Tourismuskooperation: Ausschussmitglieder in Preußisch Oldendorf setzen auf Stärkung beim Kurzurlaub Zustimmung nach Diskussion

Preußisch Oldendorf (WB/fn). Mit einem neuen interkommunalen Tourismusverein wollen die sechs Altkreis-Städte und -Gemeinden plus Hille diesen Wirtschaftszweig stärken. „Sieben“ soll der Name sein. Für ein dreijähriges Projekt unter dem Dach dieses Vereins könnte es zudem Fördermittel geben, wenn es die Coronakrise zulässt. Lübbecke hat der Vereinsgründung schon zugestimmt. Und auch in Preußisch Oldendorf gab es jetzt grünes Licht im Wirtschafts- und Tourismusausschuss. Allerdings erst nach Diskussionen.

Der Kurpark ist ein beliebtes Ziel für Gäste.
Der Kurpark ist ein beliebtes Ziel für Gäste. Foto: Hoppe/Archiv

Tourismusleiter Christian Streich plädierte für diesen Zusammenschluss: „Wir sind die touristisch Stärksten dieser Gruppe, aber wir sehen durchaus noch Potenzial bei Tages- und Kurzaufenthalten. Hier können wir voneinander profitieren.“ Etwa indem gemeinsame Ausflugspakete beispielsweise zum Museumshof oder zur Draisinenstation in Rahden geschnürt würden. Außerdem habe man gemeinsam bessere Möglichkeiten, an Fördermittel zu kommen.

Bürgermeister Marko Steiner verwies auf das Potential, Geschäftsreisende aus der Umgebung aufzunehmen und auch die Cafés bekannter zu machen. „Außerdem wollen wir ja schon seit langem, das Durchschnittsalter unserer Gäste senken. Gemeinsam ausgearbeitete Erlebnistouren wären dafür ein Ansatz.“

Schlechte Erfahrungen

Mit den Fördermitteln des Landes sollen für drei Jahre ein Projektleiter und eine halbe Assistentenstelle zu 65 Prozent finanziert werden. Auf die Sorge aus der CDU-Fraktion, man könne an den Personalkosten hängen bleiben, auch wenn es keine Förderung gebe, sagte Bürgermeister Marko Steiner: „Das Personal kommt nicht, bevor es die Förderung gibt.“ Die Kommunen sollten bis dahin nur den festgelegten Mitgliedsbeitrag von 500 Euro pro Jahr zahlen. Zunächst „auf kleiner Flamme ohne Personal“ zu fahren, fand die Zustimmung von Wilfried Niemeyer (CDU). „Wir würden verlieren, wenn wir nicht mitmachen.“

Bernd Lömker (UEB) wollte hingegen keine Synergieeffekte für Preußisch Oldendorf erkennen: „Was haben wir davon? Was bringen die anderen ein? Nur wegen der Fördermittel zusammenzugehen, das ist die schlechteste Begründung.“ Reinhard Bröcker (CDU) sah das ähnlich und verwies auf die kostspieligen schlechten Erfahrungen der Stadt mit dem Hafenband: „Ich befürchte, dass nicht wir sondern nur die anderen profitieren.“ Uwe Ramsberg (SPD) hielt dagegen: „Wir haben es sehr wohl nötig, mit anderen zu reden und unsere Betriebe zu stärken.“

Der Touristikverein Bad Holzhausen begrüße die Kooperation, gab Wolfgang Stork (CDU) das Stimmungsbild der heimischen Gastronomen weiter. Stork leitet nicht nur selbst einen Gastbetrieb, er ist auch Vorsitzender des Touristikvereins. Seine Überzeugung: „Wir können sogar mehr profitieren als die anderen.“ Preußisch Oldendorf habe mehr Gäste und die hätten etwas von neuen Angeboten. „Die Menschen bereisen ja eine Region und nicht einen Ort“, so Stork. Am Ende wurde der Beschlussvorschlag einstimmig dem Rat empfohlen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7400057?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516040%2F