Gemeinsam in Getmold das giftige Jakobskreuzkraut entfernt
Nachbarn legen Hand an

Preußisch Oldendorf (WB). Was braucht es mehr, als einen Spaten und feste Handschuhe, um dem zwar ganz nett anzuschauenden, aber für Mensch und Tier hochgiftigen Jakobskreuzkraut den Garaus zu machen? Vor allem braucht es ganz viel Eigeninitiative, sagten sich Karin Offermann und Stefanie Krämer aus Getmold.

Dienstag, 04.08.2020, 23:49 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 05:06 Uhr
Die Getmolderinnen Karin Offermann (links) und Stefanie Krämer haben am Mittellandanal viele Jakobskreuzkrautpflanzen ausgegraben.

Zusammen mit einigen Nachbarn zogen sie am vergangenen Wochenende los und entfernten entlang des Mittellandkanals die gelb blühende Giftpflanze aus Böschungen und Gräben. Dabei war es wichtig, das Gewächs nach Möglichkeit samt der tief sitzenden Pfahl- und den feinen Seitenwurzeln auszugraben „Überall dort, wo das Gras nicht gemäht werden kann, verbreitet sich das Jakobskreuzkraut besonders gut“, weiß Karin Offermann, die mit ihren Nachbarn im Vorjahr erstmals dem Gewächs, das bis zu einem Meter hoch werden kann, den Kampf angesagt hatte.

Seit Jahren ein Problem

Zwar ist das Jakobskreuzkraut eine alte heimische Pflanze, doch seit ungefähr 2004 entwickelt sich die Ausbreitung der Giftpflanze auch in Nordrhein-Westfalen zum Problem. Die Verbreitung der Pflanze erfolgt über ungezählte Samen, die ähnlich wie beim Löwenzahn über den Wind verteilt werden. Verbreitet ist sie besonders auf Stilllegungsflächen, extensiv genutzten Weiden, Extensivgrünlandflächen, Wegrändern und Böschungen.

Und leider durchaus auch entlang des Mittellandkanals, was Stefanie Krämer Sorgen um ihre Pferde bereitet hatte. „Besonders gefährlich ist die Pflanze für Pferde und Rindvieh, wenn die Pflanze in das Futterheu gelangt”, sagt die Getmolderin: „Auch Bienenhonig wird durch die Pflanze belastet.“

„Die Stadt hatte uns zwar angeboten, die entsprechenden Stellen zu säubern, aber dafür hätten wir den Mitarbeitern eben diese Stellen ziemlich genau beschreiben müssen“, erzählt Karin Offermann, „da haben wir uns gedacht, wir nehmen das selbst in die Hand.“ Also zogen die Getmolder am Freitag, Sonntag und Montag stundenweise los und hielten gemeinsam Ausschau nach der zwar auffälligen Pflanze, die allerdings leicht mit dem ebenfalls gelb blühenden Wiesen-Pippau verwechselt werden kann. Auch kleinere Pflanzen, die noch nicht blühen, können schnell übersehen werden. Insofern war nicht nur Handarbeit, sondern auch viel Konzen-tration angesagt-

Fünf Stunden im Einsatz

Nach fünf Stunden hatten die Getmolderinnen und ihre Helfer am Mittellandkanal immerhin das Gröbste geschafft. „Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und werden im nächsten Jahr ganz bestimmt weitermachen“, bilanzierte Karin Offermann: „Dann werden wir aber etwas früher im Jahr losgehen, noch ehe das Jakobskreuzkraut die Samen abgeworfen hat.“

Die letzte Fuhre übernahm schließlich die Stadt. Mitarbeiter des Bauhofes aus Preußisch Oldendorf holten die gesammelten Pflanzen ab und kümmerten sich um die fachgerechte Entsorgung.

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