Präventionsrat entwickelt neues Projekt und verstärkt Arbeit in anderen Bereichen Omas und Opas zum Verleihen

Rahden (WB). Darf's ein bisschen mehr sein? Oft lautet die Antwort: Ja, gern. Leider galt das diesmal auch für die öffentliche Mitgliederversammlung des Präventionsrates der Stadt Rahden.

Von Cornelia Müller
Kassiererin Ute Rasfeld (von links) sowie die Vorsitzenden Wolfgang Filbert und Cornelia Griebel. Der dritte Vorstand Wolfgang Adam konnte an der Versammlung nicht teilnehmen.
Kassiererin Ute Rasfeld (von links) sowie die Vorsitzenden Wolfgang Filbert und Cornelia Griebel. Der dritte Vorstand Wolfgang Adam konnte an der Versammlung nicht teilnehmen. Foto: Cornelia Müller

Es hätten gern ein bisschen mehr Rahdener Bürger kommen können. Denn die Themen, um die sich der Präventionsrat kümmert, gehen viele an: »Wir sind inzwischen fester Bestandteil des öffentlichen Lebens in Rahden«, sagte der Vorsitzende Wolfgang Filbert. Trotzdem war die Versammlung – vielleicht wegen des Fußball-Abends – eher spärlich besucht.

Gute Zusammenarbeit

Filbert nahm es mit der gebotenen Gelassenheit. »Wir freuen uns über jeden, der hier ist.« Das Wichtigste sei die breite Unterstützung, die der Verein bei seiner alltäglichen Arbeit finde. 150 Helfer engagierten sich inzwischen in den verschiedenen Projekten des Präventionsrates.

Filbert hob auch die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den Rahdener Firmen und Organisationen hervor. Diese gute Vernetzung sei die große Stärke des Vereins. Bürgermeister Bert Honsel würdigte dessen Arbeit mit den Worten: »So etwas wie den Präventionsrat gibt es in den Nachbarkommunen kein zweites Mal.«

Starke Familien

Filbert eröffnete die Versammlung mit einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Präventionsrates, der 2007 als Bürgerinitiative entstand und seit 2009 eingetragener Verein ist. »Kinder entwickeln Selbstsicherheit« sei damals der Leitgedanke bei der Gründung gewesen, aber »in der Zwischenzeit geht es längst nicht mehr nur um Kinder.«

Das belegten auch die Berichte der einzelnen Arbeitskreise. Die Themenbereiche »Sport und Bewegung« und »Stärkung von Familien mit Kindern« werden hier ebenso abgedeckt wie Suchtprävention und zertifizierte Fortbildung von Ehrenamtlichen (Projekt »MOVEd«).

Integration

Seit anderthalb Jahren ist außerdem die Flüchtlingsarbeit ein wichtiger Schwerpunkt des Präventionsrates geworden. »Wir können mittlerweile ein offenes, niederschwelliges Angebot für Männer und für Frauen, quer durch alle Altersgruppen, vorhalten«, teilte Christina Zimmermann mit.

Hinzu kommen Deutschkurse (zur Zeit fünf) und eine eigene Fußball-Mannschaft, in der sich 30 aktive Spieler über die Grenzen von Nationen und Religionen hinweg zum gemeinsamen Kicken treffen.

Fahrradwerkstatt

Einen wichtigen Beitrag zur Inte­gration leiste auch die Fahrradwerkstatt, weil sie die Flüchtlinge mobil mache: »Nur so kommen sie zum Sport oder zu den Deutschkursen«, betonte Christina Zimmermann, die sich in diesem Bereich stark engagiert.

Allerdings sei die Fahrradwerkstatt zur Zeit auch ein wenig das Sorgenkind des Präventionsrates: »Jürgen Jakob steht mit seiner Fachkenntnis momentan ganz allein da und könnte etwas Unterstützung gut gebrauchen. Denn fünf bis zehn kaputte Fahrräder an einem Nachmittag, bei denen es nicht nur um das Flicken eines platten Reifens geht, sind schon eine Herausforderung.«

Neue Projekte

Der Verein will sich auf dem bisher Erreichten nicht ausruhen. Im Herbst sollen wieder neue Lesepaten ausgebildet werden, denn das Projekt habe sich zu einem echten Renner entwickelt, bestätigte Helga Filbert: »Die Nachfrage nach Lesepaten ist groß.«

Die Planungen für den fünften JuKi-Tag, der 2017 veranstaltet werden soll, sind ebenfalls bereits angelaufen. Noch im Aufbau ist das Projekt »Leih­oma/Leihopa«, das jungen Familien in problematischen Betreuungssituationen Hilfe bieten soll. »Diese Aktion ist ein gutes Beispiel dafür, dass es für Menschen, die eine gute Idee haben und sich für etwas einsetzen wollen, leichter ist, dafür die Strukturen des Präventionsrates zu nutzen und hier vielleicht eine neue Gruppe zu gründen, als sich ganz allein auf den Weg zu machen«, sagte Wolfgang Filbert.

Weitere Informationen über den Verein und über die jeweiligen Ansprechpartner gibt es auf der neu gestalteten Homepage www.praeventionsrat-rahden.de .

Bewährtes Team

Den Herausforderungen der Zukunft stellt sich der Präventionsrat mit einem bewährten Team. Die gleichberechtigten Vorsitzenden Cornelia Griebel, Wolfgang Filbert und Wolfgang Adam sowie die Kassiererin Ute Rasfeld wurden von den Mitgliedern einstimmig für die kommenden zwei Jahre wiedergewählt.

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