Grausiger Fund in Sielhorst: Plastiksack mit sechs toten Hennen – Hahn im Tierheim Nur Gockel Konstantin überlebt

Sielhorst/Lübbecke (WB). Ein Plastikbeutel mit sechs toten Hühnern und daneben ein herrenloser Hahn: Mit diesem so unglaublichen wie erschreckenden Fund in Sielhorst hat sich das Tierheim in Lübbecke befassen müssen.

Von Arndt Hoppe
Diesen Hahn hat Tierheimleiterin Sabine Gervelis neben einem Plastiksack mit sechs toten Hennen in Sielhorst aufgefunden. Sie nennt ihn Konstantin und sucht ein neues Zuhause für ihn.
Diesen Hahn hat Tierheimleiterin Sabine Gervelis neben einem Plastiksack mit sechs toten Hennen in Sielhorst aufgefunden. Sie nennt ihn Konstantin und sucht ein neues Zuhause für ihn.

»Wir bekamen am Montagvormittag einen Anruf von einer Frau aus Sielhorst, die uns von dem grausigen Fund berichtete«, sagt Gervelis im Gespräch mit der RAHDENER ZEITUNG. »Ein Bekannter der Rahdenerin habe von einer Plastiktüte im Graben an der Straße Steger Holz erzählt. Diese soll sich bewegt haben. Direkt daneben sitze ein lädierter Hahn.«

»Tiere vermutlich erstickt«

Als Sabine Gervelis an den Ort des Geschehens kam, stellte sie fest, dass sich der Beutel nur wegen des Windes bewegte. Die sechs Hennen darin waren bereits tot. »Ich nehme an, dass die armen Tiere darin erstickt sind. Wahrscheinlich hat es der Hahn irgendwie geschafft, sich aus dem Sack, der eine kleine Öffnung aufwies, zu befreien. Sonst wäre auch er jetzt tot«, vermutet Gervelis.

Sie berichtet, dass sie den überlebenden Vogel einfangen musste: »Solche Schreie wie von diesem völlig verstörten Tier habe ich von einem Hahn noch nie gehört. Und ich hatte früher selbst Hühner«, sagt sie.

Den Beutel mit den toten Hühnern hat die Leiterin zur Dokumentation mit ins Tierheim genommen, von wo sie zu einem Abdecker kommen. »Sie waren zwar verletzt, wahrscheinlich weil die im Todeskampf umeinandergeschlagen haben. Aber es machte auf mich nicht den Eindruck, dass sie krank waren. Sie waren auch nicht sonderlich abgemagert«, beschreibt Sabine Gervelis deren Zustand. Nicht herausfinden konnte die Helferin, zu welchen Rassen die unterschiedlichen Hühner gehörten. Sie gehe aber davon aus, dass es sich um Rassegeflügel handele.

Neues Zuhause gesucht

Den Hahn habe sie von einer Tierärztin untersuchen lassen: »Dem Hahn fehlen bis auf eine alle Schwanzfedern und der Kamm ist ein wenig verletzt. Aber ansonsten ist er nicht in einem schlechten Zustand. Die Augen sind ganz klar, was darauf hinweist, dass er nicht krank ist.«

Im Lübbecker Tierheim an der Rauhen Horst hat sich der Gockel Konstantin schnell beruhigen können. Diesen Namen hat ihm Sabine Gervelis kurzerhand gegeben, angelehnt an das Lied aus einer alten Kinder-Fernsehsendung »Neues aus Uhlenbusch«. »Auf Dauer kann er aber nicht hier bleiben«, sagt sie. »Zuerst habe ich versucht ihn mit den Ziegen zusammen in ein Gehege halten. Aber nach einiger Zeit hörte ich ihn krähen, weil die Ziegen auf ihn losgegangen sind.«

Deshalb hofft die Tierheimleiterin darauf, dass sich möglichst bald ein neuer Besitzer für den wohl nicht mehr ganz jungen Konstantin findet, bei dem er seinen Lebensabend verbringen kann: »das würde ich mir für ihn schon sehr wünschen. Wer weiß, was der arme Kerl alles durchmachen musste.«

Wer Konstantin aufnehmen möchte, kann sich an das Lübbecker Tierheim wenden unter Telefon 0 57 41/74 72.

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