Wahlen 2020: Marko Steiner will Bürgermeister in Preußisch Oldendorf bleiben
„Ich sitze nicht im Elfenbeinturm“

Preußisch Oldendorf (WB). Wenn man Verwaltung als das Handwerk eines Bürgermeisters betrachtet, kann der Preußisch Oldendorfer Amtsinhaber Marko Steiner mit Fug und Recht von sich sagen, den Beruf „von der Pike auf“ gelernt zu haben. Von seinen 44 Lebensjahren ist er schon 28 Jahre im Öffentlichen Dienst. Gut acht davon leitet der Volmerdingser inzwischen die Geschicke der Stadt Preußisch Oldendorf.

Dienstag, 01.09.2020, 23:27 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 23:33 Uhr
Der parteilose Marko Steiner leitet seit gut acht Jahren die Verwaltung der Stadt Preußisch Oldendorf, seit 2014 ist er Bürgermeister. 2020 stellt er sich erneut zur Wahl. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, spielt aber auch gern mal eine Partie Schach. Foto: Arndt Hoppe

„Ich habe 2011 hier als Kämmerer und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters angefangen. Nur ein halbes Jahr später, trat der Vertretungsfall ein, weil mein Vorgänger Jost Egen einen Unfall hatte“, erinnert sich Steiner. So habe er sich zunächst zwei Jahre eingearbeitet. „Vor neuen Aufgaben bin ich nie bange gewesen. Ich hatte stets Interesse daran, etwas zu gestalten, und Menschen in meinem Umfeld, die das gefördert haben“, sagt er. So kam es, dass sich der Parteilose Marko Steiner 2014 zur Wahl stellte – unterstützt von vier Fraktionen – und Bürgermeister wurde. In der Kommunalwahl 2020 tritt er nun zur Wiederwahl an, als gemeinsamer Kandidat von CDU, Grünen und SFD.

Immer Sprechstunde

Als wichtige persönliche Qualität für das Amt sieht Marko Steiner bei sich, dass er gerne unter Menschen ist: „Ich habe keine Berührungsängste, vielmehr freue ich mich, wenn mich die Menschen in der Stadt ansprechen. Ich sitze nicht im Elfenbeinturm.“ Eine extra „Bürgermeistersprechstunde“ gibt es bei ihm nicht. Der Grund: „Immer wenn ich da bin, habe ich Sprechstunde.“ Die Bürger könnten ihn jederzeit im Rathaus kontaktieren, persönlich, per Telefon oder E-Mail. „Wenn ich nicht da bin, dann melde ich mich zurück.“ Dass bedeute nicht, dass er jeden Wunsch, der an ihn herangetragen werde, auch sofort umsetzen könne. Vieles müsse schließlich von der Politik entschieden werden. „Ich kann als Bürgermeister nicht einfach so Maßnahmen zusagen. Ich muss alle Bürger gleich behandeln.“

Stärken der Stadt

In Preußisch Oldendorf sieht er viele Stärken: „Eine ist das große ehrenamtliche Engagement der Menschen, in Dorfgemeinschaften, Kirchen, Feuerwehr, (Sport-)Vereinen oder im Touristikverein.“ Sie alle unterstützen die Stadt nach Kräften. Die wirtschaftlichen Stärken der Stadt sieht Steiner darin, dass die Stadt keine „Monokultur“ habe, sondern „viele guten Mittelständler, von Lebensmitteln über Holz bis Maschinen“. „Eine unserer besondere Stärken ist der Tourismus mit vielen familiengeführten Betrieben. Da sind wir im Kreis weit vorn“, sagt er. „Neben Bad Holzhausen entwickelt sich Börninghausen toll.“ Eventuell biete die Corona-Krise sogar die Chance, dass wieder mehr Menschen in Deutschland Urlaub machten.

Entwicklungspotenzial

Entwicklungspotenzial für Preußisch Oldendorf sieht Steiner in der Innenstadt. Die Ansiedlung der Märkte diene der Stärkung der Nahversorgung. „Viele ältere Menschen fragen sich: Was ist, wenn ich nicht mehr so mobil bin? Aber die Einkaufsmöglichkeiten sind auch gut für junge Familien.“ Der Öffentliche Personennahverkehr sei ja auf dem Land schwierig. „Jeder Kilometer, den wir einsparen, ist letztlich auch gut für den Klimaschutz“, sagt er. Die Reaktivierung der Bahnstrecke Bad Holzhausen – Bohmte sei ebenfalls wichtig, um eine Anbindung in Richtung Osnabrück und Bremen zu ermöglichen.

Ein Pluspunkt der Stadt seien in diesem Zusammenhang die „relativ humanen Grundstückspreise“. So werde zurzeit ein Baugebiet vermarktet, damit Menschen in Preußisch Oldendorf die Möglichkeit hätten, ein Eigenheim zu bauen. „Wenn es um Bauflächen geht, sind künftig auch Konversionsflächen ein Thema, um in den Orten eine Verdichtung zu schaffen. Ein Beispiel ist die Fläche am Bahnhof Bad Holzhausen.“

Große Bedeutung hat laut Steiner die Breitbandversorgung: „Glasfaser ist Stand der Technik und wir sind da auf einem guten Weg.“ Er lobt das großartige Engagement der Hedemer. Es sei wichtig, Lösungen für die grauen und weißen Flecken in der ganzen Stadt zu finden, betont er.

Interkommunal

Zudem will Marko Steiner als Bürgermeister die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarn weiter stärken, auch nach Niedersachsen. „Zu Bad Essen haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Das ist nicht nur in Büscherheide zu sehen, dessen Versorgung mit Glasfaser über uns läuft.“ Dies zeige sich unter anderem in der Kooperation der Feuerwehren, der Gemeinde Bad Essen und der Firma Kesseböhmer beim Brandschutz. Abwanderungstendenzen nach Niedersachsen habe er nicht wahrgenommen. Steiner sieht Potenzial für ein Gewerbegebiet Tanklager-Dahlinghausen über die Ländergrenzen hinweg.

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