Prozess: Preußisch Oldendorfer schlägt Nachbarn
Mann haut mit Tischbein zu

Preußisch Oldendorf -

Ein Mann aus Preußisch Oldendorf hat seinem Nachbarn mit einem Tischbein auf den Kopf geschlagen. Dafür muss er nun sechs Monatssätze à 60 Euro bezahlen.

Samstag, 21.11.2020, 01:38 Uhr aktualisiert: 21.11.2020, 02:00 Uhr
Am Amtsgericht Lübbecke hat sich ein Preußisch Oldendorfer verantworten müssen, weil er seinen Nachbarn mit einem Tischbein auf den Kopf geschlagen hat. Foto: Andreas Kokemoor

Mit diesem Ergebnis ging am Donnerstag ein Prozess vor dem Amtsgericht Lübbecke zu Ende. Der Strafrichter stellte das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die Zahlung von 360 Euro an einen gemeinnützigen Verein vorläufig ein.

Die Staatsanwaltschaft legte dem Angeklagten zur Last, seinen Nachbarn am 28. Juni 2019 mit einem Tischbein unvermittelt auf den Kopf geschlagen zu haben. Auf Nachfrage des Gerichts, räumte der Mann die Tat ein. Nach eigenen Angaben habe sein Nachbar am Tatabend an seiner Wohnungstür geklopft. Daraufhin habe er die Tür geöffnet und seinem Nachbarn mit dem Tischbein auf den Kopf geschlagen. Als dieser mit einer Platzwunde zu Boden ging, schlug der Angeklagte ein weiteres Mal zu. Erst als der Geschädigte zu Bewusstsein kam, gelang es ihm, in die untere Etage zu fliehen und Hilfe zu suchen.

Zu den Hintergründen der Tat erklärte der Angeklagte: „An dem Abend war mein Internet weg. Das passiert häufiger. Da habe ich meinen Nachbarn beschuldigt.“ Bereits in der Vergangenheit soll es zwischen den Wohnparteien zu Streitigkeiten gekommen sein. Auf Nachfrage des Richters bestätigte der Geschädigte, dass sein Nachbar auch am Tatabend rumgeschrien habe. „Es hat sich metallisch angefühlt“, beschrieb der Geschädigte den Schlag auf den Kopf weiter. Er vermutete eine Axt als Tatmittel. Der Richter stellte daraufhin klar, dass durch die Polizei keine Axt, sondern ein Tischbein als Tatmittel sichergestellt wurde. Warum der Angeklagte unmittelbar neben der Tür ein Tischbein lagerte, konnte er nicht erklären.

Gemäß der Strafprozessordnung (StPO) kann von einer Strafe vorläufig abgesehen werden, wenn das Gericht die Schuld des Täters als gering erachtet. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass die Vorstrafen und die gezielte Tatausführung nicht zu missachten seien. Dennoch stelle sich die Auferlegung der Geldsumme als eine hinreichende Einwirkung auf den arbeitslosen Mann dar. „Die Verhängung einer gesetzlich normierten Freiheitsstrafe wäre in diesem Fall unverhältnismäßig hoch“, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zahlt der Preußisch Oldendorfer die 360 Euro fristgerecht, wird das Verfahren gegen ihn endgültig eingestellt.

Geschädigter und Angeklagter wollen weiterhin in einem Haus wohnen. „Man kommt zurecht“, meinte der geschädigte Nachbar.

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