. Brav trotteten die Zugtiere im Kreis um die Mühle herum und setzten so das Mahlwerk in Gang. Interessiert warfen die Besucher einen Blick auf die sich drehenden und ineinandergreifenden Holzräder im Inneren der Mühle.

Waren die Pferde nicht im Einsatz an der Mühle, trabten sie vor der Kutsche über das Gelände, vorbei an einem kleinen Kunsthandwerkermarkt mit vielen Verkaufsständen, der das Programm auf dem Museumshof abrundete. Dort durften die Besucher auch einem Korbflechter über die Schulter schauen.

Natürlich musste niemand hungrig oder durstig das Gelände verlassen. Kuchen aus dem Steinbackofen ließ sich im Schatten der großen Eichen genauso genießen wie andere Leckereien.

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