Musikschule Preußisch Oldendorf gestaltet den Unterricht digital – Schüler machen gut mit
Alle müssen Kompromisse machen

Preußisch Oldendorf -

Anja Vehling ist positiv überrascht. Zwar blickt sie als Leiterin der Musikschule Preußisch Oldendorf auf ein schwieriges Jahr zurück, aber „sowohl bei den Lehrern als auch bei den Eltern unserer Schüler ist der Wille da, das durchzuziehen“.

Samstag, 09.01.2021, 06:38 Uhr aktualisiert: 09.01.2021, 06:40 Uhr
Die Musikschule Preußisch Oldendorf hat trotz der Corona-Krise nur wenige Kündigungen zu verbuchen. Foto: dpa

Für den derzeitigen Unterricht bedeutet das im Klartext einen digitalen Austausch. Präsenzunterricht darf derzeit nicht stattfinden, „und das bleibt mindestens bis Ende Januar so“, sagt Anja Vehling, seit April 2019 Leiterin der Musikschule .

Im ersten Lockdown war die Einrichtung bis Anfang Mai für Präsenzunterricht geschlossen. „Danach lief es eigentlich wieder fast normal. Nur der Gruppenunterricht war eingeschränkt“, berichtet Vehling weiter. Und dann war Mitte Dezember von einem auf den anderen Tag wieder die Umstellung auf den digitalen Unterricht angesagt. „Wir Lehrer versuchen alles, den Kontakt zu den Schülern zu halten.“ Aber es gebe viele Unwägbarkeiten – insbesondere auch technischer Natur, denn eine stabile Internetverbindung ist Grundvoraussetzung für den Online-Unterricht. Auch der Schlagzeug-Unterricht funktioniert online überhaupt nicht. „Eine Lehrerin schreibt sogar individuelle Briefe mit musikalischen Rätseln und verschickt Videos an die Schüler, weil es anders nicht funktioniert“, sagt Anja Vehling, die selbst die Fächer Klarinette, Saxofon und bei Bedarf auch Klavier unterrichtet. „Die Lehrer liegen nicht auf der faulen Haut.“ Im Gegenteil, der Online-Unterricht mache in vielen Fällen mehr Arbeit, etwa durch das Einscannen der Noten.

Anja Vehling leitet die Musikschule.

Anja Vehling leitet die Musikschule. Foto: Eva Rahe

Es sei erfreulich, dass sich viele Eltern in dieser Zeit kompromissbereit zeigten, trotz weiterlaufender Gebühren. „Natürlich hatten wir auch Kündigungen, aber das sind eher Einzelfälle“, berichtet die Leiterin der Musikschule, an der knapp 100 Schüler Instrumentalunterricht erhalten. Pro­blem seien vielmehr die fehlenden Neuanmeldungen. „Wir konnten ja kaum Werbung machen, etwa die Ins­trumentenvorstellung gemeinsam mit dem Blasorchester Bad Holzhausen. Dadurch haben weniger Schüler neu angefangen als in den Jahren zuvor.“ Diese Stunden sind den Lehrern natürlich verloren gegangen – auch in der Abrechnung.

„Wir wollen unsere Lehrer immer bezahlen. Im April 2020 haben wir keine Gebühren erhoben, aber wir wissen immer noch nicht, ob wir die beantragte Soforthilfe für das trotzdem gezahlte Gehalt der Lehrkräfte nutzen dürfen.“ Dementsprechend sei sie vorsichtig, solch einen Gebührenerlass zu wiederholen. „Wenn wir dann auf den Kosten sitzen bleiben, können wir uns das nicht leisten“, sagt Anja Vehling.

Wenn wir dann auf den Kosten sitzen bleiben, können wir uns das nicht leisten.

Anja Vehling

Der Online-Unterricht funktioniere mal besser, mal schlechter. „Das kommt auf das Alter, das Instrument und die Motivation der Schüler an.“ Es bedürfe schon einer gehörigen Portion Eigenmotivation, beim Üben dran zu bleiben. Anja Vehling merkt das auch bei sich selbst. „Mir fehlen die Auftritte, das Aufführen des Geübten und der Kontakt zum Publikum.“ Das sei für viele die Motivation.

Während der Gruppenunterricht in der Musikschule mehr oder weniger brach liegt, durften nach den Sommerferien zumindest die Musik-AGs an der Sekundarschule wieder gegeben werden. „Da das als schulischer Unterricht gilt, war das erlaubt.“

Alles in allem sei es eine schwierige Zeit, aber es sei erfreulich, wie kompromissbereit Lehrer, Eltern und Schüler in dieser Zeit seien. „Das finde ich nicht selbstverständlich und ich bin dafür sehr dankbar. Das hatte ich auch so nicht erwartet“, gibt Musikschulleiterin Anja Vehling ehrlich zu.

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