Polizei ermittelt wegen Untreue gegen den Kassierer von »Rahden hilft« Anzeige gegen Bernd Rieke

Rahden (WB). Die Polizei ermittelt gegen Bernd Rieke. Der Initiator von »Rahden hilft« soll Vereinsgelder veruntreut haben. »Uns liegt eine Anzeige vor und wir prüfen zur Zeit den Verdacht«, sagte Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer dieser Zeitung. Ergebnisse lägen noch nicht vor.

Von Elke Bösch
Dieses Konzert mit Schlagerstars hat Bernd Rieke initiiert. Uli Werner (rechts) hat Kontakt zu den Sängern hergestellt.
Dieses Konzert mit Schlagerstars hat Bernd Rieke initiiert. Uli Werner (rechts) hat Kontakt zu den Sängern hergestellt. Foto: Heidrun Mühlke

David Mohrkamm, Mitglied von »Rahden hilft«, hatte diese Behauptung aufgestellt und gefordert, die Vorsitzende Anja Rieke-Barsch und Kassierer Bernd Rieke mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zu entbinden. Zugleich forderte Mohrkamm Neuwahlen. Beraten wurde darüber am Dienstagabend in der Jahreshauptversammlung im Hotel Westfalen-Hof.

Mitglied fordert, Vorsitzende und Kassierer abzusetzen

Als Begründung führt er an, dass Satzungsverstöße und nicht satzungsgemäße Verwendung von Geldmitteln so schwerwiegend seien, dass der Entzug der Gemeinnützigkeit Folge sein könnte, das dem Ansehen des Vereins schade und Sponsoren abschrecken könne. Der Kritiker hält das für so vereinsschädigend, dass sogar ein Ausschluss des Ehepaares Rieke aus »Rahden hilft« gerechtfertigt sei.

Und es werden auch Details genannt: Stein des Anstoßes sind auch Begleitumstände beim großen Benefizkonzert für die Familie Schimanski, die bei einem Brand in Wehdem Hab und Gut verlor. So sollen unter anderem für ein Fernsehteam Kosten in Höhe von 1200 Euro entstanden sein und Reisekosten für die Künstler, darunter Bata Illic, von 840 Euro. Der schwerste Vorwurf zielt aber auf das Erlangen von finanziellen Vorteilen. Der Angriff richtet sich gegen Bernd Rieke. Dieser habe Rechnungen auf seine Firma ausgestellt und aus Vereinsmitteln bezahlen lassen, behauptet Mohrkamm.

Rieke nennt Vorwürfe eine Frechheit

Für Bernd Rieke sind diese Behauptungen »eine Frechheit und völlig aus der Luft gegriffen«. »Kein Geld ist satzungswidrig verwendet worden. Wir haben den Film drehen lassen und die Rechte daran erworben. Er wird vermarktet und dient auch Werbezwecken. Außerdem können wir einen Überschuss erwirtschaften. Und für die Künstler müssen Reisekosten, Übernachtung und Verköstigung bezahlt werden. Sie sind schließlich für den guten Zweck ohne Gage aufgetreten«, betont Bernd Rieke.

Und der schwerste Vorwurf? »Als wir die neue Wohnung für die Schimanskis saniert haben, brauchten wir Material. Ich habe durch meine Firma die Möglichkeit, Elektro und Sanitär im Fachgroßhandel zu kaufen. Die Ware hat mein Betrieb bezahlt und ich diese Kosten dem Verein in Rechnung gestellt.«

Mohrmann verlangt auch eine vollständige Übersicht über sämtliche Ausgaben und Einnahmen vom 1. Januar bis zum 15. März. So möchte er erfahren, wie viel das Benefizkonzert und die Spenden dafür eingebracht haben. Diese Summe wurde bislang noch nicht bekannt. » Bei dieser Jahreshauptversammlung geht es um die Kassenprüfung für das vergangene Jahr. Die Beträge für dieses Jahr sind noch nicht annähernd gebucht«, antwortete Bernd Rieke. Er kann sich vorstellen, dass nach der Wahl der beiden vakanten Posten – zweiter Vorsitzender und Schriftführer – der neue, dann wieder komplette Vorstand das Mitglied vom Verein ausschließt.

Beschuldigter will bei der Polizei schnell aussagen

»Dieser Mann hat mich aber nicht angezeigt. Das habe ich erfahren. Wer Anzeige erstattet hat, weiß ich noch nicht. Schnell werde ich mich bei der Polizei zu dem Vorwurf der Untreue äußern. Meine Frau und ich erwägen außerdem, juristische Schritte einzuleiten. Aus meiner Sicht könnten der Tatbestand Üble Nachrede oder sogar Verleumdung erfüllt sein«, erläutert Rieke, der im vergangenen Jahr die Idee zu »Rahden hilft« hatte.

Auch alle weiteren Behauptungen zu Satzung beziehungsweise Vorstand sind für Bernd Rieke »unhaltbar«. Er sieht sich und seine Ehefrau Anja Rieke-Barsch als Ziel von Diskreditierungen und greift seinerseits seinen Kontrahenten an. Der habe zugesagt, jährlich 600 Euro Vereinsbeitrag in Bar zu entrichten. »Bezahlt hat er noch nicht«, sagt Rieke. »Zudem wollte dieser Mann für 1000 Euro für die Baustelle Schimanski Materialen einkaufen. Bis jetzt hat er noch keinen Beleg vorgelegt«, sagte Bernd Rieke gegenüber dieser Zeitung. Während der Jahreshauptversammlung gestern Abend wies Mohrkamm die Vorwürfe gegen seine Person zurück.

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