Mindener Krisenstab besorgt über Corona-Zahlen speziell in Espelkamp
Kliniken sehen sich gut vorbereitet, aber der Altkreis Lübbecke macht Sorgen

Lübbecke/Bad Oeynhausen/Minden -

Die Mühlenkreiskliniken sehen sich in der Corona-Pandemie gut aufgestellt, was die Ausstattung mit Intensivbetten und das notwendige Personal angeht. Auf steigende Patientenzahlen könne man kurzfristig reagieren.

Dienstag, 01.12.2020, 07:54 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 08:32 Uhr
Informieren über die aktuelle Lage: Landrätin Anna Katharina Bölling (links) und Kreisdirektorin Cornelia Schöder, Leiterin des Corona-Krisenstabs beim Kreis Minden-Lübbecke. Foto: Stefan Lind

Das erklärten Prof. Dr. Bernd Bachmann-Mennenga und Pflegedirektor Bernd Mühlenbruch vom Johannes-Wesling-Klinikum am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz, zu der Landrätin Anna Katharina Bölling ins Mindener Kreishaus eingeladen hatte.

81 Intensivbetten stehen insgesamt bereit, wie Bachmann-Mennenga erläuterte. Abgetrennt von der eigentlichen Intensivstation ist ein Bereich für Covid-19-Patienten. Dort gibt es 15 Betten, die derzeit alle belegt sind, acht Patienten davon müssen beatmet werden. Es sei aber problemlos möglich, eine weitere Teilstation mit fünf Betten anzugliedern.

Diese ließe sich im Bedarfsfall zu einer kompletten Station öffnen, sodass dann weitere 18 Betten zur Verfügung stünden. In letzter Konsequenz sei denkbar, die Intensivstation der Klinik zur Hälfte oder ganz als Covid-Station auszuweisen. „Wir haben hier stabile Verhältnisse“, erklärte Bachmann-Mennenga, „und sehen uns für weitere mögliche Eskalationen gut vorbereitet“.

Er räumte ein, dass der sonstige Klinikbetrieb durch die Konsequenzen aus der Pandemie „leicht eingeschränkt“ sei. Aber: „Wir wollen alle Operationen so weit wie möglich durchführen.“ In einzelnen Fällen finde man freie Kapazitäten in Bad Oeynhausen oder Lübbecke. Was die personelle Ausstattung der Häuser angeht, macht man sich bei den Mühlenkreiskliniken derzeit keine großen Sorgen: „Die Situation ist gut“, betonte Pflegedirektor Bernd Mühlenbruch. So profitiere man davon, dass einige Mitarbeiter teilweise auf Urlaub verzichtet hätten.

Landrätin Anna Katharina Bölling verwies in dem Pressegespräch auf die angespannte Corona-Lage vor allem im Altkreis Lübbecke und da speziell in Espelkamp. Während der Wocheninzidenzwert des Kreises Minden-Lübbecke zuletzt um 175,0 lag (am Dienstag, 1. Dezember, bei 165,9), betrug der Wert in Espelkamp am Freitag 500,36. „Bei Zahlen über 200 sprechen wir von einem Hotspot; sind es mehr als 300, müssen wir lokale Maßnahmen ergreifen.“ Deshalb sei am Freitag eine Allgemeinverfügung mit verschärften Maßnahmen speziell für Espelkamp erlassen worden.

Aber auch in Lübbecke, Preußisch Oldendorf und Rahden seien die Zahlen besorgniserregend hoch. Bölling: „Wir schauen jeden Tag auf das Geschehen und entscheiden kurzfristig, ob wir reagieren müssen.“ Es falle den Mitgliedern des Krisenstabs nicht leicht, Einschnitte ins öffentliche Leben vornehmen zu müssen, das sei aber den hohen Inzidenzwerten geschuldet.

Die Landrätin appellierte nachdrücklich an die Bürger, sie sollten in dieser angespannten Situation „nicht alles tun, was erlaubt ist“, also noch mehr Abstand halten, einen Mund-Nasen-Schutz tragen und die Kontakte noch mehr einschränken.

Die Verantwortlichen des Krisenstabes haben festgestellt, dass das Corona-Ausbruchsgeschehen inzwischen sehr diffus geworden ist; es gibt keine Hotspots mehr wie zu Beginn der Pandemie, im Gegenteil: „In Schulen und Kitas liegen die Zahlen deutlich niedriger, als wir zunächst erwartet hatten“, betonte Dr. Elke Lustfeld, Leiterin des Gesundheitsamtes. „Deshalb halten wir dort an unseren bewährten Maßnahmen fest.“

Cornelia Schöder, Leiterin des Krisenstabs, ging auf die Vorbereitungen zur Eröffnung des Impfzentrums ein, das in der Sporthalle Unterlübbe eingerichtet wird. „Hille liegt ideal im Kreisgebiet. Die Stadt ist an die B65 angeschlossen, außerdem wollen wir eine ÖPNV-Anbindung sicherstellen, sobald die Impfungen beginnen.“ Zunächst gehe es darum, Impfteams in die Altenpflegeeinrichtungen zu schicken. Sie stellte heraus, dass nicht sofort alle Bürger geimpft werden könnten: „Das Robert-Koch-Institut em­pfiehlt eine Reihenfolge, an die wir uns halten werden.“

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