Bürgermeister sieht Gastgewerbe in Preußisch Oldendorf schwer getroffen – Positives bei Bauland und Internet
Wirtschaften in unsicheren Zeiten

Preußisch Oldendorf (WB/fn). Vor der Corona-Krise war die heimische Wirtschaft gut ins Jahr 2020 gestartet. Jetzt treffen die Folgen der Schutzmaßnahmen Preußisch Oldendorf mit voller Wucht. Besonders die komplette Schließung der Gastronomie und das Verbot von touristischen Übernachtungen mache der Stadt als „touristisches Schwergewicht“ zu schaffen. Bürgermeister Marko Steiner berichtet in seinem Überblick zur wirtschaftlichen Situation in Preußisch Oldendorf, den er am Dienstagabend im zuständigen Fachausschuss vorgestellt hat, von herabgesetzten Gewerbesteuervorauszahlungen und Stundungsanträgen für laufende Zahlungen.

Mittwoch, 06.05.2020, 08:00 Uhr
Das Baugebiet in Engershausen mit seinen 24 Bauplätzen ist bereits komplett vermarktet und die Bautätigkeit fortgeschritten. Die Stadt möchte weiter Bauland bereitstellen. Foto: Birkemeyer

„In welchem Umfang die Gewerbesteuererträge im laufenden Jahr einbrechen werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht verlässlich prognostizieren“, so Steiner. Bis dato seien sehr erfreuliche 4,1 Millionen Euro an Gewerbesteuern angemeldet. Aber da wisse man natürlich nicht, ob es dabei bleibe.

2019 waren von den im Haushaltsplan angesetzten 4,6 Millionen Euro an Gewerbesteuererträgen schließlich 3,9 Millionen Euro zu verbuchen. In den Vorjahren waren es 3,6 Millionen Euro (2018), 4,5 Millionen (2017) und 4,1 Millionen Euro (2016).

Die Stadt will das heimische Gewerbe unterstützen

242 Betriebe in der Stadt sind aktuell gewerbesteuerpflichtig, zehn Prozent von ihnen, also 24, leisten mit 2,3 Millionen Euro den Löwenanteil von 60 Prozent an der Gewerbesteuer in der Stadt. Die Hälfte dieser Firmen zählt zum produzierenden Gewerbe, sieben Betriebe gehören zum Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, fünf zum Dienstleistungssektor.

Um die angespannte Liquidität nicht weiter zu verschärfen, würden Stundungsanträge zur Gewerbesteuer in einem vereinfachten Prüfungsverfahren entschieden, erläuterte Marko Steiner. „Die Stadt Preußisch Oldendorf ist auch in dieser Lage an der Seite des heimischen Gewerbes und unterstützt schnell und unbürokratisch, wenn es möglich ist.“ Eine kleine Geste sei entsprechend auch die Werbung auf der Internetseite der Stadt für sogenannte Vorfreude-Gutscheine, die nach Wiedereröffnung bei den Gastronomen und Händlern eingelöst werden können.

Der Breitbandausbau beginnt im zweiten Quartal

Auskunft gab Steiner auch zum Thema Breitbandausbau, der im zweiten Quartal beginne. Die Stadt sei einer von zwei dauerhaften Standorten für den technischen Support der ausführenden Firma Greenfiber, ehemals Internexio. Um die Anbindung der Gewerbebetriebe an das schnelle Netz zu planen, seien Mittel eingeplant. Außerdem werde am Mobilfunkausbau gearbeitet.

Die Stadt will weiter Land ankaufen, um einen Pool für Bauflächen aufzubauen. Für ein Baugebiet der Stadt sei die Vermarktung nahezu abgeschlossen.

Beim Thema Güterverkehr will Preußisch Oldendorf sowohl den Wasserweg im Auge behalten als auch die Schiene. Hier nennt Marko Steiner die etappenweise Erneuerung der Strecke Bad Holzhausen-Bohmte, die an zwei Gewerbeparks der Stadt angrenze. „Eine Herausforderung ist dabei der Streckenverlauf durch die Ortslagen und die große Anzahl von Kreuzungspunkten mit der Straße, wo mit erheblichem baulichen und finanziellen Aufwand zu rechnen ist.“ Fördermittel seien notwendig.

Für die Innenstadt sieht Steiner viele positive Impulse: die Entwicklung des Gesundheitszentrums, die Planungen im Bereich Volksbank und Deeke sowie die neue Seniorenresidenz. Für die weitere Stadtentwicklung soll das bestehende Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK aktualisiert und für Bad Holzhausen fortgeschrieben werden.

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