Umfrage zum Abriss: Pläne zur Umgestaltung des Kirchplatzes stoßen auf Kritik Muss diese Mauer wirklich weg?

Rahden(WB). »Soll die Kirchmauer in Rahden abgerissen werden oder stehen bleiben?« Diese Frage bewegt zurzeit Bürger. Denn im Zuge der Innenstadtsanierung ist eigentlich geplant, dass sie verschwindet. Ein klarer Befürworter für den Erhalt ist Abramo Resera vom Eis-Café Dolomiti.

Von Elke Bösch
Abramo Resera hofft, dass viele Rahdener seine Aktion zur Rettung der Kirchmauer unterstützen.
Abramo Resera hofft, dass viele Rahdener seine Aktion zur Rettung der Kirchmauer unterstützen. Foto: Elke Bösch

Deshalb hat er eine Umfrage gestartet: »Ich möchte wissen, was die Leute denken, ob sie einverstanden sind mit diesen Plänen. Wer seine Meinung kundtun will, kann dies in der Eisdiele.« Denn dort liegen Umfragezettel aus, die in einem Karton gesammelt werden.

In Gesprächen mit Rahdenern habe er viel Zuspruch gefunden. »80 Prozent derjenigen, mit denen ich geredet habe, wollen, dass diese Mauer bleibt.« Zu ihnen gehört auch

Die Kirchmauer in Rahden. Foto: Elke Bösch

Edith Freese: » Zwei Generationen Rahdener Kinder haben auf dieser Mauer gesessen, Eis geschleckt oder in ihrem Schutz auf dem kleinen Spielplatz gespielt. Die Mütter konnten so beruhigt in Ruhe einen Kaffee trinken. Man muss nicht immer alles wegsanieren. Wen stört denn diese Mauer?«, fragt Edith Freese. Es erscheint zweckmäßig, den Eingang zur St. Johannis-Kirche in Richtung Stadtsparkasse zu vergrößern.

Niemand gegen sinnvolle Veränderung

»Es sperrt sich keiner gegen Veränderung, wenn sie sinnvoll ist«, betont Resera. So könnten sie sich eine Aufwertung des Spielplatzes vorstellen und: »Das Glockenspiel gehört hier hin. Das könnte auch frei auf dem Platz stehen.« Aber eins steht für Resera und Freese fest: Diese ortsbildprägende Mauer darf nicht weg.« Zudem sei sie noch völlig intakt. »Sie benötigt nur eine Sandstrahlung«, erläutert Freese

Bauamtsleiter Dieter Drunagel erklärte auf Nachfrage, dass noch gar nichts feststehe. »Die Stadt wird mit der Kirchengemeinde über die weiteren Planungen sprechen. »Der Architekt Marcel Adam, der den Wettbewerb für die Sanierung gewonnen hat, möchte mit seinem Vorschlag erreichen, dass die Platzsituation offener, flexibler gestaltet werden kann und die Barrierewirkung durch die Mauer bei einem Abriss entfällt. Wir sind aber noch im Abstimmungsprozess und an der Planung wird auch die Politik noch beteiligt.« Vor dem nächsten Jahr werde sowieso noch nichts passieren.

Noch nichts entschieden

Pfarrer Udo Schulte bestätigt: »Entschieden ist noch gar nichts. Wir hören uns alle Meinungen gern an. Ich habe die Umfragezettel in der Eisdiele gesehen. Leider stand kein Initiator darauf, sonst hätte ich schon gern Kontakt aufgenommen. Aber wie gesagt: es ist noch nichts entschieden.« Überhaupt: »Zuerst muss die Finanzierung stehen.« sagte Schulte der RAHDENER ZEITUNG. Die Kirchengemeinde wünsche sich auf jeden Fall eine Lösung, die von möglichst breiter Zustimmung in der Bevölkerung getragen werde. Es liegt nicht in unserem Interesse, dass die Mauer unbedingt weg muss.«

Für Abramo Resera steht allerdings fest: «Diese Mauer darf auf keinen Fall weg. Bürger, die ihre Meinung kund tun wollen, können ihr Ja oder auch ihr Nein per Abstimmung in der Eisdiele machen«, sagte Abramo Resera abschließend.

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