Positive Stimmung zur Wiedereröffnung der Friseure auch beim Salon Pluntke Trendhaar in Preußisch Oldendorf
Glückliche Gesichter nach 75 Tagen

Preußisch Oldendorf – WB -

Seit Montag ist es endlich soweit: Die Friseure – natürlich auch die im Kreis Minden-Lübbecke – dürfen der Corona-Mähne wieder zu Leibe rücken. Entsprechend gute Stimmung herrscht auch im Salon Pluntke Trendhaar in Preußisch Oldendorf.

Dienstag, 02.03.2021, 06:00 Uhr
Heinrich Wildemann ist Stammkunde beim Salon Pluntke Trendhaar in Preußisch Oldendorf. Er ist einer der Glücklichen, die gleich für den ersten Tag einen bekommen haben. Seine neue Frisur verdankt er Luisa Koring, die am Montag ihren ersten Tag bei ihrem neuen Arbeitgeber gehabt hat. Foto: Arndt Hoppe

Stammkunde Heinrich Wildemann freut sich, dass ihm Stylistin Luisa Koring eine frische Frisur verpasst. „Meine Frau war schon vor mir dran“, sagt er. Zu seiner guten Laune trägt außerdem bei, dass Luisa Koring an diesem Montag ihren ersten Tag bei Pluntke Trendhaar hat. „Ihr Zwillingsbruder ist mein Patenkind und unsere Familien sind schon lange befreundet.“ Normalerweise komme er zum Haareschneiden alle vier Wochen in den Salon.

Schon vor der Wiederöffnung haben Petra (links) und Tina Pluntke Vorbestellungen für Termine bei Trendhaar entgegen genommen.

Schon vor der Wiederöffnung haben Petra (links) und Tina Pluntke Vorbestellungen für Termine bei Trendhaar entgegen genommen. Foto: Arndt Hoppe

Vier Wochen sei ein üblicher Rhythmus für Friseurbesuche, weiß Petra Pluntke, die mit ihrer Tochter Tina den Salon an der Spiegelstraße führt. Nach vier Wochen müsse die Farbe aufgefrischt werden, wenn der Ansatz herauswachse. Doch aktuell mussten die Kunden 75 Tage warten. „So lang hat der Lockdown gedauert. Das gab es noch nie, ein so langes Berufsverbot für uns“, sagt sie. Wie in vielen Betrieben musste auch ihre Belegschaft deshalb seit Mitte Dezember in Kurzarbeit.

„Wir hatten in den ersten Dezemberwochen ein kleines bisschen zuviel an Umsatz, so dass wir keine Überbrückungshilfe für den Monat bekommen haben“, erklärt die Seniorchefin. Die Einbußen lagen bei 28 Prozent, ab 30 Prozent hätte sie die Hilfen beantragen können. Allerdings seien die Hilfen für Januar und Februar bereits geflossen. „Dabei handelt es sich um 90 Prozent der Fixkosten – also Miete, Strom und dergleichen. Von Unternehmerlohn für meine Tochter ist da keine Rede“, sagt Petra Pluntke.

Während das Geschäft geschlossen war, habe der Salon sein Hygienekonzept noch weiter verbessert. „Wir haben zusätzlich Trennwände zwischen den Waschbecken angebracht“, sagt Petra Pluntke. Theoretisch dürfe der Salon aufgrund der großen Fläche sogar 18 Kunden gleichzeitig bedienen. „Zehn Quadratmeter pro Kunde müssen es sein. Aber ein so großes Team haben wir gar nicht“, sagt Petra Pluntke.

Irgendwie hat man schon fast ein schlechtes Gewissen, dass man arbeiten darf

Petra Pluntke

An diesem Montag ist der Salon nur ausnahmsweise geöffnet. Danach gehe es in der üblichen Fünf-Tage-Woche weiter. Die neun Kolleginnen werden dann auf jeden Fall alle Hände voll zu tun haben.

„Natürlich ist die Nachfrage groß“, sagt die Seniorchefin. Aber zwischendrin gebe es immer noch den ein oder anderen freien Termin, auch wenn das Buch gut gefüllt sei. „Ich hatte heute noch eine kleine Lücke. Ein Kunde, der am Morgen anfragte, konnte sein Glück kaum fassen“, sagt Petra Pluntke. Es sein bisschen so gewesen, als habe er im Lotto gewonnen.

Weniger gefallen habe ihr, dass sie selbst, aber auch Mitarbeiterinnen, während des Lockdowns des Öfteren private Anfragen hatten, ob sie nicht die Haare schneiden könnten. „Dieses Bußgeld hätte ich auf keinen Fall riskieren wollen. Und das wäre ja auch auf den Kunden zugekommen.“

Die Preußisch Oldendorferin weiß, dass ihr Berufsstand sich vergleichsweise glücklich schätzen kann: „Bei aller Freude darüber, dass die Friseure wieder aufmachen dürfen, denke ich auch an die vielen, vielen anderen, die zum Beispiel auf ihrer Winterware sitzen bleiben.“

Die Umsätze seien im Nachhinein nicht nachzuholen. „Die Menschen lassen sich ja jetzt nicht häufiger die Haare schneiden als normal.“ Das gelte ebenso für andere Branchen. Die Umsätze stiegen nach der Öffnung nicht in einem Maße, dass alle Verluste so einfach ausgeglichen wären.

Es sei schon merkwürdig, dass sich die Wiederöffnung wie ein Privileg anfühle: „Irgendwie hat man schon fast ein schlechtes Gewissen, dass man arbeiten darf“, sagt Petra Pluntke.

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