Tourismusbeauftragte Lena Meyer mit Jubiläumswochenende zufrieden – 1600 Besucher Vereine sorgen für ein tolles Fest

Rahden(WB). Der Tag mit dem Ja-Wort ist ein ganz besonderes Datum im Leben. Insofern hat es gut gepasst, dass sich der Rahdener Museumshof am Sonntag Brautmode, Festtagstafeln und der damals obligatorischen Aussteuer widmete. Kurzum: es ging um das Thema »Hochzeit« und hier schließt sich der Kreis.

Von Florian Hemann
Ein Hochzeitgang wie in alten Zeiten. Natürlich durfte auch die Musik zu diesem festlichen Anlass nicht fehlen.
Ein Hochzeitgang wie in alten Zeiten. Natürlich durfte auch die Musik zu diesem festlichen Anlass nicht fehlen. Foto: Florian Hemann

Denn: Das vergangene Wochenende dürfte in der Chronik des Museumshofes als fast genauso besonders eingehen wie die Trauung im Leben eines Ehepaares. Das »Wahrzeichen für Rahden«, wie Bürgermeister Bert Honsel den Museumshof

beschrieb, besteht bekanntlich in diesem Jahr seit fünf Jahrzehnten. Und nachdem das goldene Jubiläum mit der Vorstellung der Chronik am Freitag und dem Festakt am Samstag bereits würdig begangen wurde, gab es am Sonntag einen noch bunteren, sonnigen Abschluss.

Viele Besucher

Ganz Rahden schien dabei auf den Beinen. Aus dem gesamten Stadtgebiet kamen Gruppen und Vereine, um den Aktionstag zu gestalten und um zu zeigen, wie einst geheiratet wurde. Im Mittelpunkt stand dabei das stilecht ausgestattete Brautpaar Bianca und Dennis Behring. Sie zogen die Blicke der Besucher auf sich – genauso wie die ebenfalls passend kostümierte Hochzeitsgesellschaft im Stile von anno 1926. Nach der Prozession um das Haupthaus ging es in eben jenes, wo die Herrschaften das aus heutiger Sicht zugegebener Maßen eher rustikale »Festmahl« einnehmen durften.

Doch bevor damals die wichtigen Worte »Ja, ich will« gesprochen werden durften, war 1926 etwas ganz Wichtiges nicht zu vergessen. »Die Aussteuer musste vorher immer ausgehandelt werden«, wusste Kleinendorfs Ortsvorsteherin Ulla Thielemann den Besuchern im »Lütken Hus« zu berichten. Thielemann und die Spinn- und Webgruppe der Heimatfreunde Kleinendorf hatten eine Ausstellung zu dem Thema »Aussteuer« vorbereitet. So musste etwa eine volle Holztruhe mit Leinen mitgegeben werden. »Das Leinen sollte für ein ganzes Leben reichen«, erklärte Thielemann den Zweck. Ansonsten reichten die Mitgiften vom Bett über Getreide bis zum Vieh. Thielemann: »Ab 1920 hat die Bedeutung der Aussteuer abgenommen, spätestens aber nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.«

Ehrenamtliches Emgagement

Beeindruckt und glücklich zugleich zeigte sich Rahdens Tourismusbeauftragte Lena Meyer vom Engagement der Ehrenamtlichen: »Die Heimatvereine sind mit vollem Eifer dabei. Sie haben ganz toll zusammengearbeitet.« Und auch sonst fällt ihr Fazit zufrieden aus. „Es war ein gelungenes Jubiläumswochenende“, bilanziert die Museumshofleiterin. »Die Reaktionen waren alle sehr positiv..« Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: Aufgrund des schlechten Wetters sei der Samstag mit 350 Gästen schlecht besucht gewesen, gibt sie zu. Auch eine vom Rahdener Kulturverein »KUL-TÜR« geplante Vorführung am Samstag musste abgesagt werden.

Gottesdienst gut besucht

Anders lief es am Sonntag. Zum Gottesdienst am Morgen seien bereits 300 Besucher gekommen: »So viele wie noch nie.« Und auch am Nachmittag waren die Gäste zahlreich erschienen, um das 50. Jubiläum ihres Museumshofes zu würdigen. Gezählt wurden am Sonntag etwa 1100

Insgesamt begrüßte das Museumshofteam an den drei Jubiläumstagen etwa 1600 Gäste. Am Freitag waren es zum Auftakt 150. »Es hätten mehr sein können, aber angesichts des verregneten Samstags sind wir zufrieden«, sagte Lena Meyer.

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