Lavelsloh wartet mit vielen Attraktionen beim verkaufsoffenen Sonntag auf Pipes und Drums beim Frühlingsfest

Rahden/Lavelsloh (WB). Ungewohnte Töne sind am neuen Einkaufszentrum in Rahdens Nachbargemeinde Lavelsloh zu hören: Dudelsackklänge, zunächst zaghaft, dann immer kräftiger hallen beim Frühlingsfest über den Platz. Es sind die »Essern Highlanders«, die die Öffentlichkeit nutzen, um sich und ihre Musik vorzustellen.

Von Michael Nichau
Die »Essern Highlanders« haben vor dem Modehaus Gosewehr ein Konzert gegeben. Die Musiker suchen Mitstreiter.
Die »Essern Highlanders« haben vor dem Modehaus Gosewehr ein Konzert gegeben. Die Musiker suchen Mitstreiter. Foto: Michael Nichau

»Wir sind heute nur mit kleiner Besetzung hier«, schränkt Sandra Zeh ein. Sie spielt die Trommel, Peters Schulz die Pauke. Eike Ferdinand Zeh ist der Pipe-Major und auch Thomas Falke spielt das aus Schottland stammende Instrument mit seiner

charakteristischen Klangfarbe.

»Wir haben uns erst 2013 gegründet und haben es uns zur Aufgabe gemacht, die schottische Musikkultur mit der Great-High­land-Bagpipe (Dudelsack) und dem dazu gehörigen Drum-Corps in ihrer ursprünglichen Art zu pflegen«, erläutert Eike Ferdinand Zeh. Er hat mit 13 Jahren angefangen, das ungewöhnliche Instrument zu spielen. Inzwischen hat er an mehreren Wettbewerben teilgenommen und auch Preise erhalten.

Musikgruppe gegründet

Was lag also näher, als selbst eine Musikgruppe ins Leben zu rufen? Neun Personen zeigt das Flugblatt, mit denen die Gruppe beim Frühlingsfest werben möchte. Denn: »Wir möchten noch mehr Menschen für diese ursprüngliche Musik begeistern«, sagt Eike Ferdinand Zeh. So bieten die Essern Highlanders auch Kurse an und ein »Reinschnuppern« in die Welt der schottischen Musik. Notenkenntnisse seien dabei nicht zwingend erforderlich, heißt es aus der Gruppe. Natürlich sind immer erfahrene Dudelsackspieler und Trommler willkommen. Bandproben sind immer Montags um 19 Uhr, An der Kirche 1, in Diepenau-Essern. Interessenten können sich auch unter Telefon 0151/55875301 melden, sagt Pipe-Major Zeh.

Doch nicht nur die Dudelsäcke, auch Musik von der Gruppe »Papa Beat« hat für Auflockerung beim nachmittäglichen Einkaufsbummel am verkaufsoffenen Samstag gesorgt. Schon am frühen Morgen haben die Hobby-Flohmarkthändler in der Hauptstraße ihre Stände aufgebaut. Vor allem Kinder boten hier – unterstützt von ihren Eltern – Spielzeug an, um das Taschengeld aufzubessern. Manch ein Besucher konnte Schnäppchen schlagen, wie etwa ein Trimmfahrrad für zehn Euro oder Stauden aus dem eigenen Garten.

Flohmarkt sorgt für gute Laune

Rauchiger Duft schlug den Besuchen von einem Leiterwagen vor der örtlichen Fleischerei entgegen. Hier durften die Besucher Salami und Rauchwurst vor dem Hintergrund der liebevoll historischen Dekoration probieren.

Seit Jahren mit von der Partie bei den Festen in Lavelsloh sind die Mitglieder des Alttraktoren-Clubs Hille. Diesmal hat Friedrich-Wilhelm Rohde das älteste Fahrzeug, einen Deutz aus dem Jahr 1936 mitgebracht – auf dem Anhänger, denn das gute Stück fährt als Höchstgeschwindigkeit sieben Kilometer pro Stunde. Zwei Jahre hat Rohde gebraucht, um den Traktor zu restaurieren. »Es macht schon Spaß, damit zu fahren, aber man ist ganz schön lange unterwegs«, schränkt der Landwirt im Nebenerwerb ein. Er habe Landmaschinenmechaniker gelernt. »So liegt mir das Schrauben denn im Blut«, sagte er zu seiner Motivation.

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