Nach Fall in Lashorst auch Ausbruch in Lemförder Putenanlage
Geflügelpestverdacht: Zone wird überwacht

Preußisch Oldendorf/Espelkamp/Stemwede/Lemförde - WB -

Die Geflügelpest weitet sich aus: Nach einem Verdachtsfall in Preußisch Oldendorf-Lashorst wurde gestern offiziell ein Ausbruch der Tierseuche in einem Putenbetrieb in Lemförde gemeldet.

Freitag, 05.03.2021, 17:05 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 18:32 Uhr
Am Freitagnachmittag entstand diese Aufnahme am Lemförder Mastenweg, unweit der B 51. Die Straße zum Putenstall ist abgesperrt, die Tötung der Tiere ist in vollem Gang. Foto: Viola Willmann

An der dortigen Anlage am Mastenweg waren die Zufahrtsstraßen am Freitagnachmittag bereits abgesperrt. In dem betroffenen Bestand lief die behördlich angeordnete Tötung der 15.600 Tiere gegen Mittag auf Hochtouren. „Die Maßnahme wurde noch am Freitag vollzogen“, teilte der Landkreis Diepholz mit.

Rund um den Putenstall in Lashorst, wo die Tiere vorsorglich getötet wurden, hat das Landesamt eine Überwachungszone mit strengen Auflagen für Geflügelhalter eingerichtet.

Rund um den Putenstall in Lashorst, wo die Tiere vorsorglich getötet wurden, hat das Landesamt eine Überwachungszone mit strengen Auflagen für Geflügelhalter eingerichtet. Foto: Kreis Minden-Lübbecke

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) hat inzwischen um den Lashorster Betrieb, der vom Geflügelpestverdacht betroffen ist, eine Überwachungszone eingerichtet. Die Allgemeinverfügung gilt ab Samstagmorgen gleich nach Mitternacht und endet – vorläufig – am 8. März, 24 Uhr.

Überwachung in vier Kommunen

Die Überwachungszone dient dazu, die Zeit bis zum Eintreffen der Untersuchungsergebnisse des Friedrich-Loeffler-Institutes, die den Ausbruch der Influenza A als hochansteckende Seuche bestätigen müssen, zu überbrücken. „Erst dann kann der Kreis Minden-Lübbecke seinerseits ein Sperr-und Beobachtungsgebiet um den Geflügelpestausbruch einrichten“, schreibt Florian Hemann, Pressesprecher des Kreises Minden-Lübbecke. „In der Zwischenzeit sollen beschränkende Maßnahmen in der Überwachungszone eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest verhindern.“ Sämtliche Auflagen finden Geflügelhalter, die von der Überwachungszone betroffen sind, als Allgemeinverfügung im Amtlichen Kreisblatt. Dieses Mitteilungsorgan ist auf der Homepage des Kreises Minden-Lübbecke zu finden.

Die vom LANUV festgelegte Überwachungszone umfasst Teile von Preußisch Oldendorf, Espelkamp, Lübbecke und Stemwede. Die genaue Abgrenzung ergibt sich aus der Beschreibung der Gebietskulisse, die ebenfalls dem Amtsblatt zu entnehmen ist.

Wer im betroffenen Gebiet Geflügel wie Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasanen, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse hält, muss die Auflagen beachten. Tauben sind ausgenommen – sie können nicht an der Geflügelpest erkranken.

Vorgeschrieben ist unter anderem folgendes:

Die gehaltenen Vögel und Säugetiere sind nach Art und Rasse zu zählen. Werden mehr als 350 Tiere je nach Art und Rasse gehalten, ist die Anzahl nach Art und Rasse zu schätzen. Über das Ergebnis der Zählung oder Schätzung sind Aufzeichnungen zu machen.

Sämtliche Vögel sind in einem geschlossenen Stall oder unter einer überstehenden, nach oben dichten Schutzvorrichtung zu halten. Sie muss gegen das Eindringen von Wildvögeln –auch Kleinvögel – über eine gesicherte Seitenbegrenzung verfügen.

Betriebsfremde Besucher müssen ihren Namen, Anschrift und Besuchsdatum hinterlassen.

Verendete oder getötete Tiere sind so aufzubewahren, dass sie Witterungseinflüssen nicht ausgesetzt sind und Menschen oder Tiere nicht mit ihnen in Berührung kommen können.

Das Verbringen verendeter oder getöteter gehaltener Vögel aus einem Bestand ist nur mit meiner Genehmigung möglich, die nur zu diagnostischen Zwecken oder zur unschädlichen Beseitigung erteilt wird

An den Ein-und Ausgängen der Ställe oder sonstigen Standorte der Vögel sind Matten oder sonstige saugfähige Bodenauflagen auszulegen und mit einem wirksamen Desinfektionsmittel zu tränken und feucht zu halten.

Es ist sicherzustellen, dass der jeweilige Stall oder sonstige Standort nur vom Tierhalter, seinem Vertreter, den mit der Betreuung und Beaufsichtigung betrauten Personen, Tierärzten oder „Personen im amtlichen Auftrag“ – und dies auch nur mit Schutzkleidung – betreten wird. Nach dem Verlassen des Stalls muss die Kleidung unverzüglich abgelegt, gereinigt und desinfiziert werden.

Schuhwerk ist vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Bestandes sowie nach Verlassen eines Stalles oder sonstigen Standortes zu reinigen und zu desinfizieren.

Gehaltene Vögel sowie gehaltene Säugetiere dürfen weder in noch aus ihrem Bestand verbracht werden. Ausnahmen können auf Antrag in begründeten Fällen und unter speziellen Voraussetzungen genehmigt werden.

Es ist sicherzustellen, dass Fleisch und Eier von gehaltenen Vögeln, Futtermittel, Einstreu und Dung sowie sonstige Gegenstände und Abfälle, die das hochpathogene aviäre Influenzavirus übertragen können, nicht aus dem Bestand verbracht werden. Fahrzeuge dürfen nur mit Genehmigung in den oder aus einem Bestand gefahren werden.

Fahrzeuge und Behältnisse sind vor dem Verlassen des Bestandes zu reinigen und zu desinfizieren.

 

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