Lockerungen für Gastronomie- und Tourismusbetriebe im Gespräch Hoffnung macht sich vorsichtig breit

Preußisch Oldendorf (WB/vw). Wolfgang Stork hält seine Erwartungen bewusst flach. Auch der von den Wirtschafts- und Tourismusministern aus NRW, Niedersachsen und Baden-Württemberg vorgelegte Drei-Stufen-Plan zur Lockerung der Corona-Restriktionen in Gastronomie und Tourismus entlockte ihm keinen Freudenschrei. „Wir wünschen uns natürlich alle, dass es bald einen Termin gibt, auf den wir hinarbeiten können. Aber ich muss das Schwarz auf Weiß sehen und die Bedingungen kennen, erst dann kann ich mich so richtig freuen“, sagt der Geschäftsführer des Landhotels Annelie in Bad Holzhausen und Vorsitzender des Touristik-Vereins Preußisch Oldendorf.

Im Haus des Gastes in Bad Holzhausen könnte es bald wieder eine höhere Gästefrequenz geben.
Im Haus des Gastes in Bad Holzhausen könnte es bald wieder eine höhere Gästefrequenz geben. Foto: Touristik Preußisch Oldendorf

Der Drei-Stufen-Plan sieht vor, dass Zoos und Freizeitparks ab dem 7. Mai wieder öffnen dürfen. In der zweiten Phase folgten am 11. Mai Restaurants und mit eingeschränkter Nutzung Ferienwohnungen sowie Hotels und am 25. Mai dann Übernachtungstourismus ohne Restriktionen. Ob in der Bund-Länder-Konferenz positiv darüber entschieden wurde, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Über die mögliche schrittweise Öffnung von Restaurants und Hotels könnte auch erst in der Konferenz am 6. Mai entschieden werden. Die weltweite Reisewarnung war bereits bis mindestens 14. Juni verlängert worden.

Einige Gäste warten schon

„Alles, was wir öffnen können, hilft“, sagt Wolfgang Stork weiter, der sein Hotel derzeit nur für Geschäftsleute öffnen darf. Wie nach der Öffnung der Geschäfte glaubt er nicht, dass es sofort einen Ansturm auf Gastronomiebetriebe und Hotels geben wird. „Die Leute sind ja trotzdem vorsichtig.“ Es gebe aber auch die Gäste, die bereits sehnsüchtig auf die Lockerung warten und dann gerne sofort kommen würden. „Wir müssen uns von den Zahlen vor der Corona-Krise lösen. Es wird eine ganze Zeit dauern, bis wir wieder auf dem Stand sind“, sagt Stork.

Dieser Meinung schließt sich Christian Streich an. Der Touristik-Leiter von Preußisch Oldendorf verweist auf Experten, die davon ausgehen, dass sich der Tourismus erst Ostern 2021 oder 2022 wieder normalisiert haben wird. „Es wäre absolut wünschenswert, wenn es zeitnah Lockerungen gibt. Das würde sehr helfen“, sagt Streich, der vor dem 6. Mai nicht mit einer Entscheidung rechnet. Insbesondere die Öffnungen der Ferienwohnungen würde er sehr begrüßen. „Da sind die Familien oder Hausgemeinschaften meistens unter sich und haben nicht viel mehr Kontakte als zuhause.“

Da noch nicht abzusehen ist, ab wann und in welchem Umfang wieder kulturelle Veranstaltungen möglich sein werden, verzichten Streich und seine Mitarbeiter für den Mai auf einen gedruckten Veranstaltungskalender. „Vielleicht können wir – sobald das geht – mit den Vereinen etwas Provisorisches auf die Beine stellen“, sagt Christian Streich, der in der Krise auch eine Chance für die heimischen Betriebe sieht. „Der Wegfall der Auslandsreisen muss genutzt werden, mehr Angebote für Wochenendtourismus zu schaffen. Da erwarte ich einen kurzfristigen Anstieg, sobald die Lockerungen durch sind.“

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