Jonny Balshüsemann hat Mut in der Krise – gute Resonanz zum Start
Vom Karussell zur Imbissbude

Preußisch Oldendorf (WB). Eigentlich hätte er in diesen Tagen sein Kinderkarussell und die Slusheisbude auf dem Maispaß in Preußisch Oldendorf betrieben. Doch direkt auf die für Schausteller übliche Winterpause folgte Corona und damit die Aussicht auf neun Monate ohne Einkommen. Da kam Jonny Balshüsemann der Vorschlag seiner Schwester gerade recht. Er eröffnete eine Imbissbude. Denn gegessen wird ja bekanntlich immer. Auch wenn in der Vergangenheit das kulinarische Programm kleiner und per se nur zum Mitnehmen war.

Dienstag, 12.05.2020, 06:00 Uhr
Jonny Balshüsemann und seine Freundin Tanja Wegener bedienen die Gäste an dem schmucken Holzimbiss, der seinen Standort auf dem Gelände einer Tankstelle hat. Foto: Silke Birkemeyer

Aber genau das sind die Kriterien, die der Schausteller aus Passion erfüllen kann. Seine Familie, die mütterlicherseits bereits in der siebten Generation Schausteller ist, verfügt über vielseitige Kenntnisse und Fähigkeiten, ist natürlich flexibel und durch das Kirmesgeschäft mit der einen oder anderen „Hardware“ ausgestattet. Nach Wochen ohne Arbeit in Aussicht ist der gebürtige Preußisch Oldendorfer dann über einen Tipp seiner Schwester, die ebenfalls einen Imbiss betreibt, auf die Wurst gekommen.

Eine im Bestand befindliche Holzbude stattete er mit Grill und Fritteuse aus, besorgte sich Werbeschilder für außen und Preisschilder für innen. Durch seinen Reisegewerbeschein erfüllte er auch formal alle Kriterien, um kurzfristig mit seinem „Imbiss Einfach lecker…“ am 1. Mai an den Start zu gehen. „Die Lage ist ideal“, preist er seinen Standort in der Nähe des Kreisels auf dem Gelände einer Tankstelle an. Gern hätte er auch auf dem Gelände eines heimischen Lebensmittelhändlers gestanden – aber da gab es keine Zusage. Anders war das an der Tankstelle, die er von etlichen Besuchen als Kunde kennt. Hier dauerte es von der Anfrage bis zur Zusage nur einen Tag.

Abstandskette sorgt für gebührende Ordnung

Wasser und Strom waren vorhanden, so dass dem Schnellstart nichts im Wege stand. Seitdem kommen Einheimische, Monteure, Tankkunden und Durchfahrende zu seinem coronakonformen Imbiss, um sich mit den klassischen Köstlichkeiten einzudecken. Denn das ist die Bedingung: die Bratwurst, den Hotdog und die Frikadelle gibt es nur zum Mitnehmen. Eine Abstandskette sorgt für gebührende Ordnung vor dem schmucken Holzimbiss und Balshüsemann und seine Freundin Tanja Wegener bedienen mit Mundschutz.

Der neue Imbissbesitzer, der seit seinem 22. Lebensjahr selbstständig ist, scheut das Risiko nicht, hat in moderne LEDs investiert und plant auf Dauer, Tische im Außenbereich aufzustellen. „Neun Monate ohne Einnahmen. Wer hält das schon aus?“, beschreibt er seine Motivation, in diesen Zeiten etwas Neues zu beginnen. Einen Probemonat Zeit hat er sich genommen, um die Geschäftsentwicklung zu beobachten.

Nach den ersten knapp zwei Wochen sei er zufrieden, der Imbiss würde gut angenommen und die Preußisch Oldendorfer würden sich freuen. „Wenn es gut läuft, würde ich gern bleiben“, sagt Balshüsemann. Auffällige Banner, die er gut sichtbar für die vorbeifahrenden Autos aufstellen will, sollen schon bald kommen und dann die Landschaft der Erdbeer- und Spargelbuden in der Stadt um „etwas Warmes“ ergänzen.

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