April ohne Gäste trifft Betriebe in Preußisch Oldendorf hart – 2019 war touristisch erfolgreiches Jahr
1,5 Millionen Euro Umsatz eingebüßt

Preußisch Oldendorf (WB/fn). Die Politik hat die ersten Schritte in Richtung Öffnung von Gastronomie und Hotellerie gemacht. Doch hinter der Tourismusentwicklung in Preußisch Oldendorf muss für dieses Jahr ein großes Fragezeichen stehen. Das ist bei der Darstellung der Situation in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus deutlich geworden.

Montag, 11.05.2020, 09:00 Uhr
Wandern in Deutschland ist sowieso im Trend und durch die aktuellen Corona-Beschränkungen eine naheliegende Form des Urlaubs in diesem Jahr. Preußisch Oldendorf hofft auf viele Gäste in diesem Jahr, um die Verluste des Frühjahrs aufzufangen. Foto: Touristik

Mit Stichtag 8. April waren wirklich alle Gäste aus dem Heilbad Bad Holzhausen weg, berichtete Tourismusleiter Christian Streich. Dann mussten auch die letzten Reha-Patienten Holsing Vital verlassen. Zuvor hatte das Verbot von touristischen Übernachtungen bereits die anderen Gästebetriebe in Bad Holzhausen, Börninghausen und Preußisch Oldendorf getroffen. Nur noch vereinzelte Geschäftsreisende konnten beherbergt werden.

Dabei konnte das Jahr 2019 erneut mit erfreulichen Zahlen aufwarten. Mit 20.560 Gästeankünften (plus 5,4 Prozent gegenüber 2018) und 146.326 Übernachtungen (plus 1,2 Prozent) konnten erneut die 20.000er und die 145.000er Marke übertroffen werden, berichtete Christian Streich. Die Einnahmen aus den Kurbeiträgen stiegen gegenüber 2018 um 6790 Euro auf 93.195 Euro.

Nur vereinzelte Belegungen

In Bad Holzhausen wurden 136.352 Übernachtungen (-199) und 16.516 Gäste (-617) gezählt, in Börninghausen 5395 Übernachtungen (+280) und 1763 Gäste (+94) und in Preußisch Oldendorf 4655 Übernachtungen (-5) und 1744 Gäste (-14). Er verwies auf die Folgen der Schließung des evangelischen Heims Pollertshof Ende 2019. Der Luftkurort Preußisch Oldendorf falle nun aus der Beherbergungsstatistik heraus, weil dort Orte mit weniger als vier Gästebetrieben nicht geführt werden dürfen und in Preußisch Oldendorf gibt es nun nur noch drei Pensionen. Künftig sollen diese Betriebe zusammen mit den Eggetalern veröffentlicht werden, gab Streich bekannt.

Wie der Tourismusleiter weiter berichtete, haben die Betriebsschließungen im März auf das ganze erste Quartal 2020 erhebliche Auswirkungen gehabt. Bei den Gästeankünften wurde ein Minus von 33,3 Prozent verbucht, bei den Übernachtungen ein Minus von 16 Prozent. Für den April liegen zwar noch keine ausgewerteten Zahlen vor. Es wird aber nur vereinzelte Belegungen durch Handwerker und Geschäftsreisende gegeben haben. Die Umsatzeinbußen, die dies bedeutet, bezifferte Streich mit 1,5 Millionen Euro pro Monat. Dies zöge dann wiederum Einnahmeverluste bei der Stadt nach sich. „Wir hoffen, dass der Drei-Stufen-Plan von NRW zündet“, drückte Christian Streich seine Hoffnung auf baldige Lockerungen und steigende Einnahmen bei den Gastronomen aus. Die Touristik der Stadt werde sich weiter darum kümmern, die Rahmenbedingungen für den Urlaub in den drei Kurorten zu verbessern.

Etat aufgebraucht

Inzwischen hat die Landesregierung Einzelheiten zur Schrittweisen Lockerung veröffentlicht. Vom 11. Mai an dürfen Speisegaststätten unter Einhaltung von Hygiene-Konzepten und der 1,5-Meter-Abstandsregel öffnen. Außerdem dürfen unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen auch Ferienwohnungen und Campingplätze wieder touristisch genutzt werden. Hotels dürfen zu Christi Himmelfahrt, 21. Mai, wieder öffnen. Ab Pfingsten, 30. Mai, sollen auch Thermen, Schwimmbäder, Spaßbäder und Wellnesseinrichtungen wieder zugänglich sein.

Ausschussmitglied Wolfgang Stork vom Landhotel Annelie betonte: „Wir sind uns als Gastgeber der Verantwortung bewusst.“

Christian Streich hofft, dass Preußisch Oldendorf im Rest des Jahres vom voraussichtlichen Trend zu Kurz- und Nah-Urlauben profitieren kann. „Unser Werbeetat ist allerdings schon aufgebraucht“, sagte er zur Anregung aus dem Ausschuss in diese Richtung jetzt gezielt Werbung zu schalten. „Jetzt sind die Gastgeber selbst gefragt.“

Wolfgang Stork gab zu bedenken, dass es aufgrund der schon recht guten Reservierungen und der künftig geltenden Abstandsregeln schwierig werde, mehr Gäste zu gewinnen, um die jetzigen Verluste auszugleichen. „Spielraum dafür gibt es eigentlich nur von November bis Januar.“

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