Corona-Ausbruch im Lübbecker Krankenhaus mit hohen Fallzahlen
Neuer Virus-Typ in Verdacht

Lübbecke (WB/fn) -

Im Lübbecker Krankenhaus hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben, der Fragen aufwirft.

Freitag, 08.01.2021, 14:01 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 14:06 Uhr
Im Lübbecker Krankenhaus ist eine Station wegen eines Corona-Ausbruchs abgeriegelt worden. Die Ursache ist unklar. Foto: Christian Müller

Nachdem einzelne Mitarbeiter Krankheitssymptome gemeldet hatten, hat es eine umfangreiche Testung gegeben. Freitagmittag stand fest: 16 Patienten und sieben Mitarbeiter sind infiziert. Es besteht der Verdacht, dass die aus England bekannte Virus-Mutation hinter der überraschend großen Anzahl an Betroffenen stecken könnte.

Nach Auskunft von Christian Busse, Sprecher der Mühlenkreiskliniken, ist der Ausbruch nach jetzigem Stand auf die Station 4 West begrenzt, die derzeit internistisch geführt wird. Die Station sei isoliert, postive von negativen Patienten getrennt und betroffene Mitarbeiter in Quarantäne beziehungsweise häusliche Isolation geschickt worden. „Bislang zeigen die betroffenen Patienten keine Covid-Symptome und von den erkrankten Mitarbeitern sind nur leichte Verläufe bekannt“, sagte Busse. Die anderen Stationen arbeiten weiter in der seit der ersten Welle praktizierten reduzierten Belegung.

Weil Krankenhaus und Gesundheitsamt bislang keine Erklärung für dieses Ausbruchsgeschehen trotz umfassender, scharfer Hygienemaßnahmen haben, wird derzeit intensiv nach den Ursachen des Ausbruchs und einem möglichen Herd auf der Station geforscht. So umfangreiche, gleichzeitige Einträge durch einzelne im privaten Umfeld infizierte Mitarbeiter sind sehr unwahrscheinlich. Deshalb werden die Mitarbeiter nun genau befragt und weitere Testungen vorgenommen.

Außerdem sollen die in den Tests gefundenen Viren typisiert werden. Wie der MKK-Sprecher sagte, werde das dazu notwendige aufwendige Verfahren der Sequenzierung in einem Forschungslabor vorgenommen. Mit den Ergebnissen werde in der nächsten Woche gerechnet, sagt Busse. Dahinter steht die Vermutung, dass es sich nicht um die bislang gängige Variante des Coronavirus handelt, sondern um eine mutierte, also genetisch veränderte Variante, wie sie in England und Südafrika für rasanten Anstieg der Infektionszahlen sorgt. Bislang gibt es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, wie verbreitet solch eine Variante in Deutschland ist. In Einzelfällen konnte sie aber bereits nachgewiesen werden.

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