Corona-Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke sieht weiter dramatische Situation gegeben – Präsenzgottesdienste nicht verboten
„Nicht alles ausschöpfen, was geht“

Minden/Lübbecke (WB) -

Mit zuletzt 26 Covid-Patienten hat sich die Lage auf den Intensivstationen im Kreis Minden-Lübbecke etwas verbessert und auch in Espelkamp sind derzeit nicht mehr so viele Coronavirus-Neuinfektionen wie noch vor zwei Wochen zu vermelden.

Dienstag, 22.12.2020, 22:30 Uhr aktualisiert: 23.12.2020, 07:06 Uhr
Die Corona-Maßnahmen, die bereits in Rahden gelten, sind ab Mittwoch kreisweit in Kraft. Foto: Andreas Kokemoor

Doch es wäre verfehlt von diesen Daten auf eine weniger kritische Corona-Situation im Kreis zu schließen, warnt der Corona-Krisenstab.

Minden-Lübbeckes Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz.

Minden-Lübbeckes Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz. Foto: Friederike Niemeyer

Auch an Sonntagen, an denen nicht so viele Testergebnisse gemeldet würden, habe es zuletzt 100 Fälle und mehr gegeben, sagte Minden-Lübbeckes Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz am Montagnachmittag. „Unsere Mitarbeiter stehen im Dauerstress. Es geht deutlich über die Leistungsgrenze hinaus.“ Sorge würden weniger die aktuell hohen Inzidenzwerte etwa in Preußisch Oldendorf oder Petershagen bereiten, so Deichholz, weil dort schon einzelne größere Ausbrüche etwa in Heimen wegen der geringen Einwohnerzahl der Orte für große Ausschläge sorgen würden. Jetzt würden auch die Inzidenzwerte in Minden oder Bad Oeynhausen steigen, also in Städten mit vielen Einwohnern, wo die Einzelfälle nicht so stark ins Gewicht fallen würden. Ausbrüche würden im privaten, aber auch beruflichen Umfeld und in Heimen stattfinden. Landrätin Anna Bölling (CDU): „Das Virus hat weite Teile der Gesellschaft ergriffen.“

Der Kreis veröffentlicht übrigens ab sofort täglich auch die Wocheninzidenzwerte der einzelnen Kommunen.

Der Kreis Minden-Lübbecke hat nun mit einer einheitlichen Allgemeinverfügung für den ganzen Kreis reagiert, die private Kontakte weiter begrenzt und ab Mittwoch gilt: maximal fünf Personen aus zwei Haushalten, dazu nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 4 Uhr. Eine Erweiterung der Maskenpflicht (im Auto, im Betrieb) kommt hinzu. Die Maskenpflicht in den Innenstädten von Rahden und Espelkamp bleibt.

Wie Präsenzgottesdienste allgemeinverbindlich geregelt werden, ergab sich erst am Dienstag. Deichholz dazu: „Wir wissen um das gute Recht auf freie Religionsausübung. Aber manchmal ist es auch gut, nicht alles auszuschöpfen, was zugelassen ist.“ Und auch Landrätin Anna Bölling appellierte: „Jede Entscheidung im Moment ist eine Entscheidung für andere. Bitte bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause und halten sie die gebotenen Abstände ein.“ Nun gilt kreisweit in Gottesdiensten eine weitere Reduzierung der Teilnehmerzahl um 30 Prozent. Maximal dürfen 100 Personen für höchstens 45 Minuten zusammenkommen, draußen 250 Personen. Es wird dringend empfohlen, ganz auf Präsenzgottesdienste zu verzichten.

In Lübbecke hatte sich die Stadtverwaltung nach Auskunft von Stadtsprecher Andreas Püfke bereits darauf vorbereitet, eine eigene Regelung speziell für Heiligabend zu erlassen. Die traditionellen Glühwein-Treffen in der Fußgängerzone – ja auch ohne Verkaufsstände möglich – sollten so unterbunden werden. Das sei nun durch die Verfügung des Kreises Minden-Lübbecke wohl nicht mehr notwendig, so Püfke.

Hier geht‘s zur neuen Allgemeinverfügung des Kreises (PDF).

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