Bagger schachtet für das neue Fundament aus – Rahdener Ämter ziehen vorübergehend an andere Stellen um Arbeiten am Rathaus haben begonnen

Rahden (WB). Am Rahdener Rathaus wird ab sofort gebaut. Das bringt für die Bürger kleinere Veränderungen mit sich, während sich die Bediensteten des Rathauses teilweise auf mehrere Umzüge innerhalb und außerhalb des Hauses einstellen müssen.

Von Michael Nichau
Ein großer Bagger hat an der Rückseite des Rathauses mit den Ausschachtungsarbeiten für den Keller begonnen. Im Hintergrund wird Beton angeliefert, um die Fundamente des Anbaus mit dem Sitzungssaal (rechts im Bild) zu unterfangen.
Ein großer Bagger hat an der Rückseite des Rathauses mit den Ausschachtungsarbeiten für den Keller begonnen. Im Hintergrund wird Beton angeliefert, um die Fundamente des Anbaus mit dem Sitzungssaal (rechts im Bild) zu unterfangen. Foto: Michael Nichau

Die für die Menschen einschneidendste Veränderung: Der Parkplatz am Rathaus-Umbau kann in den kommenden Monaten nur eingeschränkt genutzt werden. In der Reihe am Gebäude ist das Parken nicht möglich. Der Grund: Der Parkplatz dient als Zufahrt zur Baustelle, die sich zunächst an der Rückseite des Gebäudes in Richtung Grundschule befindet.

Keller abfangen

Dort nimmt das heimische Bauunternehmen Knost in der Verlängerung des Neubaus die Erdarbeiten für Kellerräume des Anbaus vor. »Diese liegen etwas tiefer als die bisherigen Fundamente, so dass wir den bisherigen Rathausanbau abstützen müssen«, schilderte Bauingenieur Manfred Cording von der Stadt Rahden die Baumaßnahmen.

»Bis kurz nach Pfingsten wollen wir den Anbau mit dem Sitzungssaal und den Büros räumen. Dafür wird an anderer Stelle ein Provisorium eingerichtet«, sagte Cording. Im nächsten Schritt werde der Zwischenbau (der bisherige Haupteingang) abgebrochen und ebenfalls durch einen zweigeschossigen Bau ersetzt.

Über dieses Bauwerk wird mit Hilfe eines so genannten Plattformaufzugs auch der erste Stock des Rathauses barrierefrei zu erreichen sein. »Es handelt sich um einen sehr langsam fahrenden Aufzug, der nur von Gehbehinderten genutzt werden soll«, erläuterte Cording.

Neues Dach

Stehe auch der Erweiterungsbau, werde das Dach des Anbaus abgetragen und neu gerichtet. Dies soll etwa Ende August erfolgen. Auf den Dachflächen sind Fotovoltaik-Zellen vorgesehen, die Energie für Heizung und Kühlung im Sommer liefern sollen. »Auch energetisch wird sich einiges mit einer Luft-Wärmepumpe tun«, sagt der Bauingenieur.

»Wenn der neue Trakt fertiggestellt ist – wir rechnen mit dem Frühjahr 2017 – werden die Büros wieder bezugsfertig und wir können das Obergeschoss (Bauamt) des Altbaus sanieren.« Danach stehe die Erneuerung der Außenanlagen auf den Plan.

Kaum Überraschungen

Bisher habe man kaum böse Überraschungen bei den Baumaßnahmen erlebt. »Die eine oder andere nicht auf den Plänen eingezeichnete Leitung war allerdings dabei«, sagte Cording. Mit einer Abwasserleitung, die von der Grundschule zwischen Rathaus und Kämmerei verläuft, hatte man jedoch im Vorfeld gerechnet.

Über die Konsequenzen für die Bürger der Stadt informierte Verwaltungs-Mitarbeiterin Vanessa Spilker. Sie nimmt die Planung der Umzüge vor: »Das Amt für Soziales wird vom 2. bis 4. Mai geschlossen. Dann stehen die Umzüge an«, erklärt sie.

Umzüge geplant

Das Sozialamt zieht vorübergehend in die Steinstraße 6 bis 8, in die Räume über dem ehemaligen Schlecker-Markt. Der Sozialamts-Bereich, der für Asylbewerber zuständig ist, wechselt mit drei Mitarbeitern in die Lange Straße 20.

»Das Ordnungsamt bleibt im Haus, zieht aber innerhalb der Gebäude um«, erläutert Spilker. Auch die Stadtkasse und das Tourismusbüro werden an Ort und Stelle bleiben. Vorgesehen sei aber, das Gebäude zum Abschluss der Baumaßnahmen mit einem barrierefreien Eingang zu versehen.

Im Frühjahr können dann die Büros im Anbau wieder bezogen und auch der Sitzungssaal genutzt werden. »Bis dahin werden die Sitzungen in Schulen und andere Örtlichkeiten ausgelagert. Darüber erhalten die Ratsmitglieder und Öffentlichkeit dann entsprechende Informationen«, sagte Hauptamtsleiter Werner Thielemann. Er gehört zu den wenigen Mitarbeitern, die ihren Arbeitsplatz in der Bauzeit nicht verlassen müssen. Selbst Bürgermeister Bert Honsel muss in ein anderes Büro umziehen.

»Wir kommen aber gut mit den Arbeiten voran«, sagte Manfred Cording. 2,7 Millionen Euro kostet die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes. Dazu kommen Kosten für die Einrichtung.

Das Land Nordrhein-Westfalen bezuschusst die Baumaßnahmen mit 951.000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.